FRÖHLICH'S AUF TOUR MIT BoB und BoBino

 The MAN, TGM 13.290 / MB Sprinter, 419 CDI

 

Tagebuch Portugal – Spanien, Oktober/November 2025 von Ernest


1. Tag: Mittwoch, 29.10.2025, Zürich – Porto (Flug), Tagesleistung 0 km.
Flug Zürich nach Porto. Alles verläuft reibungslos. Maria holt mich am Flugplatz ab und wir fahren Richtung Braga. Unterwegs lädt mich Maria zum Mittagessen ein: Suppe (verzichtet), dann ein feiner Süsswasserfisch mit den typischen Bratkartoffeln, Wasser und ein Pichet Wein: Pro Person Euro 7.—. In Braga Übernahme des eingestellten Fahrzeuges: alles in bester Ordnung. Leonardo und Maria streiten sich beinahe, bei wem ich schlafen soll, und so entschliesse ich mich, im Bobino an der Strasse zu übernachten. Maria zeigt mir allerdings noch ihr Haus. Das ist recht gross und das Grundstück misst sehr wahrscheinlich circa 3000 m².


2. Tag: Donnerstag, 30.10.2025, Braga – Porto, Tagesleistung 63 km.
Ich treffe Maria wieder im Restaurant gleich neben der Garage von Leonardo. Das Essen im Restaurant gleich neben der Garage ist wiederum ausgezeichnet und kostet mich zehn Euro. Allerdings denke ich, dass die mir einen Spezialpreis verrechnen, eine Flasche sehr guten Wein ist ebenfalls inbegriffen. Caesar treffe ich vor dem Mittagessen und dann noch einmal gleich nach dem Mittagessen. Anschliessend fahre ich dann nach Porto, wo ich einen guten Stellplatz im Zentrum finde. Zu Fuss gehe ich circa 15 Minuten ins Zentrum und besichtige die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wie immer schlafe ich sehr gut. Es regnet in Strömen.


3. Tag: Freitag, 31.10.2025, Porto – Amarante, Tagesleistung 65 km
Eine Schnellstrasse führt zügig nach Amarante. Diese Kleinstadt besitzt Postkartenmotiv. Die Stadt liegt zu beiden Seiten des Rio Tamega, einem Zufluss des Douros. Gleich bei der Ponte Gonçalo finde ich sofort einen idealen Standplatz. Auf der anderen, schöneren Seite des Städtchens besuche ich drei bekannte Gaststätten. In der Gaststätte Taverner Amarante, nehme ich ein Prego no Pao, ein rustikales Fleischbrötchen zu mir. Gleich gegenüber befindet sich die älteste Bäckerei Amarante, die Padaria Nova Lusa. Hier wird der „Doce Falico“ verkauft, eine Spezialität aus Mehl und Zucker in Form eines erigierten Penis, für Portugal eher etwas Seltsames. Nur ein paar Schritte weiter komme ich in der Adega Kilowatt an. Das ist vielleicht das urigste Lokal in ganz Amarante. Es bietet Platz für maximal 20 Personen. Eine geführte Reisegruppe verlässt das Lokal in circa 1 Stunde und so bin ich der letzte Gast in diesem Lokal. Mit den beiden jungen Leuten, die das Lokal führen komme ich in ein interessantes Gespräch und bleibe vielleicht noch 1 Stunde sitzen. Beide haben eine recht gute Bildung und sprechen ein ganz ansprechendes Englisch. In Portugal sind Sie grundsätzlich zufrieden bedauern aber, dass sie trotz ihrer guten Bildung sozusagen keine vernünftige Arbeit finden. In der genannten Bäckerei kaufe ich mir zwei Brötchen zum Frühstück.


4. Tag: Samstag, 01.11.2025, Amarante – Peso da Regua, Tagesleistung 45 km
In der am Vortag besuchten Bäckerei kaufe ich mir zwei Brötchen zum Frühstück. Gleich daneben befindet sich ein Schuhgeschäft. Die Verkäuferin unter der Türe freut sich riesig, dass ich Geox Schuhe trage. Sie führt diese Schuhmarke ebenfalls in diesem Geschäft und so kommen wir in ein gutes Gespräch und ich kaufe tatsächlich ein paar neue, wasserdichte Geox Schuhe. Die Fahrt nach Peso Regua führt durch Hügelgebiet zum Douro Fluss. Das Weinbaugebiet erstreckt sich nicht nur dem Fluss entlang, sondern beginnt schon im Hinterland. Bei den Weinbergen des Alto Douro in der Region von Peso da Regua handelt es sich um das erste ausgewiesene und geschützte Weinanbaugebiet weltweit (1756). Ferreira ist hier die grosse Marke. Der Betrieb wurde von Donna Antonia gegründet. Sie ist die grosse Persönlichkeit im Dourogebiet und die Entwicklung des ganzen Weinhandels ist ihr zum grossen Teil zu verdanken. Donna Antonia war mit Baron James Forster befreundet, der für die britische Port Weinkellerei Offleys den Export nach England abwickelte. Am Quai ankern die Ausflugsboote, mit denen man Schiffstouren bis nach Porto oder über die spanische Grenze nach Salamanca unternehmen kann.


5. Tag: Sonntag, 02.11.2025, Peso da Regua – Pinaho, Tagesleistung 70 km
Die heutige Strecke wäre mit circa 30 km Länge zu bewältigen gewesen. Weil ich aber wieder einmal mehr etwas Offroad fahren wollte und die Strasse plötzlich nicht mehr weiter ging, musste ich durchs Hinterland fahren und war somit 70 km unterwegs, wofür ich 3 Stunden oder mehr unterwegs war. Die Fahrt war aber sehr interessant und einmal mehr habe ich gesehen, dass sich das Weinbaugebiet nicht nur dem Douro entlang erstreckt, sondern weit ins Hinterland reicht. Es ist riesig. Wiederum habe ich am Quai einen einwandfreien Abstellplatz gefunden. Auch in Pinaho legen die Kreuzfahrten Schiffe an und ab. Allerdings ist das Angebot jetzt im November stark reduziert.


6. Tag: Montag, 03.11.2025, Pinaho – Vila Nova de Foz Coa, Tagesleist. 101 km
Weil das Wetter einigermassen mitspielt, mache ich eine einstündige Bootsfahrt auf dem Duro. Nach dem Mittagessen, beim Wegfahren sehe ich auf dem Parkplatz tatsächlich einen brandneuen Porsche Spider mit keramikbremse und so weiter stehen. Ich kann es nicht unterlassen mit dem Fahrer ein paar Worte zu wechseln. Das Fahrzeug ist in Portugal registriert. Ich denke aber, dass es einem reichen Engländer gehört. Bis jetzt bin ich von einem Höhepunkt zum anderen gefahren, auch wenn Vila Nova de Foz Coa nicht besonders erwähnt wird. Auch dieses kleine Städtchen hat mir sehr gut gefallen.


7. Tag: Dienstag, 04.11.2025, Vila Nova de Foz Coa – Covilha, Tagesleistung 160 km
Der Besuch von Gouveia mit der total eingekachelten Kirche und der gegenüberliegenden Kapelle hat sich gelohnt. Von jetzt an geht es durch die Serra Estrela, ein interessantes und bergiges Gebiet, dass sich bis auf eine Höhe von beinahe 2000 m erstreckt. In dieser Gegend sind auch die Spuren der grossen Waldbrände gut zu sehen. Covilha ist ein Übernachtungsort, aber auch nicht mehr.


8. Tag: Mittwoch, 05.11.2025, Covilha – Coimbra, Tagesleistung, 178 km
Weiter durch vorwiegend bergiges und abwechslungsreiches Gebiet gefahren.
Ab Alvares wird die Strecke dann wieder hochinteressant. Leider ist das Wetter eher schlecht und so sind mit fantastischen Ausblicken auf den Stausee Barragem de Cabbil zwar nicht verwehrt, aber als fotofreundliches Wetter kann man das leider nicht bezeichnen. Auf der Autobahn geht es dann nach Coimbra und ich habe das Gefühl die Autobahn führt direkt auf den Campingplatz. Überhaupt ist bei dieser Gelegenheit zu erwähnen, dass ich vom Strassenbau in Portugal total überrascht bin. Die Strassen sind gut ausgebaut und selbst kleinere unbedeutende Nebenstrassen haben meistens einen einwandfreien Aufgang zur Schnellstrasse. Der Verkehr ist durchaus flüssig und es wird überraschend vorsichtig, diszipliniert und gut gefahren.


9. Tag: Donnerstag, 06.11.2025, Coimbra, Stadtbesichtigung mit Taxi und zu Fuss.
Das Zentrum von Coimbra liegt auf einem Hügel und der Mittelpunkt ist natürlich das Universitätsgelände. Die Altstadt liegt am Fusse des Hügels und dehnt sich bis zum Rio Montego aus. Bibliothek, der Botanische Garten und die Altstadt sind die Hauptattraktionen. Die Stadt kann tatsächlich begeistern.


10. Tag: Freitag, 07.11.2025, Coimbra – Nazare, Tagesleistung 151 km
„Auf den Spuren des Weltkulturerbes“, das ist die Bezeichnung der Route der nun folgenden Tage. Es ist nicht ganz einfach, eine vernünftige Route festzulegen. Höhepunkte folgen sich auf Schritt und Tritt. Und so beginne ich mit Conimbriga. Wie erwähnt war das Wetter in letzter Zeit nicht sehr gut, man könnte es mit Aprilwetter vergleichen. Die römischen Ruinen und das Museum von Conimbriga haben die Schlechtwetterperiode absolut getoppt. Ich war somit der einzige Besucher, der diese Ruinen besucht hat. Ein paar wenige Besucher haben das Besucherzentrum nicht verlassen und das Personal stand in Corpore unter einem Betondach. Aus meinen brandneuen, wasserdichten Geox Schuhen lief das Wasser beim anschliessenden Museumsbesuch effektiv heraus. Den Besuch habe ich trotz allem keinesfalls bedauert. Auch die Fahrt mehr oder weniger direkt der Atlantikküste entlang war lohnenswert. Grösstenteils sind die oft kilometerlangen Sandstrände nicht verbaut, bis man dann zum nächsten kleineren, modernen, nicht besonders schönen Badeort kommt. Bei Ankunft in Nazare habe ich im absoluten Zentrum auf dem Dorfplatz einen Parkplatz und damit den Übernachtungsplatz gefunden. Der alte Teil der Stadt liegt auf einem Hügel, ist ein Touristenzentrum und bietet eine wundervolle Aussicht auf das moderne, direkt am Meer gelegene Nazare. So wie der alte Stadtteil absolut sehenswert ist, kann man den neuen Teil vergessen.


11. Tag: Samstag, 08.11.2025, Nazare – Tomar, Tagesleistung 105 km
Heute geht es Schlag auf Schlag. Ich beginne mit Alcobaca (das war für mich der eigentliche Höhepunkt in dieser so sehenswerten Region mit Orten wie Batalha, Fatima, Tomar usw. So gesehen hätte ich die Route eigentlich anders legen müssen). Alcobaca ist eine Kleinstadt mit lediglich 7000 Einwohnern. Allerdings besitzt sie ein UNESCO Weltkulturerbe, das Mosteiro Santa Maria de Albobasco mit einer der grössten Klosteranlagen und der grössten gotischen Kirche des Landes. Die Anlage erinnert mich an Vezelay in Frankreich und ist für mich der absolute Höhepunkt bis an hin auf dieser Reise. Als nächstes Ziel ist Batalha angesagt, ebenfalls mit einem UNESCO Weltkulturerbe versehen. Diese Klosteranlage wird in den Reiseführern hochgejubelt und ist zweifelhaft eine weitere Sehenswürdigkeit, die man nicht verpassen darf. Die Burg von Porto de Mos gilt auch als Sehenswürdigkeit, kann aber weggelassen werden. Als letzten Höhepunkt des heutigen Tages habe ich Tomar ausgewählt, wo ich auch übernachtet habe. Die legendären Tempelritter haben dieser Stadt den Stempel aufgedrückt und ihr eines der wichtigsten religiösen Moment Monumente im Land beschert, die Templerburg auf dem Convento de Christo.



12. Tag: Sonntag, 09.11.2025, Tomar – Fatima - Sao Martinho do Porto, Tagesleist ca. 100 km
Nach einer kurzen Fahrt erreiche ich Fatima, an einem Sonntag, und das ist gut so. Es soll der zweitwichtigste Pilger Ort für Katholiken sein. Dieser Behauptung kann ich folgen, der Rummel ist unbeschreiblich und ich habe immer ein leichtes Grinsen auf meinem Gesicht. Die Fotos sagen mehr als 1000 Worte. Ich komme relativ früh in Soa Martinho do Porto an und geniesse den Aufenthalt in diesem hübschen Städtchen direkt am Meer. Es hat sehr viele einheimische Besucher. Sobald die Sonne jedoch untergeht, verschwinden diese grösstenteils und so habe ich beinahe Mühe, um 20 Uhr ein Restaurant für ein gutes Nachtessen zu finden.


13. Tag: Montag, 10.11.2025, Sao Martinho do Porto – Lourinha, Tagesleistung 81 km
Obidos ist die erste heutige Etappe. Diese historische Kleinstadt ist die bekannteste und meistbesuchte Attraktion in Portugal. Der touristische Ansturm hat seinen Grund: ein schönes, mittelalterliches Ensemble aus weiss getönten und mit Blumen geschmückten Häusern und engen Kopfsteinpflastergassen laden zum Verweilen und zum Souvenirkauf ein. Mittagshalt im nahe gelegen Peniche. Dieser Ort hat sich eine authentische Atmosphäre bewahrt und eingangs des Ortes merkt man auch, dass heute noch die Sardinenindustrie hier ansässig ist. Die Hauptattraktion ist die den Ort umgebende Küste mit wunderschönen Stränden und somit auch ein Paradies für Surfer. Teilweise wird die Küste durch bizarre Felsformationen unterbrochen. Übernachtung in Lourinha, direkt an einem weiteren schönen Badestrand. Das Wetter lädt allerdings wie seit Tagen, nicht zum Surfen ein.


14. Tag: Dienstag, 11.11.2025, Lourinha, Tagesleistung 0 km
Heute ist Reinigung, Tagebuch usw. angesagt. Das Wetter ist nach wie vor schlecht und so bin ich ganz froh, dass ich das Fahrzeug heute wieder einigermassen in Ordnung bringen kann.


15. Tag: Mittwoch, 12.11.2025, Louringa – Mafra, Tagesleistung. 91 km
Am Nachmittag besuche ich die knapp 11,000 Einwohner zählende Stadt Mafra. Sie ist vor allem die Heimat des grössten Klosterbaus in Portugal. Der Palacio National ist ein gigantischer Barockpalast und die Hauptattraktion der Stadt. Der verschwenderische König João V. gab den Prunkbau zur Feier der Geburt seiner Tochter in Auftrag und wünschte sich einen Palast, der den spanischen Escorial in den Schatten stellen sollte. Dies gelang ihm zweifellos und der Palast ist einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Portugals.


16. Tag: Donnerstag, 13.11.2025, Mafra – Lissabon, 110 km
Das Wetter lässt nach wie vor zu wünschen übrig, d.h. man müsste die Wetterlage hier am Atlantik mit Aprilwetter vergleichen. 90 % Regen oder Regenschauer, teilweise sehr stark, dann aber innerhalb kürzester Zeit auch wieder Aufhellungen. Sintra wäre an diesem Vormittag ein weiterer absoluter Höhepunkt gewesen. Das Wetter hat aber überhaupt nicht mitgespielt und die Verkehrssituation ist, wie im Reiseführer beschrieben, sehr speziell geregelt. Noch nie habe ich eine Stadt gesehen oder erlebt, die den privaten Verkehr aus einem grossen Gebiet so effizient fernhalten kann. Für die Stadt mag das ein Segen sein, für den Tourismus wohl eher nicht. Die Hauptattraktion der Stadt, der Palacio da Peña, lag total im Nebel und so m wollte ich an diesem eigentlich nur vorbeifahren. Dies hat dazu geführt, dass ich einen Umweg von circa 10 km fahren musste, der mich dann wieder auf die Hauptstrasse zurückgebracht hat. Ich bin mir allerdings sicher, dass ich kein Einzelfall bin. Taxi- und TukTuk Fahrer zocken ihre Gäste nach Strich und Faden ab und tragen für mich zu einem eher getrübten Besuch bei. Gleichzeitig muss ich aber erwähnen, dass die ganze Gegend von seltener Schönheit ist. Gepflegte Wälder und grosszügige Parks mit meistens alten prächtigen, teilweise aber auch neue Villen. Es ist nicht zu übersehen, dass zu diesem Bild stark das portugiesische Königshaus mit seiner Entourage beigetragen hat. Eigentlich wollte ich Cabo da Roca nicht besuchen, hatte dann aber doch mehr oder weniger Glück mit einer entsprechenden Wetteraufhellung und so habe ich nach ca. 20 Jahren Cabo da Roca zum zweiten Mal besucht. Die Fahrt nach Lissabon führt der Küste entlang. Auch diese Strecke sind wir schon einmal gefahren anlässlich einer Studienreise mit dem Carhalter Verband. Die Gegend hatte ich eigentlich in recht guter Erinnerung. Dieses Mal hat sie mich aber nicht begeistert ausser einer Ortschaft mit dem Namen Cascais. Das ist eine sehr schöne gepflegte Ortschaft direkt am Meer. Hier möchte man wohnen. Auf er Fahrt nach Lissabon habe ich mir dann auch noch Belem angeschaut. Es wird da aber sehr stark an der Festung gebaut und so bin ich direkt nach Lissabon gefahren. Dort habe ich, wie auf der gesamten Reise bis jetzt, auf Anhieb einem Stellplatz mehr oder weniger im Zentrum gefunden. Zu Fuss bin ich dann wieder in circa 30 Minuten ins absolute Stadtzentrum marschiert und habe mir dieses bei strömenden Regen angeschaut.


17. Tag: Freitag, 14.11.2025, Lissabon – Porto Cavo, 197 km
Das Wetter ist nicht schlecht. Also lasse ich meinen Schirm im Wohnmobil zurück und gehe wiederum zu Fuss ins absolute Stadtzentrum. Dort möchte ich mit einem Hopp On Hoff Off Bus die Stadt besichtigen. Die Meinungen betreffend Abfahrtsorte der beiden Konkurrenz-Firmen gehen stark auseinander. Auch Chat GPT kann mir keine klare Antwort geben. Es muss irgendwo beim Praca da Figueres oder dem Nachbarplatz Dom Pedro VI sein. Ich werde von einem zum anderen Ort geschickt und selbst einen Busfahrer, den ich anquatsche, kann mir keine konkrete Antwort geben. Rein zufällig finde ich dann aber diesen Abfahrtsort beim Bahnhof und möchte ein Ticket kaufen, muss aber zur Kenntnis nehmen, dass mit beiden Firmen nicht im Stadtzentrum herumgefahren wird, sondern nur eine Route in moderne Aussenquartiere und die andere nach Belem führt. Das will ich aber nicht und so mache ich mich zu Fuss auf den Weg durch die Altstadt Richtung Praca do Comercio unten am Meer. In der Zwischenzeit hat es aber wieder zu regnen begonnen und zwar in einem Ausmass, wie ich es selten erlebt habe. In der Fussgängerzone waren eigentlich keine Menschen mehr zu sehen, alle haben irgendwo Unterschlupf in einem Hauseingang oder Restaurant gesucht und gefunden. Immerhin hat mir in der Zwischenzeit jemand den Tipp gegeben, mit der alten Strassenbahn eine stündige Stadtrundfahrt durch das alte Lissabon zu unternehmen. Das habe ich dann auch gemacht und dieses Erlebnis möchte ich auf keinen Fall missen. Diese Strassenbahn fährt teilweise so eng an Hausfassaden vorbei, dass sie warten muss, weil an dieser Hausmauer gerade ein paar Fussgänger vorbeigehen. Autos versperren den Weg, die Müllabfuhr ist ebenfalls gerade tätig, es geht Hügel auf und runter, Weichen müssen verstellt werden und auch das Stromnetz funktioniert nicht immer einwandfrei oder muss an einer Hausmauer wieder neu eingestellt werden. Die Tramführerin ist bester Laune, alle finden das lustig, es ist ein einmaliger Spass und ein lohnenswertes Erlebnis für acht Euro. Nach einem kurzen Imbiss fahre ich mit BobBino über den Rio Tejo und auf der Autobahn Richtung Süden bis nach Porto Covo, einem hübschen Hafenstädtchen.


18. Tag: Samstag, 15.11.2025, Porto Cavo – Cabo Sao Vicente, 158 km
Es regnet wieder einmal, und zwar teilweise in Strömen. Verschiedene Orte am Meer, die ich eigentlich besuchen wollte, lasse ich aus. Der Besuch in Sao Teotonio hat sich dann aber trotzdem gelohnt. Dies ist kein Badeort, sondern vielleicht der einzige noch verbliebene, traditionelle Fischerort an der ganzen Küste. Als Etappenort habe ich Cabo San Vicente gewählt. Das ist der äusserste südwestliche Punkt Europas mit einem markanten Leuchtturm. Gesehen habe ich diesen Ort vor ca. 40 Jahren bereits einmal gesehen, allerdings vom Meer her anlässlich eines Segeltörn von den Azoren zurück nach Malaga.


19. Tag: Sonntag, 16.11.2025, Cabo San Vicente – Albufeiro, 117 km
Kurzer Besuch in Sagres (das bekannte Bier wird heute allerdings nicht mehr hier, sondern in Lissabon gebraut). In Alvor, kurz vor Portimo, sehe ich zum ersten Mal die bekannten Felsen, Klippen und Strände an der Algarve Küste. Zuerst ein kleiner Spaziergang am Strand, dann unternehme ich eine ca. zweistündige Wanderung oben auf den Klippen. Auf diesem herrlich angelegten Spazierweg ist die Algarve in ihrer ganzen Pracht wunderbar zu sehen. In Albufeira mache ich den Übernachtungshalt, und zwar wiederum direkt im Zentrum. Albufeira hat sich neben Faro zum Mittelpunkt an der Algarve entwickelt. Vom Sturm, der am Vortag in Albufeira gewütet und tatsächlich einige Opfer gefordert hat, ist nichts zu sehen und wird von den Einheimischen nicht erwähnt oder bewusst verschwiegen.


20. Tag: Montag, 17.11.2025, Albufeira – Faro, 37 km
Villamoura ist ein gediegener, gehobener Aufenthaltsort mit einer schönen Marina. Der ca. 5 km lange Zufahrtsweg zu diesem Ort ist sehr grosszügig angelegt und erinnert an Noble Orte in Amerika. Nicht weit davon entfernt liegt Quarteira. Hier werden eher Erinnerungen z.B. an Salou oder Cambrils wach. Zur Mittagszeit möchte ich eine der schönsten und bekanntesten Kirchen in Spanien besuchen. „Kirche“ ist zwar übertrieben. Es handelt sich eher um eine Kapelle. Leider ist sie geschlossen. Andere Touristen möchten Sie ebenso besuchen und klären mich auf, dass sie erst wieder ab 15:00 Uhr zu besuchen ist. Das Warten hat sich sehr gelohnt. Die Kirche ist innen rundherum gekachelt. Fotografieren ist strengstens verboten und das Verbot wird von einer älteren Dame und einer Videoanlage überwacht. Den Grund für das Verbot wollte oder konnte uns die ältere Dame nicht mitteilen. Wunderlich war das Verhalten aber trotzdem, weil Eintritt verlangt wurde und in ganz Portugal und auch Spanien das Fotografieren nicht verboten ist.
Dem Touristenort Faro ist ein grosses Lagunengebiet vorgelagert. Auf diesem Gebiet befindet sich der Flugplatz und etwas weiter davon entfernt auch der offizielle Stellplatz für Wohnmobile. Im Sommer dürften ungefähr 200 Wohnmobile hier stehen, jetzt zu dieser Jahreszeit sind es ca. 25. Der Platz hat den grossen Vorteil, dass man stündlich zu einem Preis von Euro 4.— mit einem Schiff nach Faro und wieder zurückfahren kann.


21. Tag: Dienstag, 18.11.2025, Faro – Sevilla, 250 km
Die Schifffahrt dauert ca. 30 Minuten. Von Faro war ich überrascht. Ich habe einen billigen Touristenort erwartet, dann aber eine sehr schöne, intakte Altstadt besucht und die Hotels im Zentrum machen einen guten, gepflegten Eindruck. Im Laufe des Nachmittags Rückfahrt auf die Lagune und mit dem Camper mit einem kurzen Abstecher nach Olhao. Hier habe ich für Freunde ein spezielles Mehl eingekauft. Weiterfahrt auf der Autobahn nach Sevilla. Die Ankunft ist erst um circa 18:00 Uhr bei Nacht erfolgt und der Verkehr war unerträglich. Selten oder nie habe ich ein derartiges Gewusel erlebt. Zudem ist der Diesel langsam knapp geworden und so habe ich mich entschlossen, obwohl ich Sevilla eigentlich besuchen wollte, diese Stadt zu vergessen. Übernachtet habe ich nach einer Fahrt von circa 50 km auf der Autobahn an einer grossen Tankstelle mit Stellplatz für Lastwagen, einem Hotel, einem guten Restaurant usw.


22. Tag: Mittwoch, 19.11.2025, Sevilla - Coria
Seit Faro ist „Rückreise“ angesagt und es werden somit grössere Tagesetappen zurückgelegt. Touristenorte sind aber auch nicht mehr in dem Ausmass zu finden, wie das bis anhin der Fall war. Immerhin möchte ich an gewissen Orten nach wie vor meine Halte einlegen oder die Übernachtungen an interessanten Orten planen. Den Mittaghalt lege ich in Merida ein. Das ist ein hübscher und historisch interessanter Ort, als Mittagshalt gut geeignet, als Ubenachtungsort aber dann doch nicht unbedingt empfehlenswert. In Cacares mache ich am Nachmittag einen längeren Besichtigungshalt, dieser Ort ist absolut sehenswert. Da laut verschiedenen Informationen auch Coria sehenswert sein soll, fahre ich nochmals ca. 50 km weiter und werde nicht enttäuscht.



23. Tag: Donnerstag, 20.11.2025, Coria – Salamanca, 167 km
Die Sonne ist gerade erst am Aufgehen und ich besuche dieses historische Städtchen. Zurück auf die Autobahn Richtung Salamanca. Ich staune immer wieder, wie gut die Strassen in Portugal und Spanien ausgebaut sind. Der Verkehr ist wie üblich relativ schwach und so macht die Fahrt einmal mehr wieder richtig Spass. Ich habe mit einer Ankunft zur Mittagszeit gerechnet, bin aber bereits um circa 11:00 Uhr in Salamanca. Die Stadt erinnert mich bei Ankunft etwas an Denver in Colorado oder auch an Atlanta in Georgia. Wie bei den genannten Städten kommt man aus einer höher gelegenen Ebene und/oder einer mehr oder weniger unberührten Gegend in eine faszinierende Grossstadt. Die Fahrt Richtung Salamanca führt durch eine karg besiedelte Hochebene bis auf eine Höhe von beinahe 1000 m (verschneite Berge sind in der Ferne zu sehen) und plötzlich liegt nun diese Stadt etwas vertieft in einem seichten Tal vor mir. Viele Höhepunkte habe ich/haben wir auf dieser Reise gesehen und erlebt. Salamanca hat mich aber beinahe umgehauen. Das mag mit dem stahlblauen Himmel zusammenhängen, mit der Einfahrt in die Stadt (ohne jegliches Verkehrschaos), meinem direkt angefahrenen Standort am Rio Tormes und dem ca. fünfminütigen Fussweg über den Fluss direkt in die Altstadt. Das Panorama ist umwerfend, die Altstadt intakt, harmonisch, gepflegt und die Sehenswürdigkeiten, vor allem mit der Kathedrale, fantastisch.



24. Tag: Freitag, 21.11.2025, Salamanca – Logrono, 365 km
Ab heute sind grössere Etappen angesagt. Valladolid wäre die erste Etappe heute Vormittag. Diese Stadt ist eine Grossstadt mit 300,000 Einwohnern und das merkt man am Verkehr. Natürlich ist die Hauptattraktion wiederum eine Kathedrale. Architektonisch muss die Stadt wohl sehr interessant sein, hat sie doch mit ihrem rechteckigen Hauptplatz als Vorbild für Plätze in Madrid, Salamanca und in der übrigen spanischen Sprachwelten gedient. Ich lasse die Besichtigung der Innenstadt aber aus, umso mehr als ich überzeugt bin, dass eine Enttäuschung nach Salamanca nicht zu verhindern gewesen wäre. Bei Ankunft in Burgos schliessen die Geschäfte bereits, denn es ist 14 Uhr und Mittagszeit. Das ist aber auch gut so und so spaziere ich in der Altstadt an den geschlossenen Läden vorbei und habe etwas mehr Zeit zur Besichtigung der Kathedrale. Diese ist zweifellos auch sehenswert. Ich beschliesse aber, dass dies die letzte Kirche oder Kathedrale auf meiner Rückreise ist. Sie alle waren grossartig und haben mich begeistert. Aber genug ist genug. Die circa 80 km nach Logrono schaffe ich gegen Abend auch noch. Die Fahrt führt am Rand der Rioja Weinanbaugebiete vorbei und Logrono ist auch die Hauptstadt der ganzen Gegend. Weinkeller oder Weinhandlungen, so wie man sie im Burgund oder anderen Bekannten Weinbaugebiete sieht, habe ich keine gesehen.


25. Tag: Samstag, 22.11.2025, Logrono – Auch, 415 km
Die Fahrt führt zuerst nach Pamplona. Der Beschrieb dieser Stadt lautet wie folgt: Die Stadt ist bekannt für die im Juli stattfindenden Stierläufe. Sie ist eine der Hauptstationen am mittelalterlichen Jakobsweg und beherbergt viele gotische Kirchen. Kirchen habe ich genug gesehen. Der Zeitpunkt für die Stierläufe ist auch nicht gegeben und so fahre ich weiter Richtung Pyrenäen über den Passo de Roncevalles mit einer Höhe von 1057 m. Das Wetter ist traumhaft schön und die Strecke ist schon recht gut verschneit. Vorsichtiges fahren ist angesagt. Auf der Passhöhe finde ich viele Spaziergänger und tatsächlich ersten und einzigen Skifahrer. Über Pau führt die Fahrt nach Auch. Diese Stadt haben wir vor 34 Jahren zum ersten Mal mit einem Privatauto besucht. Unsere beiden Söhne waren damals im Pfadi-Lager in Korea und wir haben die Zeit benutzt, Frankreich etwas besser kennen zu lernen. Zu Mittag haben wir damals eine feine Gänseleber Terrine vor dem Hotel de France gegessen und zur grossen Überraschung habe ich dieses Hotel auf Anhieb wieder angefahren. Die Assiette de Casgogne mit Gänseleber habe ich diesmal wieder sehr genossen.


26. Tag: Sonntag, 23.11.2025, Auch - Clermont-Ferrand, 416 km
An Montaubin bin ich nicht einfach vorbeigefahren, sondern habe mit Bobino, so gut es ging, eine kleine Stadtrundfahrt gemacht. Die Stadt liegt sehr schön am Tarn und hat wie so viele Städte in Frankreich eine hübsche Altstadt. In Brive habe ich die kleine Stadtrundfahrt mit dem Fahrzeug wiederholt und war Baff erstaunt, dass ich mit dem Fahrzeug mehr oder weniger die ganze Innenstadt mit engen Gassen und so weiter befahren konnte. Dies habe ich auf der ganzen Reise zum ersten Mal erlebt und es wundert mich, wie lange das noch möglich sein wird. Die Fahrt nach Clermont_Ferrand habe ich nicht ganz geschafft, der Ubernachtungsort auf einem Service Platz für Lastwagenfahrer mit allem Drum und Dran war aber auch in Ordnung und ich habe kein bisschen schlechter geschlafen als sonst wo.


27. Tag: Montag, 24.11.2025, Clermont-Ferrand - Avenches
Heute Nacht hat es im Zentralmassiv ziemlich stark gewindet und geregnet und die Temperaturen lagen auch so um den Nullpunkt. Deshalb bin ich heute Morgen recht früh Richtung Schweiz losgefahren und auch recht gut vorangekommen. Die Tagesetappe mit 480 km Länge war die längste auf dieser Reise. In Avenches habe ich direkt neben dem Amphitheater einen sehr schönen Parkplatz gefunden, etwas zu Mittag gegessen und im Auto geschlafen.

28. Tag: Dienstag, 25.11.2025, Avenches – Zürich 160 km
In Bern kaufe ich ein Brompton Klapp-Elektro Velo. Es passt nach Prüfung genau in den Kofferraum von Bobino – Freude herrscht! In Zürich freudiges Wiedersehen mit meinen Lieben zu Hause.

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