FRÖHLICH'S AUF TOUR MIT BoB

 The MAN, TGM 13.290

 

Dieser Reiseabschnitt war so sicher nicht geplant und "sitzt immer noch etwas in den Knochen"

Geplant war die Weiterreise von Panama über Kolumbien und bis weiter nach Ushuaia in Argentinien. Da unser Hund Calou in Panama verloren ging, ist alles anderst gekommen!


2013


Panama


Km

24.01.2013/Do


Flug Zürich - Amsterdam


0

25.01.2013/Fr


Flug Amsterdam - Panama City


0

26.01.2013/Sa


Panama City


0

27.01.2013/So


Panama City


0

27.01.2013/So


Panama City


0

27.01.2013/Mo


Panama City (abholen Bob aus Kinte)


15

29.01.2013/Di


Panama City (Inspektion Bob PNI)


25

30.01.2013/Mi


Panama City


0

31.01.2013/Do


Panama City - Colon, Hafen - Panama City


153

01.02.2013/Fr


Panama City


0

02.02.2013/Sa


Panama City


0

03.02.2013/So


Panama City


0


Wochenbericht,  24.01.-03.02.2013 / Zürich – Amsterdam - Panama
Calou kommt wieder mit auf den nächsten Streckenabschnitt und so haben wir die Reisen nach Panama in zwei Etappen gebucht. Eines unserer Gepäckstücke ist viel zu schwer und wir müssen Übergewicht bezahlen – Ernest is not very amused! Auch diesmal geht wieder einiges an Ersatzteilen, Literatur (Reisebücher und Karten), Schokoladen usw. mit. Weil wir Calou in Amsterdam „rausnehmen“ und eine Zwischenübernachtung einschalten konnten wir das Gepäck nicht nach Panama durchchecken. So heisst es in Amsterdam sowohl auf Calou auch auf das Gepäck warten. Calou wird auch bald gebracht und wir fahren mit dem Shuttlebus von Ibis zum gebuchten Ibis Airport. Das Hotel ist gut gelegen, sehr sauber und angenehm und hat im Haus drei eigene Restaurants. Die Umgebung ist ideal zum „Gassi gehen“ und Calou freut‘s – rund um das Hotel hat es zig Kaninchen und die müssen gejagt werden. Ein feines Nachtessen gibt es im Hotelrestaurant und sogar Calou darf mit. 





Das Check-in-Prozedere ist etwas mühsam. Die Dame am Schalter meint, der Kennel sei zu klein für Calou und nachdem wir ihr erklärt haben, dass dieser Hund ein „frequent Traveller“ ist er mit dieser Kiste schon in der halben Weltgeschichte herumgereist ist, gibt sie ruhe. Es bleibt nochmals Zeit für einen kurzen Spaziergang und dann wird der Kennel von einem Beamten untersucht und kontrolliert, ob keine Drogen oder weiss ich was geschmuggelt wird. Das ganze Prozedere zieht sich in die Länge und uns bleibt gerade noch Zeit so schnell wie möglich zum Gate zu hasten. Der Flug KLM 757 ist ruhig, aber etwas mühsam, da teilweise das Inflightsystem nicht funktioniert und die Auswahl der Filme auch nicht gerade toll ist. In Panama angekommen, können wir Calou und das Gepäck relativ schnell auslösen. Allerdings dann wird es mühsam bei der sogenannten „Einfuhr“ von Calou. Es fehlt anscheinend ein Stempel einer offiziellen Stelle aus der Schweiz, dass Calou gesund ist – das Attest der Tierärztin reiche nicht. Ganze zwei Stunden brauchen wir, bis das arme Tier endlich aus seiner Box darf und alle Papiere in Ordnung sind. Die Beamtin meint, wenn sie ganz strickt wäre, müsste Calou nun in die Quarantäne für 30 Tage – aber… für satte US$ 130.- kann das geregelt werden! Irgendwie spinnen die schon, hat es doch hier in Panama, wie auch im üblichen Zentralamerika zig tausende, wenn nicht millionen von Streunern und bei einem Hund mit allen notwendigen Impfungen usw. Aber eben, Vorschrift ist Vorschrift und die habe ich offensichtlich nicht ganz richtig mitbekommen (weitere Infos siehe „Reisepraxiss/Reisen mit Hund“). Mit einem Taxi fahren wir zum Albrook Inn, einem hübschen Motel in einem angenehmen amerikanischen Villenquartier. 


Die nächsten zwei Tage verbringen wir im hübschen Garten im Motel, lesen Reiseliteratur und geniessen das Nichtstun. Die Temperatur ist um die 30° aber es geht immer ein angenehmer Wind und die Feuchtigkeit hält sich ebenfalls in Grenzen.
Am Montag ist es dann soweit: Um 8.30 Uhr holt uns eine Rebecca mit ihrem Auto ab und wir fahren zum Kinte/Lagergelände, wo unser Bob abgestellt ist. Hier erst einmal Rechnung bezahlen, Auslöse Papiere stempeln lassen und dann zur Polizei/Einreisebehörde und eine Bewilligung einholen, dass das Fahrzeug wieder ins Land einreisen darf. Dann läuft auch noch unsere Versicherung ab und muss für 2-3 Tage erneuert werden. Wir fahren mit Rebecca zum Versicherungsagenten und Ernest’s Geduld wird wieder einmal auf die Probe gestellt. Die Dame von der Versicherung erstellt auf jeden Fall am Schluss, nachdem schon einige Fehler auf der Police ausgebügelt worden sind, eine Versicherung über 13 Monate anstatt über einen Monat und unser Auto ist ein Sedan und kein MAN. Wenigstens mussten wir nur für einen Monat (nicht 13 Monate!) bezahlen. Dann wieder zum Kinte und nochmals Papiere unterschreiben. Endlich wird Bob von einem Mitarbeiter geholt und herangefahren (obwohl ja Ernest die Batterien im Dezember abgehängt hat!). Wir sind froh, er läuft, alles ist noch ganz, nichts fehlt, Kabinenbatterien sind voll – er war also absolut gut aufgehoben und so haben wir die doch happigen US$ 10.- pro Tag gerne bezahlt. Wir fahren zum Hotel und holen unser Gepäck und den Kennel und dann geht es zum Bilbao/Amador Yachtclub, nicht ohne, dass wir uns nochmals kurz verfahren haben (siehe Kurzgeschichte).


Beim Stellplatz am Yachtclub wird dann eingeräumt und Calou kann sich auf der grossen Wiese ebenfalls wieder einmal so richtig frei bewegen. Bald halten wir auch ein Schwätzchen mit den einen oder anderen Reisenden, welche ebenfalls hier Station machen. Ein jüngeres Paar aus Frankreich ist mit einem 3-Chevaux Richtung Südamerika unterwegs und Ernest ist total fasziniert von diesem Auto. Auf dem Rückweg vom Restaurant zum Bob bekommt Calou von einer Katze noch eines auf die Schnauze, er hat aber Glück, nur ein kleiner Kratzer.
Zwei weitere Hürden müssen heute genommen werden. Einerseits muss das ganze Prozedere wiederholt werden, damit wir mit dem Flieger ohne Bob ausreisen dürfen und andererseits muss Bob für die Ausreise von der PNJ kontrolliert und überprüft werden. Wir stehen auf einem schrecklich dreckigen Platz zwischen einem Wohnquartier und einer, sich im Bau befindenden Autobahnbrücke.




Zwischen zwei Wohnhäusern findet gerade eine Kinderparty im Swimmingpool mit Musik aus einem grossen Soundbooster statt. Insbesondere soll kontrolliert werden, ob auch die im Ausweis eingetragene Motornummer (bei uns im Ausweis gar nicht eingetragen!) mit dem sich effektiv im Fahrzeug befindenden Motor übereinstimmt. Wir erklären Rebecca, dass dies bei uns nur auf dem Display und nicht im Ausweis ersichtlich ist und wir bestimmt 1-2 Stunden investieren müssten, die Fahrerkabine zu leeren und zu kippen, um überhaupt an den Motor ranzukommen. Rebecca ist, gemäss Angaben von Tea unserer Agentin, Zollbeamtin und kennt sich in diesen Sachen aus. Tatsächlich begnügt sich der kontrollierende Polizist mit den Angaben im Display, kontrolliert noch kurz die Chassis-Nummer und die Sache ist erledigt – ausser natürlich, dass noch zahlreiche Stempel auf den zahlreichen Dokumenten fehlen. Wir erhalten einen Termin für all die Stempel um 13.30 Uhr und fahren zwischenzeitlich zur Albrook Mall und wollen unsere Flugtickets buchen. Auch das ist nicht ganz so einfach. Erstens werden Tiere nur von Montag bis Donnerstag befördert und um Calou buchen zu können, müssen wir zuerst unser Ticket lösen. Der Copa-Mitarbeiter erklärt sich nicht bereit, im Call Center anzurufen um zu erfahren, ob Calou am Montag Platz hat – wir müssen das tun. Hängen das erste Mal etwa 15 Minuten am Telefon um zu erfahren, dass er Platz hat und dann, nachdem wir unsere Tickets gebucht haben, nochmals etwa 20 Minuten um Calou buchen zu können. Das alles mit meinem Handy – die Telefonrechnung wird enorm sein, da wir für die kurze Zeit keine Panama-Telefonkarte gelöst haben. Wieder zurück zum PNJ und wieder dauert es etwa 1 ½ Stunden bis die notwendigen Stempel angebracht sind. In der Zwischenzeit haben wir einen ganzen Stapel Papiere und wohl nur ein „Eingeweihter“ kann dem ganzen Vorgehen folgen. Auf jeden Fall sind wir jetzt bereit für die Ausreise nach Cartagena (denken wir!) und können am Donnerstag Bob in Colon am Hafen abgeben. Den Rest des Tages verbringen wir am Balboa Yacht Club und machen Bekanntschaft mit Franz und Brigitte, unterwegs mit Berner Nummernschild sowie Lukas und Brigitte, unterwegs mit Zürcher Nummernschild. Beide Fahren einen Sprinter, haben sich in Cartagena getroffen und sind in nördlicher Richtung unterwegs. Es ist schön, Erfahrungen austauschen zu können und wir geniessen die Gespräche und Unterhaltungen.
Ein weiterer Tag am Yacht Club mit vielen Gesprächen und netten Unterhaltungen. Wir treffen auch Vorbereitungen am Fahrzeug, da wir ja Morgen nach Colon zum Hafen fahren müssen. Am Abend werden wir von Brigitte und Franz zum Pizza-Essen eingeladen. Die Pizzas, welche in der Küche im Sprinter in der Bratpfanne gebacken werden, schmecken vorzüglich. Wir „spendieren“ Wein und zum Dessert wird ein Teil unsere „Mega-Ragusa Schokolade“, welche wir aus der Schweiz mitgenommen haben, begeistert verzehrt.
Am nächsten Morgen, kurz nach 7 Uhr fahren wir los in Richtung Colon. Mit uns fahren auch die Franzosen im 3-Chevau. Nach gut einer Stunde fahren wir in der Hafenstadt ein und finden bald einmal den Treffpunkt mit unserem Agenten beim Hotel 4 Points Sheraton. Wir sind zu früh und können in aller Ruhe noch die „Verbarrikadierung“ unserer Dachlucke vornehmen. Wir wollen sicher sein, dass niemand via Dachlucke einsteigen kann. Verabredet waren wir um 09.30 Uhr – natürlich auch um 9.45 Uhr kein Mensch da. Wir rufen an und es macht den Anschein, dass die uns vergessen haben, aber sofort jemand schicken. Nach einer weiteren halben Stunde immer noch keiner hier, wieder anrufen. Er sei vor Ort aber finde uns nicht! Da ich auf dem „Verschiffungspapier“ gelesen habe, dass die Deadline der Abgabe der Papiere um 12 Uhr ist, bekomme ich langsam „kalte Füsse“. Gegen 10.30 Uhr kommt dann Louis mit seinem Töff angefahren. Wir müssen von allen Papieren in der nahegelegenen Apotheke noch 4 Sets Kopien erstellen lassen. Dann will Louis Ernest mit zur Ausreisepolizei nehmen – mit seinem Töff, ohne Helm. Ernest weigert sich (mit Recht) und meint er sitze doch keinem ohne Helm und einem, den er nicht mal kenne, in diesem Verkehr auf den Töff. So kommt dann der Sohn von Boris mit dem Auto und fährt zusammen mit Ernest zu den Behörden. Wir warten lediglich etwa 1 Stunde, bis die wieder zurück sind. Weiter geht es zum Hafen. Warten, auf Papiere!!, etwa 2 Stunden, bis Ernest mit Bob ins Hafengelände einfahren kann. Bob wird zur Einlagerungshalle gefahren, gesichert und „abgegeben“. Warten, ½ Stunde, auf einen Hafenarbeiter, der Ernest und Louis die etwa 200 Meter mit dem Auto zum Büro zurück bringt, zu Fuss darf das Gelänge nicht begangen werden. Derweil sitze ich mit Calou und dem Gepäck auf dem Trottoir vor dem Hafenbüro und warte ebenfalls. Ins Gespräch komme ich mit einem Polizisten und er findet vor allem Gefallen an Calou. Jedem, der vorbeigeht, erklärt er, dass Calou aus der Schweiz komme, ein Irish Terrier sei usw. usw. Um etwa 16.30 Uhr können wir dann endlich in ein Taxi steigen und zurück nach Panama City, zu unserem Hotel fahren. Obwohl wir eigentlich nichts gemacht haben ausser nach Colon gefahren sind und gewartet haben, sind wir total „groggi“ und freuen uns aufs Bett.




Die nächsten Tage verbringen wir mit Tagebuch schreiben, Wäsche machen (lassen), Lesen und geniessen einfach den schönen Garten im Albrook Inn. Auch lernen wir die Geschwister Robi und Madeleine Grawehr im Hotel kennen und verkürzen die Wartezeit auf die Ausreise nach Kolumbien mit anregenden Gesprächen.



Kurzgeschichte 01/13 – Verirrt in der Altstadt von Panama
Auf der Rückfahrt zum Balbao Yachtclub hat uns das Navi durch den alten Teil der Stadt Panama geführt. Wir sind in einer abgesperrten Strasse gelandet, welche uns wieder hätte auf die Hauptstrasse bringen sollen. Vor den grossen roten Plastik-Absperrungsblöcken steht ein Polizist und ich meine, ihn fragen zu können, ob er für uns die Absperrung aufhebt. Ernest sagt ist spinne wohl und stellt sich schon auf ein gröberes Rückwärtsmanöver ein. Trotzdem, ich steige mit meinen Navi/Handy aus und frage den Polizisten nach der nächstbesten Möglichkeit auf die grosse Strasse zu kommen. Er überlegt kurz und fragt, ob wir Touristen seien. Gerne erkläre ich, dass wir aus der Schweiz kommen und uns auf einer Reise durch Panama befänden. Er lächelt und sagt, dass er für uns gerne die Absperrung wegnimmt und wir direkt weiter fahren können. Das tut er auch und zudem hält er auch noch den ganzen Verkehr auf der stark befahrenen Avenida De Los Martires auf und winkt uns freundlich durch. So soll es doch sein, die Polizei „Dein Freund und Helfer“.



2013


Panama - Kolumbien


Km

04.02.2013/Mo


Flug Panama City - Cartagena, oder eben nicht! Calou geht verloren!


0

05.02.2013/Di


Panama/Tocumen - Suche nach Calou


0

06.02.2013/Mi


Panama/Tocumen - Suche nach Calou


0

07.02.2013/Do


Panama/Tocumen - Suche nach Calou


0

08.02.2013/Fr


Panama/Tocumen - Suche nach Calou


0

09.02.2013/Sa


Panama/Tocumen - Flug nach Cartagena/Kolumbien ohne Calou


0

10.02.2013/So


Cartagena




Wochenbericht  04.–10. Februar 2013 / Panama – Kolumbien (Panama Calou suchen)
Robi fährt uns freundlicherweise zum Flughafen, bevor er sich auf den Heimweg nach Pedasi macht. Auf dem Flughafen erledigt eine Elsy die Abfertigung für den Flug nach Cartagena. Der Flug von Calou wird noch bezahlt und wir werden geheissen zum Gate zu gehen, es sei alles in Ordnung, auch mit Calou in seiner Kiste. Beim Abflugsgate 21 angekommen, kommt Elsy aufgeregt auf uns zu und teilt uns mit, dass Calou abgehauen ist. Wir können nicht glauben, was wir hören und ich springe mit Elsy durch den ganzen Flughafen, durch die Zollkontrolle und hinaus auf das Parkplatzgelände. Auf dem Weg dorthin erklärt mir Elsy, dass die Beamten den Kennel nochmals durchleuchten wollten, sie (Elsy) die Türe geöffnet habe um Calou herauszunehmen. Calou hätte sie geschnappt als sie ihn festhalten wollte. Ein Festhalten sei nicht möglich gewesen und somit sei er  weggesprungen – dies ohne Halsband! Im Kennel ziehe ich Calou das Halsband immer aus, damit er nirgends hängen bleibt (ist wohl ein riesen Fehler!). Diverse Leute hätten versucht Calou einzufangen. Er sei zuerst auf dem oberen Stockwerk in der Abflughalle herumgeirrt, dann die Treppe hinunter ins untere Stockwerk zur Ankunftshalle und dann raus auf den Parkplatz. Möglicherweise hat er das Auto von Robi in der Reihe 8 noch gesucht und ist dann aber bei den Mietautostationen in die Pampa verschwunden. Auch mein Rufen und das Pfeiffen hat ihn nicht bewogen zurück zu kehren. Ins hohe Gras durfte ich nicht wegen den Schlangen. Er wird dann nochmals gesehen, wie er auf das Flugfeld gesprungen ist. Ernest ist in der Zwischenzeit auch wieder zur Abflughalle gekommen und einige Leute von Copa versuchen, uns zu beruhigen und sichern uns zu, Calou zu suchen und zu finden. Im Laufe des Nachmittags können wir mit einem Auto und diversen Leuten von der „Fauna-Gesellschaft“ und von Copa zum Flugfeld fahren und Calou suchen. Keine Spur von ihm. Am Abend werden wir zum Hotel Riande gefahren und bekommen ein Zimmer und ein Nachtessen.
Am Dienstag nach dem Frühstück geht es wieder zum Flughafen und die Suche geht weiter. Es ist äusserst mühsam, bis endlich eine weitere Bewilligung ausgestellt wird, um wiederum auf das Gelände fahren zu dürfen um weiter zu suchen. Am Nachmittag hören wir, dass ein Copa-Mitarbeiter gesehen hat, wie ein Taxifahrer gestern Abend ein Hund eingeladen hat. Der Mitarbeiter hat die Taxinummer aufgeschrieben. So begeben wir uns zu Polizei und müssen eine Anzeige erstatten, dass nach diesem Taxifahrer überhaupt gefahndet werden kann. Es wird ein Protokoll erstellt. Obwohl bereits eine Standartanzeige vorhanden ist und nur noch Anmerkungen gemacht werden müssen und die Personalien aller eingefügt werden müssen, bringt es der Beamte mit seiner „Adlertechnik“ fertig, dafür geschlagene drei Stunden aufzuwenden. Da ich schon aufgebracht bin ob der ganze Sache muss ich mich äusserst zusammen nehmen, dass ich dem nicht die Tastatur entreisse um wenigstens unsere Personalien etwas schneller einzugeben. Während der Zeit des Protokollerstellens allerdings, ist die Polizei schon tätig und ermittelt den Taxifahrer. Wie wir vernehmen müssen, ist es tatsächlich so, dass der Taxifahrer Gäste mit einem Hund geladen hat. Die Polizei präsentiert ein Bild vom Hund – es ist aber nicht Calou. Natürlich breche ich in Tränen aus und kann das ganze Geschehen nicht verstehen. Ohne Calou heute gesichtet zu haben, werden wir wieder ins Hotel gebracht.
Einen weiteren Tag Suche. Heute lernen wir Jorge Izarraga kennen. Er arbeitet schon seit 45 Jahren auf dem Flughafen und versichert uns, dass er im Flughafengebäude und auch auf dem Gelände nach Calou Ausschau halten wird. Von einigen Copa-Mitarbeitern werden wir wieder herumgefahren und es wird uns versichert, dass Flyers gemacht werden und diese im und um den Flughafen ausgehängt werden. In der Zwischenzeit habe ich auch Daniela informiert, dass Calou verschwunden ist. Sie hat sogleich mit den Pendlern Frau K. und unseren Nachbarn Max und Pina Kontakt aufgenommen. Es wird mittels Pendel versucht Calou zu orten.
„Ja, so geht es. Er müsste nahe der untersten Ecke des Gebäudes sein, Jetzt müsste man Pläne vom Inneren des Gebäudes haben.... Oder Fröhlichs müssten Aufzeichnungen machen und das mailen, damit man Calou besser orten könnte. Seine Energie ist immer noch sehr gut, ich bin recht sicher, dass er lebt !
herzliche Grüsse - B.K“

Solche Mails geben uns Mut und wir suchen den ganzen Tag weiter nach Calou und informieren auch Jorge, damit er sich genauer im Gebäude umsieht. W
ir erfahren, dass nochmals ein Hund verloren gegangen ist. Der Kennel einer Dänischen Dogge wurde auf das Förderband ins Flugzeug gehievt und ist dann runtergefallen. Der Kennel hat sich geöffnet und die Dogge ist abgehauen (wurde nach zwei Tagen im Dorf gefunden!). Überhaupt hören wir immer wieder Geschichten von Copa Mitarbeitern, dass Hunde „verloren“ gingen – die einen seien nach einem Tag, andere nach einer Woche oder mehreren Monaten wieder aufgetaucht! Hilft uns auch nicht gerade viel und tröstet auch nicht. Da unser Wohnmobil Bob bereits auf dem Weg nach Cartagena ist, müssen wir uns mit dem Gedanken befassen, nach Cartagena zu fliegen und Bob auszulösen. So entscheiden wir uns für den Samstagflug. Herr Michael und Frau Doralis von Copa kümmern sich heute um uns und beide sind sehr freundlich und einfühlsam. Aber auch am heutigen Tag ist die Suche leider erfolglos geblieben.
Irgendwo muss doch unser Calou sein und wir machen uns Gedanken, warum er sich nicht zeigt oder nicht zum Flughafengebäude zurück kehrt. Natürlich hat man in solchen Situationen böse Vorahnungen und die positiven Gedanken überwiegen nicht gerade. Auch heute wieder keine Spur von Calou. Am Abend treffen wir im Hotel  einen Direktor von Copa. Er ist uns allerdings nicht sehr sympathisch und diese Person verspricht auch nicht gerade eine grosse Hilfe zu sein.
Das Check-in für den Flug nach Cartagena/Kolumbien erledigt Doralis und sie begleitet uns auch zum Gate. Sie versichert uns, dass viele Leute von Copa (leider aber nicht aus der Direktion!!) weiterhin nach Calou Ausschau halten werden und uns sofort informieren würden, wenn Calou gesichtet wird. Meinen Tränen sind kaum auf haltbar und ich kann einfach nicht begreifen, dass wir ohne Calou weiter fliegen müssen. Der Flug dauert lediglich 50 Minuten und die Einreise erfolgt reibungslos. Noch kurz wechseln wir etwas Geld und mit einem Taxi fahren wir zum Hotel Pueblito Playa an der Bocagrande. Der Hotelier Brian ist ein freundlicher Schotte und tut alles, nach dem er unsere Geschichte von Calou gehört hat, dass wir uns in diesem einfachen aber sauberen Haus wohl fühlen.


Cartagena gefällt uns auf Anhieb sehr gut und wir bummeln heute auch gleich durch die Altstadt. Am Abend essen wir an der Bocagrande im Carachol hervorragend. Die Besitzerin, eine nette ältere Dame kommt mit uns ins Gespräch und mit unserem immer noch recht dürftigen Spanisch erzählen wir von unserer Reise, warum wir hier sind und was mit Calou passiert ist.
Auf einer Stadtrundfahrt mit einem Doppeldecker Bus erfahren wir einiges über die Geschichte von Cartagena und können uns gleich etwas orientieren. Auf einem Stadtrundgang mit einer einheimischen Führerin lernen wir dann auch noch die wunderschöne Altstadt kennen und lassen uns einige Adressen von guten Restaurants geben. Das Nachtessen nehmen wir nochmals im Carachol ein. Wir wollen bezahlen und die Besitzerin bringt uns anstatt der Rechnung eine Visitenkarte mit der Bemerkung „You are our guests today“. Wir sind sprachlos und bedanken uns – nach einem Versuch, doch noch bezahlen zu dürfen – ganz herzlich. Bestimmt kommen wir wieder. Ein Schlummertrunk muss noch sein und wir setzen uns an eine Bar. Ein weiteres Ehepaar ist noch anwesend und bald merken wir, dass es ebenfalls Schweizer sind, er mit einem holländischen Akzent. Mit Ottilie und Woulter kommen wir ins Gespräch und dürfen wieder einmal einen sehr netten Abend mit Reisebekanntschaften verbringen. Heute habe ich mich entschlossen, am Dienstag wieder nach Panama zu fliegen um Calou weiter zu suchen.


Kurzgeschichte 02/13 – Suche nach Calou –
Unterstützung und Handling durch Copa Airlines
Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass die Uhren in Zentral- und Südamerikanischen Ländern anders ticken als in Europa und der Schweiz. Die Organisation ist bei weitem nicht so fortgeschritten wie bei uns. Wenn oberflächlich auch alles relativ gut zu funktionieren scheint, wie man sich das von einem internationalen Flughafen erwarten darf, bemerkt man beim genaueren Hinschauen folgendes:
Personal (auf allen Ebenen) ist schlecht ausgebildet und arbeitet ineffizient.
Kaderangestellte drücken sich, lassen sich nicht sehen oder verleugnen sich.
Schalterpersonal hat wenige Kompetenzen und kann keine Eigeninitiative entwickeln.
Am Flughafen gibt es unzählige Ämter und Stellen, die sich entweder überschneiden oder die nicht miteinander zusammen arbeiten, sich vielleicht sogar behindern oder ihren eigenen Machtbereich demonstrieren wollen.
Durch die geschilderten Umstände, insbesondere auch die Tatsache, dass zwischen den verschiedenen Stellen eine Koordination fehlt, ist die Lösung eines Problems, in diesem Falle das Suchen von Calou, sehr schwierig. Immer wieder geht wertvolle Zeit verloren. Wenn sich z.B. bei Copa Airlines die Ansicht durchsetzt, ja, man könnte tatsächlich auf dem Airfield nach Calou suchen, weil er dort zuletzt gesehen worden ist, dauert es Stunden, bis vom zuständigen Amt, ev. auch von den zuständigen Ämtern, die entsprechende Erlaubnis kommt.
Generell darf gesagt werden, dass sich das Schalterpersonal bei der Suche und Betreuung Mühe gegeben und sich eingesetzt hat. Vom höheren Management war nichts bis wenig zu hören.




2013


ef/Kolumbien - sf/Panama/Tocument - Suche Calou


Km

11.02.2013/Mo


sf Panama/Tocumen - ef/Cartagena


0

12.02.2013/Di


sf Panama/Tocumen - ef/Cartagena


0

13.02.2013/Mi


sf Panama/Tocumen - ef/Cartagena


10

14.02.2013/Do


sf Panama/Tocumen - ef/Cartagena


10

15.02.2013/Fr


sf Panama/Tocumen - ef/Cartagena


0

16.02.2013/Sa


sf Panama/Tocumen - ef/Cartagena


0

17.02.2013/So


sf Panama/Tocumen - ef/Cartagena


0


Wochenbericht  11.–17. Februar 2013 / Cartagena/Kolumbien – Panama/Tocuman
Heute besuchen wir die Festung von Cartagena, ein eindrückliches Bauwerk mit einer wunderbaren Aussicht auf die Altstadt von Cartagena und die umliegende Region. Das "Castillo de San Felipe de Barajas" in Cartagena ist die mächtigste historische Wehranlage in Lateinamerika. Es wurde von den Spaniern auf dem San Lázaro-Hügel zur Überwachung des maritimen Zugangs zur Stadt errichtet. Drei Jahre nach der Gründung Cartagenas wurde im Jahr 1536 mit dem Bauvorhaben begonnenen, das bis zur endgültigen Fertigstellung fast 200 Jahre dauerte. Das Äußere wird beherrscht von dem Wachturm und der Artilleriestellungen. Im Inneren ist ein Gewirr aus Tunneln, Galerien, Kasematten, Fluchtwegen, Fallen, Pulverkammern und Sprengvorrichtungen für den Fall einer Eroberung durch den Feind. In den Kellern befanden sich auch die Verliese für die Gefangenen. Einziger Zugang ist eine Rampe, die von einer Zugbrücke gesichert wird. Die Gestaltung der Mauern sollte eine Einnahme der Festung von außen verhindern. Im Jahr 1984 nahm die UNESCO das Castillo zusammen mit der Altstadt von Cartagena de Indias in die Liste des Welterbes auf. Im Anschluss an die Besichtigung gehen wir zum Büro von Ernesto und Sonja de la Rota und müssen einiges an Papierkram erledigen. Morgen sollte Ernest Bob zum Hafen heraus holen können, da das Schiff in der Zwischenzeit angekommen ist.
Mit dem Taxi fahre ich am Dienstagmorgen zum Flughafen und fliege zurück nach Panama. Im Hotel Riande nehme ich ein Zimmer und begebe mich auf die Suche nach Calou. In der Zwischenzeit hat Daniela auch noch einen Tierkommunikator aus der Schweiz eingeschaltet. Calou soll es gut gehen und ich erhalte Informationen, wo er sich in etwa aufhält. Die Angaben decken sich auch mit denjenigen von Frau K..


Der Ort befindet sich in einem Gelände der Universität von Panama, Abteilung Agrarwirtschaft. Hier waren wir schon einmal letzte Woche mit Copa-Leuten. Diese wollten aber nicht nochmals rein, da anscheinend eine Bewilligung notwendig sei. Ich bin einfach rein, zu Fuss, habe mit einigen Arbeitern gesprochen und man hat mir die Erlaubnis gegeben ein- und auszugehen. Den Unterstand, wo sich Calou aufhalten sollte, habe ich schnell gefunden. Hier lebt eine Herde Ziegen und zahlreiche Schweine stehen oder liegen in einem grossen Stall. Ingenieure Lopez ist auch anwesend und erlaubt mir, das umliegende Gelände abzusuchen. Allerdings solle ich nicht in die Büsche wegen der Schlangen! Kein Calou weit und breit.  Ernest ist derweilen in Cartagena und versucht Bob aus dem Hafen rauszubekommen. 


Mit Victor, einem Taxifahrer fahre ich in die Stadt und hinterlasse Flyers im Balboa Yachtclub und im Hotel Albrook Inn. Alle sind bestürzt über die Tatsache, dass Calou weg ist. Gegen Abend fahren wir nochmals zum Universitätsgelände und können auch noch tiefer ins Gelände einfahren. Auch Ingenieure Lopez hat heute keinen Calou gesehen. Wieder ein erfolgloser Tag und trotzdem fasse ich wieder Mut nach folgendem Mail des Tierkommunikators: „Anbei nun die heutige Telekommunikation mit Calou. Ich glaube die Gespräche und die Engel haben Calou Mut gemacht. Er wirkt fit und läuft im Gelände umher. Anbei auch eine aktuelle Ortung. Aufgrund des Fotos mit Farah habe ich sie auch noch kurz angefragt. Sie sagte sie habe auch Kontakt zu Calou. Er sei aber "än glattä Vogel". Sie glaubt er sei so sehr mit sich beschäftigt gewesen, dass er Susanne gar nicht wahrgenommen habe. Sie glaube aber, dass wir schon am richtigen Ort suchen würden und dass wir kurz vor dem Ziel seien.“
Die heutige Suche konzentriere ich wieder rund um den Flughafen und tatsächlich bekomme ich am Nachmittag die Meldung, dass Calou gesehen und auf dem Flughafendach auch fotografiert wurde. Obwohl ich im Flughafengebäude war, ruft man mich nicht, sondern versucht Calou einzufangen. Natürlich erfolglos und er ist wieder abgehauen…. aus lauter Angst nehme ich an.



Die starten sofort eine Suchaktion per Helikopter!!!! Aber bitte, wie findet man von oben einen Hund in einem Gebiet mit viel Grünzeug und im ärmlichen Ort Tocumen, alle Häuser ineinander geschachtelt, mit vielen streunenden Hunden, viele gleich gross wie Calou und mit ähnlicher Fellfarbe…… Ich bin total sauer aber auch erleichtert, Calou lebt. Aber auch meine Suche bleibt erfolglos. Ich beschliesse, die heutige Nacht auf dem Flughafen zu verbringen. Jemand hat herausgefunden, wo und wie Calou auf das Dach des Flughafens gelangt ist. An diesem Ort harre ich von abends 22 Uhr bis morgens 8 Uhr aus. Eine streunende schwarze Hündin leistet mir Gesellschaft und frisst natürlich auch das für Calou bestimmte, ausgelegte Futter. Zudem klaut die mir noch einen Hotdog aus der Tasche – wäre auch für Calou gewesen. Calou taucht aber heute Nacht nicht auf.
Ich nehme mit der Hundetrainerin Kathy per Internet und Telefon Kontakt auf und bitte sie mir bei der Suche zu helfen. Sie spricht sehr gut englisch und ist mit der Gegend vertraut. Sie will ebenfalls die Organisation Angels of Animals einschalten. Kathy will morgen vorbei kommen ins Hotel und wir wollen das weitere Vorgehen besprechen. Ich gehe wieder ins Unigelände, suche und rufe und gehe zu Fuss zurück zum Hotel in der Hoffnung, Calou nimmt meine Spur auf. Bis spät um Mitternacht bin ich wieder auf dem Flughafen – immer noch kein Calou.l
Mit Kathy fahren wir im Dorf Tocumen herum und suchen nach Calou.


An vielen Orten bringen wir weitere Flyers an und erkunden uns, ob Calou gesehen wurde. Drei Jungs sind tatsächlich der Meinung, sie hätten Calou gesehen. Wir geben ihnen den neuen Flyer mit dem Vermerk eines Finderlohns von US 500.- und sofort machen sie sich mit grossem Gegröle auf die Suche….. so fängt oder findet man bestimmt keinen Hund.
Ich habe schon das Gefühl, dass ich immer zur falschen Zeit am falschen Ort bin nachdem ich folgende Meldung per Mail erhalten habe: „Hallo Frau Lang - Man sollte auf das Dach des Flughafens steigen und mal sehen wo der Kerli hinauf und hinunterkommt. Er war nämlich letzte Nacht so ca. um 3.00 Uhr wieder auf dem Dach. Sagen sie das Mal ihrer Freundin. Ich wünsche ihnen einen schönen Abend. EL“.
Heute muss Kathy arbeiten. Sie arbeitet bei Copa als Hostess und erzählt mir, dass sie bereits am zweiten Tag nach dem Verschwinden von Calou der Direktion von Copa ihre Hilfe angeboten hat. Sie meint, als Hundetrainerin hätte sie gute Chancen gehabt, Calou schneller zu finden.
So suche ich heute selber weiter und begebe mich erst einmal zum Parkplatz beim Flughafen und dann zurück zum Hotel. Am Nachmittag setze ich mich in den Garten und versuche mein Buch zu lesen. Ich werde langsam müde und kann immer noch nicht gut schlafen in der Nacht.  

Kurzgeschichte 03/13 – Gespräche zwischen Tierkomunikator Paul und /Calou vom 11.und 12.02.2013
11.02.2013: Erster Eindruck: Calou wirkt gefasst, sehr müde und hungrig.

Hallo Calou. I bi dä Paul, än Tierkommunikator. Dini Familie hät mich beuftreit mit Dir Kontakt uf z'neh. Wötsch mit mir redä?

Jo.

Wie gots Dir?

Müed. I chan do nöd guet schlofä, han immer eis Aug offä und fühl mi do nöd so wohl ällei.

Dini Familie vermisst Dich sehr und sie wönd Dich unbedingt finde.

Wo sind sie dänn? I sueche sie scho sit Tagä! Die Mensche händ mini Box g'öffnet und i han denkt sie chömed mich döt go holä. Sie sind aber nöd döt gsi und dänn bin i wegglaufä und han sie gsuecht. I han sie gspürt, sie sind ganz i minere Nöchi gsi, aber i han döt nöd here chöne.

Die Mensche döt händ Dini Familie nöd zu Dir loh, sie händ alles versuecht. Das sind Regle wo mir au nöd verstönd... Chasch Du üs beschriebä wo Du jetz bisch?

Jo i glaub scho.

Bisch Du wiet vom Flughafä wegglaufä?

Nei. Aber es isch mir döt z'lut gsi und äs sind überall Auto umägfahrä und i han nirgends Ruhe gfundä.

Chasch mir beschriebä wo Du durä bisch?

Zerscht bin i in ere grossä Hallä gsi, wo überall Chischtä und Karton umägstandä sind. Nochher bin i döt zur Türä us uf än Platz cho wo umgeh gsi isch mit ämä grossä Zaun. Döt sind aber immer Lastwägä inä und usägfahrä und i han eifach chönä usäspatziere. I bi dänn dä Stross noglaufä. Die Stross hät nur eimol ä Kurve gmacht und isch dänn mehr oder weniger grad verlaufä. Links und Rechts häts kargi Wiesä. Die Stross führt vom Flughafä weg.
Isch das ä teereti Stross gsi oder mit Chies oder eifach Erde?

Zerscht isch sie teeret gsi, dänn Erde. Isch ä recht staubigi Sach do.

Wo bisch dänn here?

Eifach dä Stross no bis zu ä paar Barackä. Döt sind mängisch äs paar Mensche, aber sie sind nöd dä ganz Tag döt. Döt stönd Auto umä und än Traktor. I liegä jetzt unter ämä chlinä Hüsli mit Blechwänd und Dach. Es isch nöd ganz so höch wie än Mensch und do stoht au ä Maschine, weiss aber nöd was das genau isch. Und äs hät än grossä Pneu do. Die Maschine isch ziemlich roschtig und dä Pneu isch scho alt. Es isch zwor heiss do, aber wenigschtens git mir dä Unterstand chli Schattä.

Wie lang bisch Du öpä glaufä bis döt härä?

Hm, viellicht ä halb Stund. Aber i han immer wieder umeglueget und d'Umgebig erkundet.

Chasch üs d'Distanz nenne?

Also i gseh dä Flughafä immer no. Au d'Flüger ghör i do. Aber nümä so luut wie uf däm Platz bim Flughafä.

I welli Himmelsrichtig bisch denn glaufä?

I bi mir nöd sicher, glaub Oschtä. I bi aber nöd so dä Hirsch mit Himmelsrichtigä.

Dini Familie hät Flyer usghänkt am Flughafä, damit Dich d'Lüüt erkenned. Isch es Dir möglich zrug z'go zu däm grossä Gebäude und Dich döt dä Mensche z'zeigä? Sie wüssed dänn wer Du bisch und sie holled dänn grad Dini Familie. Vielleicht versueched sie Dich feschtz'haltä oder i'zfangä. Gang doch eifach zrugg döt zum Flughafä-Gebäude und blieb ganz nöch döt zue. Wenn Dini Familie chunt go luege wirsch sie ghörä.

Hm, i weiss nöd recht. I han kei Vertraue i die Mensche.

Das verstohn i Calou. Aber wenn Du Dini Familie schnell möchtsch wieder gseh, dänn wär das sicher die schnellscht Variante. Wenn Dich d'Mensche döt gsehnd, rüefeds Dini Familie grad und sie händ mir gseit, sie chönd innert ärä Stund döt bim Flughafä si. Vertrau mir Calou. I schickä Dir än Engel wo Dich zu dä richtigä Mensche leitet und Dir hilft, dass Du schnell wieder zu Dinere Familie chunsch.

Ok. I gang döt zum Flughafä zrugg und zeig mi dä Mensche. Schick mir viel Kraft und Muet. Das brucht chli Überwindig für mich.

Klar, das mach i! Bruchsch Du süscht no öpis?

Nei. I möcht eifach zu minere Familie zrugg. Säg ihnä, sie sölled so än Stick mitbringä, wo i so gern han. - Und Wasser!

(Er zeigt mir ein Trockenfleisch-Stick. Sieht aus wie ein Würstchen...) Klar, i säg ihnä das.

Dankä für s'Gspröch.

 

12.02.2013: Erster Eindruck: Calou wirkt müde und auf eine gewisse Art aber auch entspannt. Es wirkt so, als erwarte er seine Familie und freue sich auf das baldige Wiedersehen.

Hallo Calou. Dörf i nomol mit Dir redä?

Klar.

Wie gots?

Müed! Es isch sooo heiss do, das schafft mi richtig.

Wo bisch dänn jetzt?

Unter däm Unterstand, won i Dir geschter beschriebe han.

Bisch nöd zum Flughafä gangä?

Doch. Geschter z'Obig hät mich än jungä Maa vo do vertriebä. Er hät mich mit ämä Stock weggjagt. Zerscht hät er mir äs Brötli mit Butter geh zum fresse und won er wieder zu dä Barackä us cho isch, hät er mir gseit im müess jetz go. Dänn hät er mi mit äm Stock weggjagt. I bi sofort ufgstandä und bi ä chli vo dä Barackä wegglaufä und das hät ihm schoglanget. Wäli dänn sowieso scho uf dä Bei gsi bin, bin i zum Flughafä glaufä. Es sind äs paar Lüüt döt gsi und i bi zu dä eintä here. Ä Frau hät mich gstriechlet, isch aber dänn is Auto gstiege und weggfahrä. Uf ärä andere Sietä hät än Maa Chübelsäck in än Lastwagä gladä. Au dä hät mi nöd richtig wohrgnoh. I han dänn kei Luscht meh gha und bi wieder zrugg. Jetzt wart i do. I gseh vo do uf dä Weg (Stross) und würd gseh, wenn mini Familie chunt. I freu mi riesig uf sie!

Ok. Dänn blieb jetz bitte döt bi däm Unterstand. Mir glaubed z'wüssä wo Du bisch und händ Dich uspendlet. D'Susanne chunt hüt um dä Mittag umä mit äm Flüger a und chunt Dich go hollä. Los und gspür bitte ab äm Mittag ganz fescht, öb Du sie wohrnimmsch.

Klar, das mach i.

Wenn Du sie gspürsch, chasch ihrä jo au in Richtig Flughafä entgegelaufä.

Mach i.

Also, dänn wünsch i Eu beidnä viel Erfolg, dass ihr Eu ganz schnell finded und Du wieder bi dä Familie bisch.

I schicke Dir no d'Engel, damit sie Dich und d'Susanne leited und Eu zämä führed. Übrigens, d'Susanne hät s'Würschtli däbi! ;-)

Dankä. :-)

 

13.02.2013: Erster Eindruck: Calou wirkt heute wieder etwas fiter als gestern. Ich habe das Gefühl er hat irgendwo gefressen...

Hallo Calou. Dörf i nomol mit Dir redä?

Jo.

Wie gots?

Hüt gots mir guet! Bi am umäspatziere...

Wie meinsch das?

I mag nümä umähockä und warte. Drum bin i jetzt am umäluege. Chunt d'Susanne hüt mich go hollä?

Klar! Sie sehnt sich sehr noch Dir! Chasch Du üs sägä wo Du bisch?

Hüt Morge frühe bin i wieder bi därä Baracke gsi. Döt isch ä jungi Frau gsi. Sie hät blaui Hosä (vermutlich jeansartig) a und ä knallrots Oberteil. Sie hät mir öpis z'Fresse geh und isch öpis go holä und dänn grad wieder weggfahrä mit äm Auto. Sie hät mir au chli Wassergeh vo ihrer Trinkfläschä.

Und wo bisch dänn jetzt?

Am Umälaufä...

Dörf ich Dich orte?

Klar, aber i bi am laufä...

Hm, das wird schwierig. Chasch Du zum Flughafägebäude härä cho? Döt wo dä gross überdacht Parkplatz isch? Lauf doch am beschte is Flughafägebäude. Die Lüüt vo dä Fluggsellschaft kenned Dich jo und äs hät überall Flyer vo Dir. D'Mensche werde Dich sicher gseh und dä Susanne rüefe.

Häsch gmerkt, dass i wieder Muet gfasst han, gell? Weiss nöd öb i scho so viel Muet han, aber i versuechs mol. Allerdings muess i zerscht wieder luege, wie i döt fürä chumä...

Dä Stross no? ;-) Schmöcksch eigentlich nüt vo dä Susanne? Sie isch geschter stundälang bi däm Weiher und bi dänä Barackä umäglaufä. Findsch kei Spur vo ihre?

Hm, nei. I schmeck sie nöd...

Hm... Dänn händ mir vermuetlich di Falsch spur vo Dir... Bisch dänn Du jetz i dä Nöchi vom Flughafä?

Jo. I gseh d'Flüger amigs landä und startä...

I tuen Dich jetz nomol ortä und gib dä aktuelli Standort dä Susanne durä. Versuech bitte zum Flughafägebäude z'cho. Döt wo viel Mensche mit Koffere durelaufed.

Anmerkung sf: Calou wurde am 14.2. auf dem Dach des Flughafens gesehen und fotografiert – er ging zurück zum Flughafen!!


2013


Cartagena/Kolumbien - Panama/Tocumen


km

18.02.2013/Mo


sf Panama/Tocumen - ef Cartagena


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19.02.2013/Di


sf Panama/Tocumen - ef Cartagena


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20.02.2013/Mi


sf Panama/Tocumen - ef Cartagena


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21.02.2013/Do


sf Panama/Tocumen - ef Cartagena


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22.02.2013/Fr


sf Panama/Tocumen - ef Cartagena


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23.02.2013/Sa


sf Panama/Tocumen - ef Cartagena


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24.02.2013/So


sf Panama/Tocumen - ef Cartagena


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Wochenbericht 18.–24. Februar 2013 / Cartagena/Kolumbien – Panama/Tocumen
Von Jorge bekomme ich die Meldung, dass Calou heute Morgen wieder in der Nähe der Cargoaera gesichtet wurde. In dieser Gegend werden auch die Mahlzeiten für die Flüge vorbereitet und es fällt immer etwas für streunende Hunde ab. So fahre ich mit dem Shuttlebus zum Flughafen. Wieder ist natürlich eine Bewilligung notwendig damit ich ins Flughafengelände darf. Nach etwa zwei Stunden fahren zwei Copamitarbeiter mit mir zum Busdepot.


Von dort aus geht es mit einem grossen Bus zur Cargoaera und zum Gate 15. Den Bus darf ich zwar verlassen, darf mich aber nicht davon entfernen und so bleibt mal wieder nur rufen und pfeifen. Nach einer guten Stunde fahren wir wieder, ohne überhaupt einen Hund gesehen zu haben, zurück zum Busdepot. Wieder eine erfolglose Suche. Soll ich glauben, wo Calou anscheinend überall gesehen wird, müsste er sich in einem sehr grossen Radius bewegen. Nur glaube ich nicht immer daran, dass es sich beim vermeidlich gesehenen Hund tatsächlich immer Calou handelt.
Manchmal können wir auch einige Witze per SMS machen – dies wohl zu unserer aller Aufmunterung! SMS von Daniela: „Gerade habe ich von Frau K. eine Ortung erhalten: Bei den Bäumen rechts vom Hotel, also ganz nahe bei Dir. Calou hat wohl ein gutes Hundeleben. Susanne in der Nähe und eine Hündin die er vielleicht decken kann. Die schwarze Hündin hat vermutlich kein festes Zuhause. Wenn die Hündin läufig ist, wird Calou so lange nachgehen, bis er darf. Hat er denn noch nicht gemerkt, dass es nicht Farah ist!“. Meine Antwort:

„Calou ist ein Blödmann, ich weiss!“ Daniela: „Dä Foifer und s Weggli. Und danach hast du viele kleine Calous die Du zum Distelweg bringen kannst und dazu eine neue schwarze Hündin. Ich beantrage schon mal einen eigenen Robidog! Auch die heutige Suche in der Gegend des Flughafengebäudes leider erfolglos – niemand hat ihn gesehen.

Kathy und ich sind wiederum auf der Suche im Dorf Tocumen. Ich habe das heulende Elend und weine wie ein Schlosshund ob all der erbärmlichen Kreaturen. Mitten auf der Strasse finden wir ein Hundebaby, geschätzte 2 Wochen alt. Das arme Tierchen ist voller Flöhe, Läuse und Zecken. Kathy zögert nicht, steigt aus dem Auto und packt den kleinen Hund ins Auto.  Es bekommt von uns gleich einen Namen und wird Calouha genannt. Dann bekommen wir noch eine ganz erbärmliche Kreatur in einem Garten zu Gesicht.


Der Hund liegt in der Sonne, ist bis auf die Knochen abgemagert, hat kein Fell mehr und wird offensichtlich nicht gefüttert und es steht weit und breit auch kein Wassertopfit. Es gibt da auch noch zwei andere Hunde, die sind gut genährt. Kathy spricht mit den zwei anwesenden jungen, sehr ungepflegten Frauen und bringt in Erfahrung, dass der arme Hund ihrem Onkel gehört. Die Hündin wird nicht mehr gefüttert weil sie krank ist! Kathy fragt, ob wir das Tier mitnehmen können und zum Tierarzt bringen dürfen. Dagegen hat niemand etwas einzuwenden und Kathy trägt das Tier ins Auto. Es kann nicht einmal mehr alleine stehen, so schwach ist es. Es muss eine recht grosse und stattliche Hündin gewesen sein. Auf der Fahrt zum Tierarzt taufen wir den Hund Xenia Ophra. Beim Tierarzt ist man ebenfalls sehr erschüttert über den Zustand des Tieres. Sie wird erstmals gebadet und dann untersucht, geimpft und gefüttert. Leider sind die Chancen nicht sehr gross, dass das Tier überleben wird – aber die Tierärztin Frau Dr. Letti versucht alles. Der Hund wird in eine grosse, mit Decken ausgelegte Box gelegt und schläft erschöpft ein. Gegen Abend kann ich noch an einem Schutzhundetraining von Azael, Kathys Mann, teilnehmen. Ebenfalls zugegen sind Gerardo und Erika, Journalisten/Fotografen. Grundsätzlich machen sie eine Reportage über das Schutzhundetraining. Als sie von der Geschichte von Calou hören, wird sofort auch ein Interview mit mir gestartet – soll im Fernsehen ausgestrahlt werden.



Kathy bringt mich zurück zum Hotel und ich gehe wieder auf die Suche nach Calou, er soll in der Nähe des Flughafens beim Bach sein, bekomme ich per SMS zu wissen. Wieder ein Tag, ohne Calou gesehen zu haben. Am Abend telefoniere ich mit Ernest und sage ihm, dass ich mit meinen Nerven langsam am Ende bin und so oder so die Reise nicht mehr weiter machen möchte. 

Wieder bin ich mit Kathy unterwegs, im Unigelände, in Tocumen und auf dem Flughafen. Gegen Mittag fahren wir zu ihr nach Hause und ich lerne auch ihre kleine, 7 jährige Tochter Sarah kennen. Im netten Einfamilienhaus wohnt Kathy mit ihrer Familie. Ebenfalls zur Familie gehören mindestens 7 Hunde, ein grosses Pittbullweibchen namens Ashley, diverse Chihuahuas, ein Pinscher und ein Dobermann.


Azael ist berufsmässig Hundetrainer. Er bildet Schutzhunde für Sicherheitsfirmen oder auch amerikanische Familien aus. Nach dem Mittagessen nimmt mich Kathy mit zu zwei Trainingsstunden bei amerikanischen Familien. Bei der ersten Stunde holt Kathy den Hund bei der Familie ab und sie trainiert den Hund gleich vor dem Haus in der parkähnlichen amerikanischen Wohnsiedlung. Dem Hund wird „Sitz“ und „Fusslaufen“ beigebracht – ohne Besitzer! Die Stunde dauert etwa 20 Minuten und dafür bekommt Kathy 50 Dollar – kein schlechter Stundenansatz für Panama. Bei der zweiten Familie wird der junge Labrador gleich im kleinen Einfamilienhausgarten „trainiert“ – auch er lernt „Sitz, Platz“ und wird an die Leine gewöhnt. Auch hier wieder ohne Besitzer! Andere Länder, andere Sitten! Am Abend machen wir zusammen mit Azael eine „Tour“ Rund um den Flughafen. Wir begeben uns auch zur Cargoaera und zum alten Flughafengebäude. Hier können wir uns sinnigerweise wieder einmal frei bewegen. Auch beim Gate 15 wird noch ein Halt eingeschaltet - irgendwo muss Calou doch sein – aber auch heute keine Spur von ihm! Habe mit Ernest abgemacht, dass ich noch bis Sonntag suche und am Montag dann nach Cartagena fliege. Kathy und eine Samantha (treffen wir morgen) werden Calou weiter suchen und sie ist immer noch überzeugt, dass er gefunden wird. Leider ist heute die grosse Hündin in der Tierklinik für immer eingeschlafen.           
Zu dritt sind wir heute Freitag auf der Suche in den gewohnten Gebieten. Auf dem Unigelände waren wir bei Mr. Lopez – Kathy überlegt sich, Schafe zu kaufen. Zusammen mit Azael besitzt sie ein 6000m2 grosses Gelände ausserhalb der Stadt wo einige Schafe Platz hätten. Auf diesem Gelände trainiert Azael seine Hunde. Es werden auch Ferienhunde aufgenommen welche von einem Inder, der sich permanent auf dem Gelände aufhält, betreut werden. Calouha, der kleine Babyhund ist jetzt bei Samantha und ihr geht es sehr gut und sie gedeiht prächtig. Bis Mittag sind wir unterwegs und leider keine Spur von Calou. Am Nachmittag um 14 Uhr habe ich ein Treffen mit Mr. M. (Direktor) vereinbart. Ich stehe um 15 Uhr immer noch am verabredeten Ort. Ich koche vor Wut und kann einfach nicht verstehen, dass man mich so hängen lässt. Jorge versucht, ihn aus dem Büro zu locken, aber er zeigt sich nicht. Dafür schickt er Mr. L., verantwortlich für den Gepäckservice. Als er mich sieht, ist er sehr erstaunt und meint, er hätte gehört, dass Calou schon lange gefunden sei und die Sache erledigt wäre – so viel zur internen Kommunikation von Copa Airlines! Ich will heute den Kennel von Calou mitnehmen, damit ich ihn am Sonntag Kathy abtreten kann. Der Kennel steht in einem Büro der Copa und ich werde mal in den Aufenthaltsraum der Copa-Mitarbeiter (Boden- und Flugpersonal) gesetzt und bekomme einiges mit, was da gesprochen wird. Mir macht es den Eindruck, dass die Stimmung sehr schlecht ist und auch meine Anwesenheit hält keinen davon ab über andere zu schimpfen und zu lästern. Mit dem Kennel fahre ich im Shuttlebus zum Hotel. Ich muss wieder heulen was das Zeug hält. Nach einem Gespräch mit Ernest geht es mir etwas besser und ich setze mich in den Garten und trinke einen Fruchtpunsch ohne Alk – mein Standartgetränkt in den letzten Tagen. Gegen Abend marschiere ich nochmals zum Unigelände, pfeiffe, rufe – kein Calou. Gehe relativ früh ins Bett, denn morgen um 06.30 Uhr gehen wir wieder auf Tour, zusammen mit Samantha und weiteren zwei Frauen von Sinaproc, einer Organisation, welche unter anderem gefundene Hunde aufnimmt und weiter vermittelt. Kathy hat am Samstag und Sonntag Dienst und ich werde sie erst am Sonntagnachmittag wieder sehen.
„Calou ist im oder auf dem Flughafengebäude, vielleicht hat er das Fressen entdeckt - Viel Glück bei der Suche“ schreibt Frau K. So fahren wir alle zusammen zuerst zum Flughafen und dann wieder nach Tocumen. Irgendwie haben die Frauen von Sinaproc und Samantha nicht ganz die gleiche „Wellenlänge“ und bald sucht jeder für sich! Samantha zeige ich, wo Calou im Flughafenareal aufs Dach des Flughafengebäudes gelangen kann. Wir marschieren einfach auf die Baustelle. Niemand nimmt von uns Kenntnis oder wundert sich, was da zwei Frauen auf der Baustelle machen. Samantha spricht einige Arbeiter auf Calou an und drückt denen Flyers in die Hand. Einer meint, Calou kürzlich gesehen zu haben – Hoffnung keimt auf.
Die ganzen Nächte habe ich natürlich nicht gut geschlafen und bin immer früh wach. So gehe ich wieder um 5 Uhr, ist noch dunkel, auf das Unigelände. Mit der Zeit habe ich die Furcht vor Schlangen und anderem Getier verloren und wage mich auf einer Nebenstrasse recht nahe zum Weiher und zum Tierunterstand. Trotzdem erschrecke ich kurz, da auf einmal ein Pferd etwa 2 Meter neben mir steht – ich habe es absolut nicht gehört und auch als es wegläuft ist nichts zu hören. Bevor ich wieder ins Hotel gehe, mache ich noch eine Tour rund um das Hotelgelände, irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass Calou in der Nähe sein muss. Jorge ruft an und meldet, dass er immer noch sucht und wir die Hoffnung, Calou zu finden, nicht aufgeben sollen. Gegen Abend kommen Kathy, Sarah und Samantha ins Hotel und holen den Kennel ab. Mir ist elendig zu Mute als der Kennel in das Auto verfrachtet wird. Wir verabschieden uns alle unter Tränen und die Frauen geloben, Calou zu finden – ihre Zuversicht und Ihr Glaube sind bewundernswert. Natürlich hoffe ich auch insgeheim, dass Calou gefunden wird. Genehmige mir einen Drink an der Bar – mit Alkohol!

 

Kurzgeschichte 04/13 – Meine Zeit ohne Susanne in Cartagena
Dieser Bericht wird noch nachgeliefert/ef. Leider bis heute noch nicht verfasst!!




2013


Cartagena/Kolumbien


0

25.02.2013/Mo


Panama - Flug nach Cartagena (sf)


15

26.02.2013/Di


Cartagena


0

27.02.2013/Mi


Cartagena


0

28.02.2013/Do


Cartagena


10

01.03.2013/Fr


Cartagena - Hafen


20

02.03.2013/Sa


 Cartagena - Ausflug Baru


0

03.03.2013/So


Cartagena


0



Wochenbericht  25. Februar – 03. März 2013 / Panama - Cartagena/Kolumbien
Mit dem Shuttlebus fahre ich zum Flughafen. Viele Shuttlebusfahrer, die unsere Geschichte mit Calou kennen, sind mit mir traurig, dass er nicht gefunden wurde. Einige von ihnen haben sich an der Suche ebenfalls beteiligt und während ihren Fahrten Ausschau gehalten. Nach dem Check-in gehe ich zum Gate und mich übermannt wieder das heulende Elend. Genau an dem Gate, wo Calou das letzte Mal auf dem Dach gesehen wurde, muss ich in den Flieger. Dazu kommt noch, dass meine Boardingkarte von Elsy kontrolliert wird. Sie sagt lediglich „hi“ – kein Wort der Entschuldigung oder des Bedauern über den Vorfall, nichts. Sie ist diejenige, welche Calou am 4.2. aus dem Kennel gezerrt hat. Irgendeine Reaktion hätte ich schon erwartet. Der Flug ist ruhig und kurz. Am Flughafen holt mich Ernest ab – er kommt mit Bob. Irgendwie ist es wie ein Nachhause kommen – nur eben, einer fehlt! Ernest hat in der Zwischenzeit einige Reparaturen vorgenommen und schon einige Nächte im Fahrzeug geschlafen. Bob wurde an der Wohnkabine und bei der Aufhängung während der Überfahrt von Colon nach Cartagena leicht beschädigt.


Wir fahren zum Strand. Es windet stark, was aber sehr angenehm ist in Anbetracht der Temperatur von etwa 32 Grad. Ernest ist bereits mit Ernesto de La Rota in Kontakt getreten und hat den Rücktransport von Bob nach Europa organisiert. Bob soll am 1. März im Hafen abgegeben werden für die Abfahrt am Sonntag, 3.3. So bleibt uns noch Zeit, das Fahrzeug „schiffstauglich“ zu machen. Die Nacht verbringen wir auf einem Hinterhof bei Tom auf einer Baustelle.
Bob lassen wir nochmals einen Tag auf dem Baustellengelände stehen und begeben uns zu Fuss zum Frühstück bei McDonald. Die Internetverbindung ist dort sehr gut. Am frühen Nachmittag steigen wir nochmals in den Stadtrundfahrtenbus und fahren in die Stadt. Entlang der Stadtmauer steht ein anderes Wohnmobil und wir entscheiden, morgen ebenfalls hierhin „umzuziehen“.
Mit Bob fahren wir zu einem Shoppingcenter um Geld zu beziehen und dann weiter an die Calle 31 zur Stadtmauer und parken dort. Hinter der Stadtmauer auf gleicher Höhe befindet sich das 5-Sterne-Hotel Charleston Santa Teresa mit guter Internetverbindung. Hier genehmigen wir uns leckeren Apéro und nehmen auch gleich das Nachtessen ein. Da Bob grundsätzlich am 3.3. verschifft werden soll, suchen wir noch eine Bleibe für die Zeit bis zu unserem Abflug. Zu Fuss begeben wir uns zum Quartier „Getsemani“ und klappern einige, im Lonely Planet aufgeführte Hostals ab. Keines kann uns überzeugen und wir entschliessen uns, die letzten Nächste dann wieder im Pueblito Playa zu verbringen. Von de la Rotas erfahren wir gegen Abend, dass Bob doch nicht am 3.3. verschifft wird – das nächste Schiff geht erst am 18.3.! Da wir aber in der Zwischenzeit unsere Flüge zurück in die Schweiz gebucht haben, muss Bob vor unserem Abflug am 7.3. bereits zum Hafen gebracht werden. Ein Fahrzeug darf nur vom Besitzer, welcher im Fahrzeugausweis eingetragen ist, kurz vor der Abfahrt des Schiffes in den Hafen eingefahren werden – ein gröberes Problem, das noch gelöst werden muss. Heute sind Kreuzschifffahrt Touristen in der Stadt unterwegs und die Kutschen und Restaurants haben Hochbetrieb. Ebenfalls an der Calle 31, wo unser Bob steht, herrscht ein reger Betrieb. Hier warten alle Touristenbusse, welche die Gäste dann wieder zurück zum Kreuzfahrtschiff bringen – wir werden gerade mal noch so geduldet.


Ein junger Mann klopft an unsere Tür und stellt sich als Alberto vor. Er zückt seine Schweizer ID und erklärt uns, dass er sowohl Kolumbianer, Italiener und Schweizer ist. Mit seiner Freundin lebt und arbeitet er seit einigen Jahren in Cartagena. Seine Mutter besitzt auf der Halbinsel Baru, in der Nähe des Parque National Natural Corales del Rosario ein Hotel, dieses wiederum wird von seinem Bruder geführt. Natürlich erzählen wir bei ein paar Dosen Bier unsere Geschichte von Calou und auch, dass es mit Ernesto de La Rota nicht ganz so läuft wie es sollte. Alberto bietet sich an, mit ihm zu sprechen. Zudem lädt er uns spontan auf ein Wochenende auf die Insel Baru ein. Wir wollen uns dies noch überlegen, da wir uns nicht so sicher sind, dass wir Bob zwei Tage alleine hier mitten in der Stadt stehen lassen wollen.
Nach einem weiteren Bummel durch die Stadt fahren wir nochmals ins Büro von de la Rotas und erfahren, dass wir Bob möglicherweise am Dienstag in den Hafen fahren können, Abklärungen würden laufen. Einen Teil des Papierkrams sollen wir bereits versuchen am Montag zu erledigen. Das ganze Prozedere sei zwar etwas schwierig, da es grundsätzlich nicht möglich sein, ein Fahrzeug so lange im Hafen stehen zu lassen, aber er tue sein Bestes. Er teilt uns auch noch mit, dass das Schiff, welches am 18.3. unseren Bob hätte mitnehmen sollen, Cartagena nicht anläuft und die Abfahrt mit dem nächsten Schiff erst am 23.3. erfolgen soll! Ernesto fragt so ganz nebenbei, wer dieser Alberto sei, der in unserem Namen angerufen hat. Wir erklären, dass es unser Kolumbianischer Freund ist, den wir schon länger kennen würden! Es ist gut Freunde zu haben, denn auf einmal geht es konkret vorwärts. Am Samstagmorgen früh fahren wir mit einem Taxi zum Hafen Santa Cruz, wo wir mit Alberto verabredet sind. Wir haben uns entschlossen, für einen Tag zusammen mit Luce und Alberto zur Halbinsel Baru zu fahren.


Ein schnittiges, topmodernes Speedboot mit ca. 30 Sitzplätzen fährt uns in ca. 1.5 Stunden, zuerst durch die Lagune vorbei an der Landzunge Bocagrande, zwischen dem Castillo de San Jose und San Fernando auf die offene, ruhige See zur Halbinsel Baru. Hübsche kleine Hotels und Anwesen säumen die Küste. Wir werden wahrlich fürstlich verpflegt. Zuerst gibt es ein feines Frühstück und nach einer ausgiebigen Siesta im Liegestuhl am kleinen Sandstrand ein kulinarisch hochstehendes Mittagessen. Es ist wie ein Ferientag in der Karibik, Ernest schläft und ich lese in meinem historischen Roman „Die Erben der schwarzen Flagge“. Gegen 16 Uhr werden wir abgeholt und mit dem Boot geht es wieder zurück Richtung Cartagena. Alberto und Luce bleiben noch bis Sonntagabend. Zuerst fahren wir an der legendären Baru-Wasserdisco vorbei. Hier stehen heute nur einige wenige Yachten, alle mit ihren grossen Musikanlagen, angetaut bei den Palapawasserbars. In der Hochsaison soll hier der Teufel los sein. Jedes Boot versucht die Lautstärke der Musik der anderen Boote zu überbieten und die jungen Menschen feiern Party auf ihren Schiffen wie an keinem anderen Ort in Kolumbien. Die See ist unruhig geworden und wir fahren im schnittigen Tempo durch und über die hohen Wellen – der Kapitän hat sein Boot absolut im Griff und trotzdem wird ein Grossteil der Gäste nass, sehr nass sogar. Es war ein toller, abwechslungsreicher Tag – wir haben es genossen und konnten unseren Kummer um Calou etwas vergessen. Langsam müssen wir daran denken, Bob reisefertig zu machen. Da wir so langsam von den vielen Bussen mit den Kreuzfahrergästen eingekesselt werden, entschliessen wir uns, den Platz zu verlassen und erst einmal zu versuchen, irgendwo unsere Tanks zu entleeren. Kein einfaches Unterfangen, da wir bis anhin noch keine Tankstelle mit Dumpingstation gefunden haben. Wir fahren nordwärts, manchmal durch überflutete Strassen. Das Meer ist sehr rauh und die Wellen überspülen teilweise sogar die Küstenstrasse. Bald aber entdeckt Ernest eine Baustelle mit Kiesgrube – ein idealer Ort. Es ist niemand zugegen und so ist diese Sache schnell erledigt. Grundsätzlich wollen wir einen anderen Platz aufsuchen um dort die Reinigungsarbeiten zu beginnen. So fahren wir die „Stadtrundfahrtenstrecke“ ab – diese haben wir langsam intus. Wieder bei der Altstadt angelangt sehen wir erfreulicherweise, dass alle Busse schon wieder weg sind und so stellen wir uns wieder an unseren Stammplatz. Nach getaner Arbeit gibt es wieder ein feines Nachtessen in der Altstadt.

Kurzgeschichte 05/13 – Geschichte von Cartagena
Die Stadt wurde am 1. Juni 1533 von Pedro de Heredia gegründet. Sie gilt in der Geschichte als eine der ersten spanischen Stadtgründungen im Norden Südamerikas und erlebte ein schnelles Wachstum als wichtiger Hafen für die Schifffahrt des Kontinents. Die spanische Flotte kam zweimal jährlich von Sevilla oder Cádiz nach Cartagena, um hier spanische Waren wie Waffen, Rüstungen, Werkzeug, Textilien und Pferde zu vermarkten und Gold, Silber, Perlen und Edelsteine zu laden, bevor sie nach Puerto Bello und Santo Domingo den Weg fortgesetzt hat.
Auch die niederländischen und englischen Sklavenschiffe, soweit sie überhaupt in spanische Häfen in Amerika einlaufen durften, mussten nach Cartagena. Aus diesem Grund wurde Cartagena häufig von Piraten attackiert und geplündert, beispielsweise 1585 durch Sir Francis Drake, 1697 von Sir Bernard Desjean, Baron de Pointis und Jean Baptiste Ducasse. Nach dem Einfall Drakes befestigten die Bewohner die Stadt durch einen 11 km langen Schutzwall und die riesige Wehranlage San Felipe. Die Einfahrt in die Bucht säumten fortan zwei Forts, San José und San Fernando, die nur schwer zu überwinden waren.



Auch die Kirchen in der Stadt gleichen Wehrbauten. 1575 bis 1585 wurde an der Kathedrale gebaut, 1570 bis 1612 wurde das Kloster Santo Domingo errichtet; im 17. Jahrhundert kam das Jesuitenkloster La Compania hinzu. Schon 1610 wurde die spanische Inquisition auch in Cartagena eingeführt, die 1770 einen eigenen Palast bezog und hier eine mächtige Rolle spielte. Cartagena wurde als die Perle von Las Indias bezeichnet, galt nach einem Überfall englischer Piraten 1741, gegen den sich Cartagena behaupten konnte, zeitweilig als uneinnehmbar und als das Beispiel spanischer Militärarchitektur. Die gelagerten Schätze, die nach Spanien transportiert werden sollten, und die stetig ankommenden und abfahrenden Schiffe machten die Hafenstadt aber auch sehr schnell zu einem bevorzugten Ziel von Freibeutern und Piraten. Es wurde – mit Hilfe von Sklaven aus Afrika – ein mächtiger Schutzwall und insgesamt 29 Forts errichtet. Nach der Kriegserklärung Englands an Spanien wurde Admiral Vernon mit einer Streitmacht von 186 Schiffen und 18000 Mann geschickt um Cartagena einzunehmen. Der am 13. März 1740 begonnene größte Angriff der Geschichte Cartagenas musste drei Monate später abgebrochen werden, da keine Aussichten mehr auf Sieg bestanden und die Flotte Vernons von Gelbfieber und Malaria zermürbt war.
Der Jesuit
Pedro Claver beschränkte im 17. Jahrhundert seine Hilfe für die zahllosen schwarzen Sklaven, die hier versteigert wurden, nicht auf Massentaufen, sondern bemühte sich in tätiger Nächstenliebe als Arzt um die Verbesserung der menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen sie zu leiden hatten, und wurde dafür von der Katholischen Kirche heiliggesprochen. Am 31. März 1741 wurde hier im Zuge des War of Jenkins' Ear die Schlacht von Cartagena zwischen der englischen Armada mit 186 Schiffen unter dem Kommando des englischen Admirals Edward Vernon und den Verteidigern Cartagenas unter Don Blas de Lezo ausgetragen.
Im November 1811 erklärte der Befreier Südamerikas Símon Bolívar unter dem Eindruck der französischen Revolution und der napoleonischen Besatzung des Mutterlandes die Unabhängigkeit auch für Cartagena und das Ende der Inquisition. Doch die Spanier wollten ihre Kolonien nicht so widerspruchslos ziehen lassen: Im Dezember 1815, nach dem Abzug der napoleonischen Truppen aus Spanien und der Wiederherstellung der spanischen Monarchie, eroberten spanische Verbände unter Pablo Morillo die Kolonie zurück. Erst nach der Schlacht von Boyacá 1821 und weiteren Zusammenstößen im Frühjahr 1822 erlangte Cartagena gemeinsam mit der Kolonie die international anerkannte Unabhängigkeit vom spanischen Mutterland. (Quelle Wikipedia).



2013


Kolumbien - Schweiz


km

04.03.2013/Mo


Cartagena


0

05.03.2013/Di


Cartagena


20

06.03.2013/Mi


Cartagena - Bogota


0

07.03.2013/Do


Bogota - Frankfurt - Zürich, ohne Calou


0

08.03.2013/Fr


in Zürich


0

09.03.2013/Sa


in Zürich


0

10.03.2013/So


in Zürich


0


Wochenbericht,  04.-10. März 2013 / Cartagena - Zürich
Bereits um 9 Uhr sind wir bei den de la Rotas im Büro. Es macht den Anschein, dass der Anruf von Alberto sehr genützt hat. Tatsächlich können wir morgen Bob definitiv in den Hafen bringen. So machen sich Sonja und Ernest auf, einen Teil des Papierkrams zu erledigen. Insbesondere steht heute der Gang zur Drogenkontrolle an, d.h. die Papiere für diese müssen vorbereitet werden. Ich warte derweil vor dem Büro im kleinen Bistro und kann wieder in meinem spannenden Buch lesen usw. Am frühen Nachmittag werden nochmals einige Papiere unterzeichnet und dann können wir wieder zurück zu Bob. Wir „verbarrikadieren“ die Dachlucke und machen die letzten Reinigungsarbeiten. Schnell sind auch unsere Reisetaschen gepackt. Das erste Mal schlafen wir nicht in unseren Betten, sondern im „Gästebett“ bei der Sitzbank.
Dienstag: Wecker geht um 6 Uhr. Die Fensterbleche bringen wir an, unsere Dokumente nehmen wir aus dem Safe und verfrachten alles aus der Fahrerkabine in die Wohnkabine – inklusive Ersatzteile, Radio, Rückwärtskamera usw. Dann fahren wir mit Bob zu Ernesto und Sonja. Hier deponieren wir unser Reisegepäck. Den ganzen Tag verbringen wir zusammen mit Sonja beim Hafen. Wir versuchen gar nicht mehr zu nachvollziehen, was genau abläuft, Ernest unterschreibt immer wieder da ein Papier und dort wieder ein Papier, bis er endlich mit Bob gegen Abend in den Hafen fahren darf. Mit Sonja fahren wir zurück zum Büro und bezahlen noch alle Aufwendungen der de la Rotas. Da uns Alberto angeboten hat, die letzte Nacht in seinem Apartement verbringen zu dürfen, fahren wir mit einem Taxi zur Calle Carrera/Calle 2. Von einem Pförtner werden wir in den 4 Stock geleitet in das tolle Appartement von Alberto mit Sicht einerseits auf das Meer und andererseits auf die Dächer der Altstadt. Zu Fuss geht es mit Alberto und Luce zum Nachtessen in ein uns noch unbekanntes Quartier von Cartagena. Es gäbe noch viele schöne Ecken zu entdecken – die Stadt bietet wirklich sehr viel an Lebensqualität. 


Es gibt Frühstück. So recht hungrig sind wir nicht, denn unsere Gedanken sind nach wie vor viel bei Calou. Gegen Mittag fahren wir mit dem Taxi zum Flughafen. Uns geht es nicht sehr gut. Es ist uns bewusst, dass wir mit jedem Flug weiter weg sind von Calou und selber nichts mehr bewirken können. Der Flug mit Avianca führt über die Gebirgslandschaft in das breite Hochtal von Bogota. Auf dem modernen Flughafen von Bogota kaufen wir noch zwei Flaschen Zapata-Rum im Dutyfreeshop. Bereits in der Abenddämmerung hebt die Maschine der Air France in Bogota ab und zahlreiche Gewitter begleiten uns bis an die Karibikküste über Venezuela.
Bei strömendem Regen landen wir in Paris an einem Gate irgendwo im „Niemandsland“. Mit dem Shuttlebus geht es zur Zollkontrolle. Natürlich haben wir in Bogota nicht daran gedacht, dass wir nochmals durch einen Zoll müssen. Die Rumflaschen in unserem Handgepäck sind ein „no go“ – wir lernen wohl nichts mehr dazu. Die einzige Lösung ist, das Handgepäck mit dem Rum als Reisegepäck aufzugeben – wir entscheiden uns dafür und Ernest macht sich auf den Weg. Zuerst wird er zur falschen Abflugshalle gewiesen und muss den ganzen Weg wieder zurück zu einer anderen Halle. Das Prozedere zieht sich in die Länge. Ich gehe schon mal zum Abfluggate für den Flug nach Zürich. Ich werde nervös, Ernest ist 30 Minuten vor Abflug immer noch nicht da. Gerade noch rechtzeitig, 20 Minuten vor Abflug kommt er dann doch. In Zürich werden wir von Michèle und Marc abgeholt. Wir sind froh, wieder zu Hause zu sein und auch sehr traurig, dass Calou nicht mit dabei ist.
Unser Haus ist sehr leer ohne Calou. Zum Glück haben wir einiges zu erledigen und dürfen am Freitag auch gleich Marc hüten. Wir befassen uns mit dem Gedanken, bald (auch wenn Calou doch irgendwann gefunden wird) wieder einen Hund/Welpen zu uns zu nehmen. So begeben wir uns via Internet auf die Suche und werden in Deutschland bei der Zucht Irish Fellow fündig. Ein Weibchen wäre noch zu haben. Das Ganze soll aber gut überlegt sein. Nächste Woche möchten wir uns die Zucht und die kleine Hündin erst einmal anschauen. Auch bis Sonntag haben wir von Kathy und Samantha leider keine positive Nachricht erhalten. Calou wurde nicht wieder gesehen. Irgendwie können wir es immer noch nicht fassen, dass er verschwunden ist und ich hoffe natürlich immer noch, dass er auftaucht. Ich weiss, dass Ernest nicht mehr daran glaubt.

Kurzgeschichte 06/13 – Kathy, Azael, Samantha und Alexis werden bedroht
Kathy ruft an und erzählt uns eine haarsträubende Geschichte. Sie sei von einem Mann angerufen worden und dieser hätte mitgeteilt, dass er Calou gefunden habe. Calou könne an einer bestimmten Adresse abgeholt werden. Die ganze Geschichte sei ihr von Anfang an nicht ganz geheuer gewesen. Erstens habe der Anrufer kein Foto von Calou schicken können und zweitens seine Handynummer nicht hinterlassen können. Die Adresse, wo Calou hätte sein sollen, sei in einer ganz schlechten Gegend gelegen und sehr weit vom Flughafen entfernt. So haben sie sich trotzdem zu viert (Samantha und Alexis, Kathy und Azael) auf den Weg gemacht. Beim Haus angekommen, kam ein bewaffneter Kerl heraus. Alle ausser Azael haben sich zum Auto zurückgezogen, weil sie dem Kerl nicht getraut haben und gespürt haben, dass hier etwas nicht stimmt und bestimmt hier auch kein Hund abzuholen ist. Der Kerl hätte zwar Azael noch mitgeteilt, dass man den Hund nicht rausgeben werde, weil die Grossmutter ihn behalten wolle. Den Finderlohn wolle er aber trotzdem und hat Azael dann mit der Waffe bedroht. Azael ist zum Glück auch gleich zum Auto losgerannt und konnte dem Typ entkommen. Anscheinend hat er auch noch geschossen. Auf diese Geschichte hin habe ich Kathy gesagt, dass künftig solche Suchaktionen nur mit Polizeischutz durchgeführt werden dürfen.


2013


In Zürich - Flug nach Panama und zurück mit Calou


km

11.03.2013/Mo


In Zürich


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12.03.2013/Di


In Zürich, Anruf - Calou wurde gefunden


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13.-21.03.2013/Mi-Do


In Zürich


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22.03.2013/Fr


Flug nach Panama


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23.03.2013/Sa


In Panama


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24.03.2013/So


In Panama - Flug Panama nach Amsterdam mit Calou


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25.03.2013/Mo


Amsterdam - mit PW zurück nach Zürich - Happy End


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26.03.2013/Di


Zürich, Besuch bei der Tierärztin - Alles ok




Wochenbericht  11.–26. März 2013 / Zürich – Panama – Amsterdam – Zürich
Wir entschliessen uns, am Mittwoch nach Deutschland zu fahren um das kleine Terriermädchen zu besichtigen, mehrere Fotos und kleine Videos haben wir auf dem Internet bereits gesehen. Heute Dienstag, den 12.3. ist Marc bei uns.



Um etwa 14 Uhr läutet mein Handy – ich höre ein Gekreische und verstehe „We have him – we have him!“ Kathy und Samantha sind ausser sich, sie weinen und brüllen ins Telefon, dass sie Calou gefunden und gefangen haben. Ich habe Marc auf dem Arm und breche unweigerlich in Tränen aus. Sofort laufe ich zu Ernest in den Keller, er arbeitet an der Treppe, um ihm die gute Nachricht zu überbringen. Ich kann mich kaum halten und vor lauter Freude muss ich immer wieder weinen. Kurz nach dem Anruf erhalten wir eine SMS mit einem Bild von Calou in seinem Kennel und wir können sehen, es ist wirklich Calou ist. Kathy und Samantha bringen Calou sofort zum Veterinär in die Tierklinik Lassie zu Frau Dr. Letti.


Erst wird er gewaschen, von den zahlreichen Zecken befreit, gefüttert und genauestens untersucht. Seine Blutwerte sind schlecht und er hat die Zeckenkrankheit „Ehrlichiose“. Die Tierärztin ist aber zuversichtlich und meint, nach seiner Kur mit Antibiotikum und anderen Medikamenten werde er wieder gesund. Dank seinem guten Zustand und einigen kleineren „Pölsterchen“ habe er seine Freiheit gut überstanden und zudem – Calou sei ein Terrier – zäh und robust. Wir erhalten zahlreiche Fotos per SMS. Calou sieht schon arg mitgenommen aus. Kathy wird Calou nach Hause nehmen und ihn wieder „aufpäppeln“ und ihm die jetzt notwendige Zuneigung geben. Frühestens in etwa 10 Tagen können wir ihn in Panama abholen meint die Tierärztin. Natürlich müssen wir die gute Nachricht unseren Kindern, Familien und Freunden gleich mitteilen – alle freuen sich ganz toll mit uns. Den morgigen Termin bei der Terrierzucht stornieren wir, die Züchter haben volles Verständnis und freuen sich mit uns, dass Calou wieder aufgetaucht ist.


Täglich erhalten wir von Kathy Fotos und kleine Filmsequenzen von Calou. Wir können sehen, dass es ihm täglich besser geht – dafür sind wir Kathy sehr dankbar. Schon nach einigen Tagen ist klar, dass Calou alles gut überstehen wird und wir ihn am Wochenende vom 22.-24. März abholen können. Daniela L. wird mit mir fliegen und Ernest wird uns am Montag zusammen mit Ernesto V. in Amsterdam mit dem Auto abholen. So muss Calou nur einen Flug hinter sich bringen. Kathy bekommt leider mit ihrem Arbeitgeber Copa Airlines und mit der Polizei noch Schwierigkeiten. Copa und die Polizei haben erfahren, dass Calou gefunden wurde, dies obwohl niemand von uns Beteiligten etwas verlauten liessen. Beide Stellen wollten Calou, warum auch immer. Man hat Kathy sogar beschuldigt, den Hund gestohlen zu haben und zu Unrecht zu sich genommen zu haben. Kathy und Samantha haben alles daran gesetzt, dass niemand Calou sieht. Die Polizei war ein paar Mal an der Tür sowohl bei Kathy wie auch bei Samantha – niemand hat aber aufgemacht! Kathy hat mit der Polizei am Telefon gesprochen und hat denen die „Kappe gewaschen“ sowie die Frage gestellt, warum die Polizei so intensiv nach einem gefunden Hund sucht. Täglich verschwinden in Panama Kinder und Erwachsene und es sicher sinnvoller, nach diesen zu suchen. Eine konkrete Antwort hat sie nicht erhalten, aber die Polizei ist nicht mehr aufgetaucht. 22.3.2013: Früh am Morgen geht es los, zuerst nach Amsterdam und dann weiter nach Panama City. Leider können wir auf dem langen Flug nicht beieinander sitzen, obwohl es anders bestätigt wurde. Eine grössere Schulklasse musste wohl zusammen sitzen und so hat die Fluggesellschaft Einzelreisende auseinander gesetzt. Der Flug verläuft ruhig, will aber irgendwie nicht enden. Gegen 17 Uhr landen wir in Panama auf dem Tocumen Airport und schon fängt es wieder an……. Der Pilot wird vom Tower an ein falsches, zu wenig hohes, Gate gelotst! So müssen wir warten, bis ein Fahrzeug organisiert ist, um den Flieger rückwärts wieder rauszuschieben und an das richtige Gate zu fahren – dauert geschlagene ¾ Stunden. Erfreulich dann aber ist, dass uns Jorge gleich am Ende des Fingerdocks in Empfang nimmt und uns auf einem schnellen Weg mit dem Lift und einigen Nebengängen zur Immigration führt. Hier können wir uns umgehend zum Schalter für Einheimische begeben und sind nach ein paar Minuten durch. Das Gepäck, gefüllt mit Geschenken und Schokolade ist schnell da. In der Ankunftshalle werden wir von Kathy und Samantha stürmisch begrüsst. Calou wurde zu Hause gelassen und wartet dort auf uns. Da Kathy ja leider Schwierigkeiten bekommen hat mit Copa, begeben wir uns als erstes zur Polizeistation und lassen uns bestätigen, dass Calou gefunden wurde, er von Kathy in meinem Einverständnis umsorgt wurde und der „Fall Calou“ bei der Polizei abgeschlossen werden kann. Auch dies dauert wieder eine gute Stunde und bereits bei Dunkelheit machen wir uns auf den Weg ins Haus zu Kathy, Azael und Sarah. Im Auto wurden wir alle immer nervöser, vor allem natürlich ich. Wir werden noch informiert, dass auch Gerardo und Erika (Journalisten/Filmemacher) anwesend sind und die Zusammenkunft mit Calou filmen werden. Das „Happy End with Calou“ soll im Fernseher gezeigt werden. Ja, dann ist es soweit.




Wir gehen ins Haus und Calou hockt wartend auf dem Sofa. Er sieht uns und spurtet sogleich los, springt hoch und kann sich für eine lange Zeit kaum beruhigen – wir auch nicht. Es ist einfach nur schön, Calou wieder zu haben. Er ist nach wie vor recht dünn, aber das kriegen wir schon wieder hin!!! Eine gute Stunde bleiben wir noch im Haus und werden dann von Kathy ins Hotel Albrook Inn gefahren. Hier stellen wir den von Kathy sauber gereinigten Calou-Kennel ins Zimmer neben das Bett und sind gespannt, wie sich Calou verhält. Wir haben Bedenken, dass er sein Verschwinden mit dem Kennel in Verbindung bringt. Unsere Bedenken sind aber unbegründet – Calou verzieht sich nach dem Essen gleich in seine „Loge“ und geniesst wohl die weiche Unterlage und Geborgenheit. Im Restaurant vom Hotel gibt es ein leichtes Nachtessen und alle im Hotel freuen sich sehr, dass Calou wieder bei uns ist. Die ganze Geschichte hat jeder mitbekommen, wir haben den Flyer ja auch hier verteilt. 



Heute Samstag werden wir wieder von Kathy und Samantha abgeholt und wir starten eine „Dankeschöntour“ in Tocumen. Aus der Schweiz haben wir Osterneste mitgenommen und viel Schokolade.



Zuallererst geht es in die Tierklinik zu Frau Dr. Letti. Sie untersucht Calou noch einmal und macht nochmals eine neue Blutanalyse. Der Gesundheitszustand ist absolut zufriedenstellend und wir erhalten das definitive ok für den Rückflug. Wir alle, insbesondere Frau Dr. Letti, weinen beim Abschied grosse Tränen – sie freut sich extrem über das Happy End. Weiter geht es zum Hotel Riande, wo wir uns an der Rezeption und bei den Shuttlebusfahrer mit je einem grossen Osternest bedanken. Auch Calou wird freudig begrüsst und bestaunt. Dann geht es zum Polizeiposten, auch hier geben wir einige Toblerone ab.



Zum „Calou-Fundort“ hat Kathy den Polizisten, welcher Calou entdeckt hat, „aufgeboten“. Er erhält von uns ebenfalls einen angemessenen Finderlohn, viele Dankeschöns und eine riesige Toblerone. Leider ist der ältere Mann, welcher Calou gefüttert hat und auch den Hauptanteil am Auffinden und wohl auch am Überleben von Calou trägt, nicht hier. Wir können ihn auch im Dorf nicht finden – schade, gerne hätten wir ihm nochmals persönlich gedankt. Ihm hat Kathy schon am Tag als Calou gefunden wurde, den Finderlohn von U$ 500.- ausgehändigt. Diesen hat er mit seinen zwei „Mitpförtnern“ aufgeteilt. Wie genau Calou gefunden wurde steht in der Kurzgeschichte 07/13. Dann geht es weiter zum Unigelände und wir fahren direkt zum Saustall und zu den Schafen.



Zu unserer grossen Freude sind auch Ing. Lopez und seine Frau da. Sie können sich kaum erholen, als sie Calou sehen – beide wissen nicht, dass er gefunden wurde. Viele Tränen fliessen hier. Auch hier können wir nochmals viele Dankeschöns und Schokoladen abgeben. Am frühen Nachmittag fahren wir zurück zum Hotel und genehmigen uns ein Mittagessen und einige Drinks im Garten. Zu unserer grossen Freude sehen wir im Geäst eines Baumes zwei grosse Tukane. In ganz Zentralamerika haben wir Ausschau gehalten und ausgerechnet hier in Panama im Hotel flattern die vor unserer Nase herum.


Am Abend fahren wir zusammen auf die Isla Flamengo zur Taverne Benningan’s zum Nachtessen. Leider kann Alexis, der Mann von Samantha nicht mitkommen – schade, ihn hätten wir auch gerne mal kennen gelernt. Hier verteile ich unsere Geschenke, eine Uhr und ein Couvert mit einem „Finderlohn“ den Damen, ein Sackmesser den Herren und der kleinen Sarah eine Tasche in Form einer Schweizer Kuh und einen sprechenden und auf Befehle gebenden gehorchenden Plüschhund. Das Essen ist gut, vor allem aber reichlich. Spät am Abend geht es zurück zum Hotel und erschöpft fallen wir in unsere Betten.
Nach dem Frühstück gehen wir mit Calou „Gassi“.  Von der Leine wird er aus Sicherheitsgründen nicht gelassen und trägt sogar ein Gstältli – wir wollen keinerlei Risiko eingehen, da wir noch nicht genau wissen, wie sich Calou verhält.


Zum Glück haben wir ihn nicht von der Leine gelassen, sehen wir doch im nahegelegenen Bach, keine 20 Meter von uns entfernt, ein etwa 1m grosser Cayman liegen! Daniela soll wenigstens von Panama den Panamakanal und die Schleuse Mirador sehen. Samantha fährt uns hin und passt auf Calou und Calouha auf. Wir gehen die Treppe hinauf und oh je…. Hunderte wollen rein und die Schlange ist endlos. Soviel Zeit wollen wir nicht investieren und da muss ich mir was einfallen lassen. Wir gehen direkt in die Nähe der Kasse und ich erblicke zwei amerikanische Ehepaare, welche als übernächstes zahlen werden. Ich spreche einen der Senioren an und erkläre, dass wir gerne die Schleuse sehen möchten, unser Flieger aber bereits am frühen Nachmittag startet – und frage, ob er uns nicht auch gleich ein Ticket kaufen könnte, einmal Senior und ein normales Ticket für Erwachsene. Kein Problem meint er - nur, die Dame mit den grauen Haaren (Daniela), für die kaufe er auch ein Seniorenticket! So getan und wir sind in 5 Minuten drin. Zuerst sehen wir uns den Informationsfilm an, welcher einen guten Einblick in die Geschichte gibt. Dann gehen wir durch das Museum, welches über 4 Stockwerke führt und am Schluss gelangen wir auf die oberste Aussichtsplattform. Leider ist gerade kein Schiff zu sehen und so kommen wir nicht in den Genuss einer effektiven Durchfahrt. Ich glaube, einen ungefähren Einblick von der Erstellung und der Dimension dieser Anlage bekommt Daniela trotzdem mit. Zurück zum Hotel, Kennel und Gepäck einladen und weiter geht die Fahrt Richtung Flughafen. Wir stehen im Stau und zum Glück haben wir genügend Zeit eingerechnet. Unterwegs kaufen wir noch Kabelbinder. Der Kennel soll so nochmals gesichert werden, so dass niemand ihn einfach so öffnen kann. Am Flughafen wartet bereits Jorge. Wir erledigen das Check-in und Calou wird nach dem Scannen der Hundebox – diesmal sind wir alle dabei – in den Kennel verfrachtet.


Wir verabschieden uns von Jorge. Er wird Calou mit dem Kennel bis ins Flugzeug begleiten um sicher zu gehen, dass ja nicht noch etwas passiert.


Bald auch nehmen wir Abschied von Sarah, Kathy und Samantha. Für deren Einsatz sind wir unendlich dankbar. Im Flugzeug selber muss eine Flugbegleiterin selbstverständlich nochmals beim Pilot rückfragen, ob Calou auch eingeladen wurde, obwohl wir 100%iges Vertrauen in Jorge haben.


Der Nachtflug verläuft ruhig und wir können doch etwas schlafen. In Amsterdam geht es zügig durch die Immigration und bei der Gepäckabgabe warten wir auf Calou. Durch die Scheiben haben wir bereits Ernest und Ernesto V. entdeckt. Calou lässt auf sich warten, kommt dann aber nach bangen 20 Minuten doch mit einem Begleiter im Kennel in die Halle. Beim Zoll wird nach den Papieren von Calou gefragt und alles ist in Ordnung. Calou entdeckt Ernest und begrüsst auch ihn stürmisch – und trotzdem so, wie wenn er mal kurz weggewesen wäre. Mit dem Shuttlebus fahren wir zum Hotel Ibis wo die Herren übernachtet haben und unser Auto steht.


Daniela geht noch mit Calou spazieren. Calou mag sich ganz offensichtlich an die Gegend erinnern und sucht nach den Schneehasen, welche er Ende Januar gejagt hat. Auf der Autobahn kommen wir zügig voran und wollen unterwegs noch in Saverne Abendessen. Das vorgesehene Restaurant das wir kennen gibt es leider nicht mehr. Wir erkundigen uns bei einer Dame ob es ein anderes gutes Restaurant hat in der Nähe und uns wird das Restaurant Le Marne empfohlen. Eine wunderbare Empfehlung – wir haben gegessen wie die Fürsten und platzen nachher schier aus allen Nähten. Die Auffahrt auf die Autobahn verpassen wir und so geht es auf der Landstrasse in Richtung Strassburg. Dort weiter auf die Autobahn. Schon seit geraumer Zeit wissen wir, dass bald der Diesel ausgeht. Kurz vor der Grenze fahren wir in ein Dorf und finden erst nach langem Suchen, trotz Navi, eine Tankstelle. Um Mitternacht kommen wir wohlbehalten zuerst in Höngg und dann in Altstetten an.


Mit Calou gehen wir noch auf einen Spaziergang und im Haus stürmt er in alle Zimmer und will sich wohl selber vergewissern, dass alles noch beim alten ist. Calou scheint wieder oder immer noch der „Alte“ zu sein – wir sind gespannt, ob sich später noch einige „Panama-Nachwehen“ zeigen.

Kurzgeschichte 07/13 – Wie Calou in Panama wieder gefunden wurde
Calou wurde von einem Polizisten anlässlich einer morgendlichen Kontrolltour auf einem Werkhof zufällig entdeckt. Der Polizist hatte einen Flyer bei sich und konnte sich so vergewissern, dass es sich um den gesuchten Hund handelt. Der Polizist hatte sich umgehend bei Kathy und Samantha telefonisch gemeldet. Samantha machte sich sogleich auf den Weg mit Alexis und sie haben Calou auch gesehen. Sie hat seinen Namen gerufen – Calou wurde wieder misstrauisch und hat sich weiter entfernt. Samantha und Alexis sind im gefolgt und haben gesehen, wo genau er aus dem Grundstück verschwinden konnte. Das Eingangstor wird von einem Hauptpförtner und zwei Helfer rund um die Uhr bewacht. Der Hauptpförtner hat erzählt, dass dieser Hund (Calou) seit etwa zwei Wochen täglich vorbei komme und bei ihm Futter bekomme. Er ziehe teilweise auch mit der schwarzen und einer braungrauen Hündin umher. Es könne auch sein, dass die schwarze Hündin läufig ist oder war und er deshalb in der Gegend geblieben sei. Calou hätte heute noch kein Futter bekommen und so sei die Chance gross, dass er nochmals komme. In der Zwischenzeit hat sich auch Kathy auf den Weg gemacht – mit Calous Hundebox. Diese wurde auf dem Areal neben dem hölzernen Pförtnerhaus aufgestellt und mit Futter bestückt. Dann haben sie gewartet und gewartet. Und tatsächlich gegen Abend ist Calou wieder aufgetaucht, nachdem vorgängig schon einige Hunde das Futter aus seinem Kennel geklaut haben. Sofort hat man immer wieder Futter reingetan und tatsächlich ist Calou irgendwann in seine Box und ward so gefangen. Die Box mitsamt Calou hat man ins Auto gepackt und dem Pförtner die versprochenen U$ 500.- überreicht. Diese hat der Pförtner mit seinen zwei Helfern geteilt. Der Polizist war leider schon weg, ihm konnten wir aber später noch unseren Dank aussprechen und einen Finderlohn übergeben.
Kathy und Samantha sind mit Calou umgehend zu Frau Dr. Letti gefahren. Zuerst wurde er gewaschen, von den Zecken befreit und gefüttert. Er hatte etwa fünf Kilo abgenommen. Bei der Untersuchung wurde auch ein Bluttest gemacht. Gewisse Werte waren sehr schlecht und die Zeckenkrankheit „Ehrlichiose“ musste festgestellt werden. Calou wurde sofort eine Antibiotikum Kur verschrieben. Frau Dr. Letti war aber zuversichtlich, dass sich Calou wieder absolut erholen würde. Calou wurde von Kathy noch gute 10 Tage aufgepäppelt und betreut, bevor wir ihn am 22.3. wieder abholen konnten.  

 

Wie und wann weiter? Bob haben wir am Wochenende vom 20.04.2013 in Zeebrügge, zusammen mit Daniela und Chrigi, abgeholt. Er ist wohlbehalten und ohne weitere Schäden angekommen.


In Zürich wurde er intensiv gereinigt. Am Wochenende vom 01.06. haben wir die Offroad Messe in Bad Kissingen besucht und wohl den „worst case“ gut überstanden. Zu viert mit zwei Hunden haben wir die grosse Schlammschlacht erlebt und auf unserer Fahrt die vielen, über die Ufer getretenen Gewässer gesehen. Auf dem Rückweg haben wir Bob zu Woelcke nach Heimsheim gefahren. Dort werden einige Aenderungen und Verbesserungen vorgenommen. Im September und Oktober fahren wir mit Freunden im Bob nach Griechenland und auf dem Landweg via Albanien, Kroatien usw. wieder nach Hause. Vielleicht gibt es dann noch weiteres zu sehen in Europa.
Im nächsten Jahr im Frühjahr soll es wieder auf „grosse Reise“ gehen – ob nach Südamerika verschifft wird oder wir in Richtung Osten fahren ist noch offen – sobald es feststeht, lassen wir es Euch wissen.
Allen Reisenden, die wir getroffen haben und noch auf Reise sind, wünschen wir gute Fahrt und hoffen sehr, dem einen oder anderen nächstes Jahr wieder zu begegnen.
Einen Dank allen, die uns begleitet haben, mit uns mit gefiebert haben, uns moralisch unterstütz haben und unsere Internetseite gelesen haben. Fortsetzung folgt bestimmt.

 



Ganz nach oben 2013 Feb-März Pan./Kolu.







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