FRÖHLICH'S AUF TOUR MIT BoB und BoBino

 The MAN, TGM 13.290 / MB Sprinter, 419 CDI

 

Nordspanien - Portugal 1. Etappe - bis Porto/Braga



Datum

Strecke

KM

Koordin. Übernachtungsort

12.09.2025/Fr

Oberengstringen - Dôle

301

47.090732B, 5.497516L

13.09.2025/Sa

Dôle - Digoine

157

46.482699B, 3.988774L

14.09.2025/So

Digoine - Montignac

346

45.068031B, -1.165101L

15.09.2025/Mo

Montignac - Domme

74

44.808055B,-1.199926L

16.09.2025/Di

Domme - Capbreton (F)

315

43.636443B,-1.447242L

17.09.2025/Mi

Capbreton - San Sebastian (E)

89

43.324858B,-1.992886L

18.09.2025/Do

San Sebastian

10

43.324858B,-1.992886L

19.09.2025/Fr

San Sebastian - Guernnika-Lomo

104

43.345668B,-2.654779L

20.09.2025/Sa

Guernika - Getxo

84

43.322455B,-3.015024L

21.09.2025/So

Getxo - Bilbao

19

43.264835B,-2933215L

22.09.2025/Mo

Bilbao - Santona

80

43.440345B,-3.460708L

23.09.2025/Di

Santona - Santillana del Mar

98

43.392150B,-4.102242L

24.09.2025/Mi

Santillana del Mar - Comillas

25

43.389429B,-4.288578L

25.09.2025/Do

Comillas - Ribadesella

94

43.468292B,-5.089863L

26.09.2025/Fr

Ribadesella - Cudillero

121

43.568174B,-6.153565L

27.09.2025/Sa

Cudillero - Tapia de Casarego

106

43.566175B,-6.945699L

28.09.2025/So

Tapia de Casarego - Foz

45

43.577522B,-7.255313L

29.09.2025/Mo

Foz - O Porto de Espasante

33

43.722446B,-7.811473L

30.09.2025/Di

O Porto de Espasante - Cedaira

67

43.658460B,-8.060021L

01.10.2025/Mi

Cedaira - O Coruna

93

43.369326B,-8.387960L

02.10.2025/Do

O Coruna

0

43.369326B,-8.387960L

03.10.2025/Fr

O Coruna - Laxe

90

43.223262B,-9.000991L

04.10.2025//Sa

Laxe - Fisterra

74

42.908558B,-9.262088L

05.10.2025/So

Fisterra - Santjago de Compostela

128

42.894530B,-8.532760L

06.10.2025/Mo

Santjago de Compostela

0

42.894530B,-8.532760L

07.10.2025/Di

Santjago de Compostela - Valenza Porto

141

42.197374B,-8.846204L

08.10.2025/Mi

Valenza Porto - Esposende

92

42.028214B,-8.642106L

09.10.2025/Do

Esposende

0

42.028214B,-8.642106L

10.10.2025/Fr

Espossende - Santa Maria/Leonardo

71

41.535150B,-8.784944L

11.10.2025/Sa

Mit Bus von Caesar Leonardo Richtung Schweiz



12.10.2025/So

Ankunft Oberengstringen





12.09.2025/Fr      Oberengstringen – Dòle
Eine kurze Aufregung vor der Abfahrt – Zinga ist abgehauen. Dank Tracker können wir sie ausfindig machen. Unser Ziel heute ist Dôle, haben wir auch nach gut 5 Stunden Fahrzeit erreicht. Wir standen schon öfters auf «unserem» Parkplatz, aber so viele Wohnmobile haben wir auf diesem Platz noch nie gesehen (siehe Bild).

13.09.2025/Sa      Dôle – Digoine
Am Vormittag kleiner Rundgang durch Dôle mit Kaffeehalt und Besuch der Markthalle. Ernest hat in einem Schaufenster ein Kleid und passend dazu ein Pulli gesehen, habe ich anprobiert, passt und wird gekauft. Fahrt vorbei an Chalon-sur-Saône bis nach Digoin. Die Stadt liegt am rechten Ufer der Loire, an der Einmündung des Nebenflusses Arroux. Darüber hinaus treffen hier die Schifffahrtskanäle Canal latéral à la Loire, Canal de Roanne à Digoin und Canal du Centre. Somit liegt Digoin an einer wichtigen Kreuzung der französischen Binnenwasserwege und ist ideal als Ausgangspunkt für Bootsferien. Sehenswert ist die steinerne Kanalbrücke von 243 Metern Länge mit elf Bögen.


14.09.2025/So      Digoine – Montignac/Lascaux
Nach einem ausführlichen Spaziergang von Ernest und Zinga geht es vorbei an Clermont Ferrand und Brive nach Montignac in der Nähe von Lascaux. Es regnet und windet sehr stark. Am Stadtrand finden wir einen Parkplatz. Auf Grund einer Empfehlung nehmen wir den Apéro im Hotel Le Relais de Montignac (sehr gut) und das Nachtessen im Restaurant Piloti (mittelmässig) ein. Die jungpaläolithische Höhle von Lascaux enthält bedeutende Höhlenmalereien. Seit 1979 zählt die Höhle zusammen mit anderen Fundorten und Höhlen im Tal der Vézère zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Originalhöhlen kann man heute nicht mehr besuchen. Der architektonisch beeindruckende Museumsbau Centre International d’Art Pariétal – Lascaux IV in Montignac präsentiert der Öffentlichkeit Kopien sämtlicher Kunstwerke aus der Höhle.

15.09.2025/Mo      Montignac – Domme
Nach Café und Croissant, Einkaufen beim Spar weiter Richtung Les Eyzier und Abstecher zu den Höhlenbewohnern (sehr enge Strasse) bei Peyzac-le-Moustier.  Sarlat-la-Canéda, Cénac, dann der Dordogne folgend bis Domme. Unterwegs machen wir einen Halt bei einer Gänsezucht und kaufen eine Foie Gras. Obwohl Fahrverbot fahren wir mitten durch das Dörfchen Domme und haben Mühe wieder rauszukommen. Ernest will unbedingt das Hotel finden, in welchen wir vor XX Jahren einmal übernachtet haben – ohne Erfolg. Am Ufer der Dordogne finden wir einen tollen Stellplatz, allerdings auf sehr weichem rotem sandigem Untergrund. Hie und da regnet es.

16.09.2025/Di      Domme – Capebreton
Von Domme nach Roque Gageac, einem sehr hübschen Städtchen an der Dordogne und weiter via Bergerac südwärts auf der 933 bis Mont de Marsan nach Capebreton auf den Parking Océanides. Der ist pumpenvoll, zum Glück fährt einer weg und wir haben gerade noch einen Platz gefunden. Ein toller Sandstrand und viele Surfer. Leider Hundeverbot am Strand, kümmert aber nicht alle. Das erste Mal «spukt» mein Magen und Immodium ist gefragt!


17.09.2025/Mi      Capebreton – Biaritz – San Sebastian
Dumpen, Wasser tanken und Frühstücken in einer Bäckerei. Vorbei an Bayonne bis Biarritz. Parken auf öffentlichem PP mitten in der Stadt. Die Stadt erlangte Bekanntheit, nachdem Vertreter des europäischen Adels im 19. Jahrhundert das Fischerdorf als Urlaubsort für sich entdeckten. Zudem ist die Stadt mit ihren langen Sandstränden bei den Surfern beliebt. Grosser Spaziergang der Promenade entlang bis zum alten Hafen. Miesmuscheln und Paella zum Mittagessen. Der Küste entlang via Saint-Jean-de-Luz und weiter nach San Sebastian. Parken beim Aquarium und Spaziergang in die Stadt. Die Stadt gefällt uns sehr gut mit der hübschen Innenstadt und dem grosszügigen Stränden Playa de la Concha und Playa de Ondarreta, die von einer malerischen und grosszügigen Uferpromenade gesäumt werden. Apéro gibt es an der Plaza de la Constitution. Der Platz ist umgeben von dreistöckigen Häusern mit Balkonen, alle Balkone sind nummeriert. Das liegt daran, dass früher dieser Platz auch als Stierkampfarena verwendet wurde und die Besucher anhand der Nummerierung ihre Plätze fanden. Zoff wegen Geodaten und Ladekabel. Übernachtung auf dem PP Aquarium.



18.09.2025/Do      San Sebastian (Donostia auch genannt)

Eigentlich will Ernest einen Parkplatz in der Nähe der Einkaufsstrassen suchen und so begeben wir uns auf eine Rundfahrt mit Bobino durch die Stadt. Leider finden wir keinen PP und gelangen schlussendlich wieder auf den Parkplatz beim Aquarium. Wir unternehmen einen weiteren, grossen Spaziergang der Promenade entlang. Mittagessen im La Perla – feine Calamares. Ich gehe mit Zinga zurück zum PP und Ernest verweilt weiterhin in der Stadt zum Fotografieren. Kurz noch etwas zur Geschichte: Im Januar 1489 legte ein Großbrand die gesamte, damals überwiegend aus Holz gebaute Ansiedlung in Schutt und Asche. Der Neuaufbau wurde dazu genutzt, San Sebastián zum Stützpunkt der kantabrischen Kriegsflotte zu machen, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder gegen französische, niederländische und britische Armadas kämpfen musste. Von 1940 bis 1975 war San Sebastián jedes Jahr im August die Sommerresidenz des spanischen Diktators Francisco Franco. In den 1950er Jahren residierte dort auch Juan Carlos de Borbón, der spätere spanische König Juan Carlos I.

19.09.2025/Fr      San Sebastian – Guenika Lomo
Mehr oder weniger der Küste folgend bis Getaria. Ein weiteres Hafenstädtchen, welches mit der Altstadt und den Stränden zu den reizvollsten und ältesten Orten an der Baskischen Küste zählt. Es wurde zwischen 1180 und 1194 von König Sancho VI. von Navarra gegründet. Hier kaufen wir Fisch und finden am Hafen eine Bar für Kaffee und Croissant. Nach einem Spaziergang durch das Städtchen geht es weiter durch hügeliges Bergland bis Zarautz zum langen Sandstrand. Zinga kann endlich wieder einmal so richtig springen. Es regnet leicht und ist recht kühl. Weiter nach Zumaia. Zu Fuss steigen wir den steilen Hang hinauf bis zur kleinen Kirche oberhalb der Playa de Itzurun. Hier bewundern wir die bizarren Felsformationen, genannt Flysch. Ernest steigt noch hinunter zum Strand und genehmigt sich einen Apéro. Ich gehe mit Zinga zurück ins Dorf. Via Deba, Ondarroa, Lekeitio nach Gernika-Lumo.

20.09.2025/Sa      Guernika-Lomo - Getxo
Am 26. April 1937, während des Spanischen Bürgerkriegs, flogen Kampfflugzeuge der deutschen Legion Condor und des italienischen Corpo Truppe Volontarie mit Spreng-, Splitter- und Brandbomben den Luftangriff auf Guernica. Bei den darauffolgenden Großfeuern kamen mehrere hundert Menschen, nahezu ausschließlich Zivilisten, ums Leben. Noch im selben Jahr schuf Pablo Picasso für die Pariser Weltausstellung das Gemälde Guernica oder Die Schrecken des Krieges, das Gernikas Zerstörung zu einem weltweit bekannten Sinnbild der Kriegsächtung hat werden lassen. In Spanien und Deutschland hingegen kam es erst nach dem Ende der Diktatur Francisco Francos ab den späten 1970er Jahren zur historischen Aufarbeitung des Geschehens und zu Schritten der Aussöhnung. Gernikas 2003 eröffnetes Friedensmuseum ist zugleich Friedensforschungsstätte. Wir besichtigen die Nachbildung des Gemäldes Guernica von Pablo Picasso auf Fliesen als Wandbild. Das Original befindet sich im Museum Raina Sofia in Madrid. In Bermeo gibt es Tapas bei 29°. Der Küste folgend bis Armintza und weiter nach Getxo mit der einzigartigen Puente Colante de Biskaia. 


Die Brücke von Biskaya ist die älteste Schwebefähre der Welt, die heute noch voll in Betrieb ist und jedes Jahr an die sechs Millionen Reisende befördert. Das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Werk von Alberto de Palacio wurde 1893 eingeweiht.
Diese Flussbrücke über den Nervión ist 45 m hoch und 160 m lang und verbindet die Ortschaften Portugalete und Getxo miteinander. Sie war die erste Brücke der Welt, mit der man über ein Hängeschiff, das von einem Ufer zum anderen schwebte, gleichzeitig über den Fluss fahren konnte. Danach wurde diese revolutionäre Technik in zahlreichen ähnlichen Brücken in Europa, Afrika und Amerika eingesetzt. Wir parken ganz in der Nähe. Es regnet stark und die Temperatur fällt auf 22°.


21.09.2025/So      Getxo – Bilbao
Natürlich müssen auch wir auf die Schwebefähre. Die Überfahrt dauert allerdings nur einige Minuten. Auf direktem Weg geht es nach Bilbao und wir finden mitten in Stadt in der Nähe des Guggenheim Museums an einer Nebenstrasse einen Parkplatz. Bilbao ist die eigentliche Hauptstadt des Baskenlandes und verfügt über ein Zentrum mit zahlreichen Wolkenkratzern. Bilbao ist außerdem für das von Frank Gehry entworfene Guggenheim Museum Bilbao bekannt dass im Jahre 1997 eröffnet wurde und der Stadt Neues Leben einhauchte. Das Museum beherbergt berühmte moderne und zeitgenössische Kunstwerke. Es ist jedoch das geschwungene, mit Titan verkleidete Gebäude, das alle Blicke auf sich zieht. Ernest besucht die Ausstellung, ich gehe mit Zinga spazieren. Dann geht es zu einer Tapas-Bar. Es regnet. Am Abend geniessen wir ein „Geburtstagsmenue“ im Restaurant Milo Sepie an schwarzer Sauce, Cod an zweierlei Sauce – eher deftig, aber gut. Zinga bleibt im Bobino und wartet auf dem Fahrersitz.


22.09.2025/Mo      Bilbao – Santona

Im alten Viertel finden wir einen (steilen) Parkplatz und begeben uns in die Altstadt. Auf einer Fußgängerbrücke überqueren wir den Fluss Nervion. Wie ein mächtiges Schiff liegt La Ribera, Europas grösste Markthalle, am anderen Ufer. Das Gebäude, entworfen vom Gaudí-Schüler Pedro Ispizua, ist im rationalistischen Stil gehalten und mit vielen Art-déco-Elementen geschmückt. Auf drei Etagen und 10’000 Quadratmetern können Sie hier die frischesten Lebensmittel aus der Region kaufen. Ernest aber kauft etwas Schinken und ein grosses Stück Fleisch in einer Metzgerei, in welcher die ganze Decke mit Schinkenschlegeln behangen ist. Immer wieder regnet es. Wir spazieren zur neoklassistischen Plaza Nueva im Stadtviertel Casco Viejo. Bei schönem Wetter treffen sich die Einwohner Bilbaos mit ihren Freunden und Gästen, um Wein zu trinken, Pintxos zu geniessen (die nordspanischen Tapas) oder sonntags den Flohmarkt zu besuchen. Die verrückteste Geschichte, die der Ort je erlebt hat, ereignete sich im Jahr 1872, als der italienische Monarch Amadeus I. von Savoyen, damaliger König von Spanien, Bilbao besuchte. Ihm zu Ehren wurde ein venezianisches Fest organisiert: Die Plaza Nueva wurde geflutet und von Gondeln befahren. Dann geht es weiter im Bobino der Küste entlang bis nach Laredo mit einer weiteren tollen Bucht. Kurzer Spaziergang dem Strand entlang. In Santona, unserem Übernachtungsort erleben wir für eine gute Stunde ein heftiges Gewitter.


23.09.2025/Di      Santona – Santilliana del Mar

Die ganze Nacht immer wieder Regengüsse. Zinga hat wohl zu viel Sand gefressen und  muss in der Nacht raus. Weiter nach Santander. Die Stadt ist ein beliebter Badeort in Nordspanien. Ihre zahlreichen Sandstrände sind ein Anziehungspunkt für viele, meist spanische Touristen. Insbesondere im Stadtteil El Sardinero gibt es mehrere weitläufige Sandstrände, die auch bei Surfern beliebt sind. In El Sardinero befinden sich außerdem das Spielcasino Gran Casino Sardinero sowie der Campos de Sport de El Sardinero, das Stadion des Fußballvereins Racing Santander. Wir durchfahren die Stadt und weiter geht es nach Santillana del Mar. Eine jahrhundertealte Altstadt mit der Colegiata de Santillana del Mar (Stiftskirche der Hl. Juliana, Sant Iuliana – Santillana), die der Stadt ihren Namen gegeben hat, sowie zahlreichen Handelshäusern und Palästen. In der gesamten Altstadt herrscht ein Fahrverbot für unautorisierte Fahrzeuge, d. h. nur Hotelgäste, Anwohner und Geschäftsinhaber dürfen dort fahren. Es herrscht Hochbetrieb und es werden viele Tagestouristen mit den Bussen angekarrt. Der offizielle Stellplatz liegt etwas oberhalb des Städtchens, ist aber gut zu Fuss erreichbar.


24.09.2025/Mi      Santilliana del Mar – Comillas
Auf dem Weg nach Comillas machen wir eine «Runde» durch hügelige Landschaft und kleine Weiler. Hier sehen wir auch einige schöne Villen. Mittagshalt auf einer Wiese mit schönem Blick in die Pyrenäen. In Comillas parkieren wir an der Strandpromenade bei einem Restaurant. Hier haben wir Gelegenheit in einer Wäscherei unsere Wäsche zu waschen. Wir bleiben hier auf dem PP über Nacht, obwohl nicht wirklich erlaubt.


25.09.2025/Do      Comillas – Ribadeselle
Am Vormittag wollen wir die Villa Quijano oder El Capricho von Antoni Gaudi besichtigen. Sie wurde im Jahre 1883–1885 von Antoni Gaudí als Sommerlandhaus für einen vermögenden Geschäftsmann errichtet. Auffällig sind die Gestaltung des Gebäudes mit einer Vielzahl von Sonnenblumenmustern sowie der Minarett-ähnliche Eingangsturm. Leider schliesst die Anlage ab 24.9.! für den Winter. Trotzdem sehen wir von aussen den Palacio de Sobrellano. Wuchtig und kein bisschen bescheiden präsentiert sich der Palast des Marqués de Comillas im neugotischen Stil, direkt daneben seine private Kapelle, gebaut wie eine kleine Kathedrale. Der im Jahre 1888 errichtete Sommerpalast ist ein Werk des Architekten Joan Martorell. Wieder der Küste folgend bis Llanes, Mittagshalt. Auf den Camper PP nimmt Ernest Stühle und Tisch (mit Teppich) raus und wir geniessen endlich wieder einmal eine «Verschnaufpause» mit Sonne.


26.09.2025/Fr      Ribadeselle – Cudillero
Wie üblich der Küste folgend via Gijon/Xixon, Aviles bis Cudillero. Am Hafen Camper Parkplatz. Zu Fuss ins Städtchen mit seinen hübschen farbigen Häuser am alten Hafen. Einer Legende zufolge wurde die Stadt von den Wikingern gegründet. Sicher ist jedoch eine deutlich frühere Besiedlung in der Steinzeit. Reste von Wallburgen bestätigen in jedem Fall die Anwesenheit der Kelten und Westgoten. Wir bleiben über Nacht.


27.09.2025/Sa      Cudillero – Tapia de Casariego
Der N 632 folgend zur Kirche Cueva della Vidio – absolut nicht geeignet für grössere Fahrzeuge, da durch ein kleines Dorf gefahren werden muss. Eine kleine Herde von Geissen wird von zwei Hunden wohl spasseshalber gejagt. Ich krieg die «Krise», ist aber nichts passiert. Und noch ein Abstecher zur Cabu Bustu, hier nur Mittagshalt. In Luarca grosser Markt, keine Chance zum parkieren. Navia, unterwegs feines Mittagessen in einem kleinen Familienrestaurant. In Tapia de Casariego kommen wir ins Gespräch mit Rachel und Gili. Beide sprechen gut französisch und kennen die Schweiz gut. Hier gibt es Tapas und es regnet wieder einmal.


28.09.2025/So      Tapia de Casariego – Foz

Nach Ribadeo, Hafenrundgang und weiter zu den Praia de Catedrais. Enorm viele Leute und Fahrzeuge. Der Eintritt sehr kompliziert und nur mit Handy möglich. Ernest geht alleine, da Hunde verboten sind. As Catedrais (Las Catedrales) steht unter Naturdenkmalschutz und ist einer der berühmtesten Strände in ganz Galicien. Seine kuriosen, von Wind und Wasser gestalteten Felsformationen sind weltweit bekannt und regen die Phantasie eines jeden Besuchers an. Zurück zum Restaurant bei A Preixoana, supergutes Mittagessen. Ernest hat zu viel Weisswein getrunken und hat mich «gezwungen» weiterzufahren. In Foz finden wir den neuen FozCamp mit Sicht aufs Meer. Will nach Hause!!!!


29.09.2025/Mo      Foz – Mondonedo – O’Porto de Espasante

Wir kommen ins Gespräch mit Mara und Jesus. Die beiden sehr sympathischen jungen Leute betreiben das Camp. Sie werden im Dezember die Schweiz bereisen. Ernest hat ihnen eine Route zusammengestellt und wir haben sie eingeladen bei uns zu übernachten. Im Führer steht, dass die Catedral de Mondonedo ein Besuch wert ist. So geht es etwa 25 Kilometer ins Landesinnere und wir werden nicht enttäuscht. Die Durchfahrt durch das Städtchen zum Parkplatz ist sehr schwierig und nur für kleine Fahrzeuge geeignet. Wir besichtigen die Kirche und wahrlich, so etwas schönes haben wir noch selten gesehen. Die Kirche wurde im Zeitraum 1219 bis 1243 erbaut und im Jahr 1248 geweiht. Auch danach fanden wiederholte Umbauten und Ergänzungen statt. So wurde im 16. Jahrhundert ein Chorumgang errichtet, im 18. Jahrhundert die Fassade erneuert und die Türme wurden hinzugefügt. An der Südseite wurde ein Kreuzgang mit einem gotischen Kreuz errichtet und bildet die Verbindung zum Bischofspalast. Damit zeigt die Kathedrale Einflüsse von Romantik- Gotik und Barock. Unter Bischof Diego de Soto erhielt das Rosettenfenster den aktuellen Durchmesser von fünf Metern. Dieses ist mit Buntglasfenstern ausgestattet. Das prächtige Chorgestühl wurde in der Gotik aus Walnussholz geschnitzt. Der Hauptaltar des Architekten Francisco Teránder stellt im Rokokostil die Himmelfahrt Mariens und das Geheimnis der Dreifaltigkeit dar. Die mittelalterlichen Orgeln wurden seitlich des Mittelschiffes im vorderen Bereich der Kathedrale installiert.Die Kathedrale wurde 1902 zum nationalen Monument erklärt. Papst Johannes XXIII. verlieh der Kathedrale 1962 zusätzlich den Titel einer Basilica minor. Sie ist eine Station an der Route Camino de la Costa des Jakobsweg und wird seit 2015 als Stätte des UNESCO-Welterbes geführt. An die Kathedrale ist ein Museum für sakrale Kunst angeschlossen. Nach und nach treffen Gruppen von Wanderern ein, welche eine Strecke des Jakobweges begehen. Immer wieder regnet es leicht. Mittagshalt in O Vicedo am Hafen und weiter nach O Porto de Espasante am Hafen.


30.09.2025/Di      O Porto de Espasante – Cadeira
Via Ortigeira zum Cabo Ortegal. Schon die Fahrt durch das Dorf Carino ist eine Herausforderung für ein Fahrzeug unserer Grösse. Die Strecke zum Cabo Ortegal ist spektakulär. Von Oktober 1982 bis März 1984 wurde auf dem Geländevorsprung in 124 Metern Höhe über dem Meeresspiegel der 12,7 m hohe Leuchtturm fertiggestellt. Er wurde elektrisch betrieben. Bei einem Ausfall der Stromleitung stellte ein Gasaggregat die Energieversorgung sicher. 1993 übernahm die Hafenbehörde Ferrol den Betrieb der Anlage und baute sie um. Die Gasaggregate und das Nebengebäude, in dem sie untergebracht waren, verschwanden. Vom Leuchtsystem wurden nur die beiden Trommeln mit den Reflektoren beibehalten. Die Hauptlampe wurden durch eine Halogenlampe mit 1.000 Watt Leistungsaufnahme ersetzt. Als Notsystem diente eine 150-Watt-Halogenlampe, gespeist von Batterien. 2010 wurde die Stromleitung zum Leuchtturm abgebaut. Zum einen war sie durch Stürme und umgestürzte Bäume häufig unterbrochen, zum anderen störte sie das Landschaftsbild. Das Licht wird seitdem von einem LED-Scheinwerfer geliefert, dessen Leistungsaufnahme so gering ist, dass seine Batterien mittels Sonnenlichts geladen werden können. Die Befeuerung hat eine Tragweite von 18 Seemeilen (33 km) und wird von der Hafenbehörde Ferrol fernüberwacht. 2013 wurde etwas abseits von der Terrasse, auf der sich der Turm befindet, ein Parkplatz für Besucher errichtet, sodass deren Fahrzeuge nicht mehr das Erscheinungsbild stören.  Es windet extrem, Zinga und ich bleiben im Auto. Ernest geht zum Fotografieren zum Leuchtturm. Zurück nach Carino und weiter nach Cadeira. Wieder parkieren wir am Hafen und bleiben für die Nacht.


01.10.2025/Mi      Cadeira – O Coruna

San Ramon, vorbei an Narou, auf die Autobahn bis O Coruna zum Stellplatz direkt bei der Marina Coruna. Gute Infrastruktur mit Duschen, Waschmaschinen usw. Spaziergang in die superschöne Altstadt. Etwas Geschichte:
Der natürlich geschützte Hafen von A Coruña wurde von den Phöniziern, Kelten und später den Römern genutzt. Diese errichteten um 110 n. Chr. im damaligen Ardobicum Corunium den Herkulesturm, einen im Norden der Stadt gelegenen Leuchtturm, der noch heute an diese Zeit erinnert und seit Juni 2009 auf der Liste des UNESCO-Welterbes steht.Während der Herrschaft der Sueben im 5. Jahrhundert war Corunium zeitweise Hauptstadt des Königreiches. Unter dem spanischen Namen La Coruña findet die Stadt erstmals im 13. Jahrhundert urkundliche Erwähnung. Die Blütezeit der Stadt lag im 14. und 15. Jahrhundert, als sie sich zum Zielhafen englischer Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela entwickelte. Heute ist die Route des Camino Inglés wieder mit der Jakobsmuschel gekennzeichnet. Im Jahr 1588 war die Stadt Ferrol (Provinz A Coruña) Station der spanischen Armada auf ihrem Weg nach England. In der Folge wurde A Coruña im Jahr 1589 von einem englischen Flottenverband unter der Führung von Sir Francis Drake angegriffen, dabei jedoch nicht eingenommen. Die erfolgreiche Verteidigung der Stadt wird, gemäß der Überlieferung, mit der Bürgerin María Pita in Zusammenhang gebracht, nach der auch heute noch der Hauptplatz der Stadt benannt ist. María Pita, eine Metzgersfrau, hob sich bei der Bekämpfung der englischen Freibeuter um den Piraten Sir Francis Drake 1589 durch ihre Hartnäckigkeit hervor. Sie wird heute noch als Heldin und als Symbol für Freiheit gesehen. Während des Spanischen Unabhängigkeitskrieges (1808–1814) fand am 16. Januar 1809 die Schlacht bei A Coruña statt. Dort bekämpften sich ein französisches Heer unter Marschall Soult und ein britisches Expeditionsheer unter Sir John Moore. Die Schlacht endete unentschieden. Unmittelbar zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges gelang es dem putschenden Militär, die Kontrolle über A Coruña zu erlangen. Republikaner versuchten verzweifelt, den Putsch in blutigen Kämpfen niederzuringen. Bei diesen Kämpfen versuchten unzählige Republikaner ohne Waffen vergeblich, die Kaserne der Guardia Civil zu erstürmen. Armeeoffiziere, Sturmgardisten (städtische Polizei) und 200 Zivilgardisten, die sich dem Militärputsch widersetzt hatten, wurden von dem putschenden Militär getötet, ferner unter anderem der Oberbefehlshaber der Region, General Enrique Salcedo, der Ortskommandant von A Coruña General Rogelio Caridad Pita und der Zivilgouverneur Pérez Carballo mit seiner schwangeren Frau Juanita Capdevilla. A Coruña wurde zum Zentrum des Militärputsches und eine Bastion der Nationalisten in Galicien.Wir treffen Alois und Esther aus Eschenbach, ebenfalls mit einem Wohnmobil unterwegs, während des Spazierganges an der Promenade, kommen ins Gespräch und genehmigen uns einige Gin Tonic. Nachtessen im Bobino (Chili Con Carne – Ernest schmecks!).


02.10.2025/Do      O Coruna

Wir bleiben noch einen Tag und erkunden weiter die Stadt. Insbesondere angetan haben uns die Galeriehäuser, auch Glashäuser genannt, an der Avenida da Marina. Auf dem Plaza Maria Pita ist gerade eine grössere Demonstration für Palästina im Gange. Zinga ist total verwirrt und bellt wie verrückt.  Nachtessen in der Altstadt beim Italiener.


03.10.2025/Fr      O Coruna – Laxe

Bevor wir die Stadt verlassen, geht es noch zum Wahrzeichen von O Coruna, zum Herkulesturm. Die Torre de Hércules wurde von den Römern als Leuchtturm gebaut, sicherlich gegen Ende des 1. und Anfang des 2. Jh. Von seiner Originalkonstruktion ist die innere Struktur erhalten, die hinter einer, Ende des 18. Jh. vollzogenen Verkleidung verborgen ist. Zu Füßen des Leuchtturms ist eine in einen Felsen gravierte lateinische Inschrift erhalten, die heute durch ein kleines Gebäude geschützt ist, und auf den wahrscheinlichen römischen Architekten des Turms hinweist. Ernest kauft ein Ticket und besichtigt den Turm von aussen.
Strassenbahn: Die Straßenbahn A Coruña existierte von 1903 bis 1962. 1997 wurde eine neue Strecke als Touristenbahn eröffnet, die bis 2011 verkehrte, dann wurde sie stillgelegt. Heute sind auf dem alten Trassee, zweispurige Fahrradwege und Fusswege gebaut worden. Auf der A552 nach Malpica, vorbei an Carballo und durch hügelige Landschaft mit viel Eukalyptuswäldern. In Laxe übernachten wir wieder am Hafen.


04.10.2025/Sa      Laxe – Muxia -Fisterra

Bei Regen und Niesel nach Muxia. Hier kommen viele Busse mit Touristen an und «überschwemmen» die Restaurants und Bars. Die Küste von Muxía gehörte bei der durch den Untergang des Öltankers Prestige ausgelösten Umweltkatastrophe zu den am stärksten betroffenen Gebieten.
Bericht von Rupert Kolb über diese Umweltkatastrophe: «Am 13. November 2002 kommt es vor der Küste Nordspaniens zu einer der weltweit größten Umweltkatastrophen: Der Tanker "Prestige", 77.000 Tonnen Schweröl an Bord, meldet über Funk ein Leck im Rumpf, wird auf die offene See geschleppt und bricht dort auseinander. Tausende Tonnen des hochgiftigen Schweröls ergießen sich ins Meer - und schwappen kurze Zeit später an die Strände. Ich bin 1988 nach Nordspanien ausgewandert, stand damals als freiwilliger Helfer ein halbes Jahr lang jedes Wochenende bis zu den Knien im Ölschlamm, um die Strände meiner neuen Heimat zu säubern. Mit einer solchen Katastrophe hatte niemand gerechnet. Zumindest anfangs nicht. Mitte November 2002 sprach sich in den Kneipen von Galicien herum, dass ein großer Tanker vor unserer Küste in Schwierigkeiten geraten sei. Wir haben uns nicht viel dabei gedacht, das passierte damals öfter. Die Hauptschifffahrtslinien ins Mittelmeer und nach Afrika führten nur wenige Seemeilen vor der Costa da Morta - der Todesküste - entlang und vor Galicien ist der Ozean sehr wild, besonders im Herbst.
Meist lösten sich Probleme mit aufgelaufenen Schiffen ohne großes Aufsehen: Irgendwann tauchten Schlepper auf, um sie zu bergen. Doch als klar war, dass die "Prestige" ein Leck hatte, ging das große Theater los. Die verschiedenen Küstenregionen stritten darum, wohin das Schiff geschleppt werden sollte. Sie hatten Angst, dass das Öl ihre Häfen verseuchen könnte. Also wurde die havarierte "Prestige" hin- und hergeschleppt. Mal ging es Richtung Portugal, dann Richtung Norden und schließlich aufs offene Meer, wo der Tanker dann auseinanderbrach.
Nach ein paar Tagen erreichte das Öl die Strände - und es war viel schlimmer, als wir uns vorgestellt hatten. Am härtesten traf es Muxía. Der Ort liegt direkt am Wasser, und es gab zu der Zeit einige starke Springfluten. Das Öl klatschte bis an die Häuser und hing sogar von den Straßenlaternen herunter. Auf den Stränden lag die stinkende, klebrige Masse fast einen Meter hoch. Ein zäher schwarzer Teppich, unter dem die Felsen, die sonst den Strand bedeckten, nur noch als kleine Dellen zu sehen waren. Auf dem Wasser schwamm ein gelbbrauner Schaum, und die heftige Brandung trieb immer mehr von dem giftigen Schweröl an die Küste.
Vor allem der Gestank war unerträglich. Es war ein unbeschreiblicher Geruch. Eine Mischung aus Verwesung, faulen Eiern und Benzin, die weit bis ins Landesinnere wehte.
Wir haben uns sofort mit ein paar Freunden organisiert, und wir waren nicht die einzigen. Vor allem Jugendliche reisten aus ganz Spanien an, um mitanzupacken. Später folgten Helfer aus der ganzen Welt. Ich habe sogar eine Frau kennengelernt, die aus Florida gekommen war, um die verseuchten Strände zu säubern. Es war ein steter Strom von Menschen, so viele, dass sie in Zeltstätten und Turnhallen untergebracht werden mussten. Ich fand es überwältigend, wie viele Leute kamen und ihre Freizeit opferten, um zu helfen.
Doch all das nahmen wir nur am Rande wahr, weil wir vollauf mit den Reinigungsarbeiten beschäftigt waren - auch wenn es in den ersten Tagen kaum Werkzeug und Schutzkleidung für die Freiwilligen gab. Zum Teil setzten sich die Helfer, nur von einer Staubmaske geschützt, den giftigen Dämpfen aus und hievten das Schweröl mit bloßen Händen in die Eimer. Einige sollen später krank geworden sein. In meinem Bekanntenkreis hat es zum Glück keinen getroffen. Nur einem Freund wurde bei der Arbeit am Strand richtig schlecht, und er musste aufhören. Wie giftig diese zähe Masse war, ahnte damals niemand. Die spanische Regierung hat die Menschen, die in den verseuchten Dörfern wohnten, auch nicht gewarnt, dass sie besser für einige Zeit zu Verwandten ins Inland ziehen sollten.
Nur die Fischer, deren Existenz von der Ölpest am meisten bedroht war, rührten keinen Finger - zumindest viele von ihnen. Die standen grinsend in den Bars und sagten: "Da kommen wieder die Spinner, und machen den Strand sauber." Der Grund dafür: Die spanische Regierung hatte allen von der Ölpest betroffenen Fischern Subventionen versprochen. Das hatte teilweise groteske Folgen, angeblich gab es sogar einen Fall, bei dem Einheimische Ölbarrieren vor der Küste entfernt haben, damit das Zeug auch bei ihnen an den Strand schwappt und sie abkassieren konnten.
Meine Bekannten und ich hatten uns einen ganz bestimmten Strandabschnitt ausgesucht, den wir säubern wollten. Er liegt in unwegsamem Gelände, deshalb marschierten wir zu Fuß hin. Die Wannen, die wir mit Ölschlamm füllten, wurden mit Hubschraubern abgeholt. Wir waren eine Kerngruppe von etwa acht Leuten und trafen uns jedes Wochenende dort. Denn auch wenn wir in einem Katastrophengebiet lebten, mussten wir natürlich trotzdem unter der Woche arbeiten. Aber jeden Samstag und Sonntag versammelten wir uns an unserem Strand und schaufelten, bis zu den Schienbeinen in der stinkenden Soße, Eimer für Eimer den schwarzen Schlamm weg.
Am Anfang war das eine Sisyphusarbeit. Es war Sturmzeit in Galicien. Die raue See spülte immer neues Öl an Land und grub die schwarze Masse teilweise sogar unter den Sand. Es war frustrierend. Doch wir machten trotzdem immer weiter. Die Schutzanzüge, -masken und -handschuhe waren am Ende dieser Tage immer so stark mit Öl verschmiert, dass wir sie nur noch wegwerfen konnten. Etwa ab Februar konnte man dann zum ersten Mal sehen, dass das, was wir in der letzten Woche gereinigt hatte, auch wirklich so blieb - und am Ende war der Strand sauber. Dafür hatten wir von Dezember bis zum Mai, ein halbes Jahr lang, jedes Wochenende dort verbracht, geschaufelt und geschrubbt.
Kurz vor der Katastrophe hatten meine Frau und ich ein Gästehaus renoviert. An Touristen war nach der Katastrophe natürlich nicht mehr zu denken. So quartierten wir dort eben Helfer von der Deutschen Ölvogelhilfe ein. Sie sammelten die verschmutzten Vögel am Strand auf und säuberten sie in einer speziellen Station. Manchmal halfen meine Frau und ich dort. Es war ein bedrückender Anblick. Da hockten diese Tiere, denen man unter normalen Umständen kaum Nahe kommen kann, lethargisch vor einem, schutzlos und geschwächt.
Das Furchtbarste waren aber die Tintenfische. Wir ahnten schon, dass durch das Öl vor allem Meeresfrüchte und Fische stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Doch wie stark das Ökosystem des Meeres zerstört worden war, sah man an den Tintenfischen. Es gab Tage, da lagen ganze Strände voll mit Tintenfischkadavern. Ein apokalyptisches Bild. Die waren einfach zu Tausenden im Meer verreckt, weil sie das Öl zu sich genommen hatten.
Die Aufräumarbeiten dauerten insgesamt zwei Jahre. Unser privates Projekt, Ferienhäuser an Urlauber zu vermieten, hatten wir abgehakt. Wer wollte schon in einem ölverseuchten Katastrophengebiet Urlaub machen? Doch dann passierte etwas vollkommen Irres: Im ersten Sommer nach dem "Prestige"-Unfall begann der Katastrophentourismus. Da kamen Spanier, die wissen wollten, wie es bei uns aussah.
Auch in den Sommern danach blühte Galicien als Urlaubsregion auf. Zuvor war dieser Teil Spaniens selbst für Landsleute eine unbekannte Region. Doch während der Ölpest war unglaublich viel über Galicien berichtet worden, und in diesen Artikeln wurde auch immer die Schönheit der Küste beschrieben. So ist das Geschäft mit dem Tourismus erst nach der Havarie des Tankers richtig losgegangen. Und es lief sogar besser, als man es je erwartet hätte. Es klingt bizarr: Aber im Grunde genommen war die Ölpest für Galicien eine große Werbeveranstaltung. Vorher kannte fast niemand das Gebiet, nun hatten wir "Prestige".
Dennoch werden diese Wochen und Monate den Menschen als schlimme Katastrophe im Gedächtnis bleiben, die man zwar bekämpfen, aber niemals verschwinden lassen kann. Noch heute finden sich an schwererreichbaren Küstenabschnitten die Spuren des Öls.
Noch eine Katastrophe: Am Abend des 25. Dezember 2013 vernichtete ein Feuer nach einem Blitzeinschlag während des Weihnachtssturms den Dachstuhl und einen Teil des Sanktuariums da Virxe da Barca (Marienheiligtum der Schiffsjungfrau). Die Kirche ist ein wichtiger Wallfahrtsort in Galicien und ein weiteres Ziel vieler Pilger, nachdem sie Santiago de Compostela erreicht haben.
Weiter nach Fisterra und zum Leuchtturm Cabo Fisterra. Als Camino a Fisterra wird der verlängerte Jakobsweg von Santiago de Compostela zum Cabo Fisterra bezeichnet.
Der Camino a Fisterra gehört streng genommen nicht zu den Jakobswegen, weil er nicht Santiago de Compostela zum Ziel hat. Er stand und steht jedoch in engem Zusammenhang zu diesem Pilgerweg.
Der Camino a Fisterra wird schon in den Chroniken des 12. Jahrhunderts erwähnt, wo beschrieben wird, dass viele Pilger nach der Ankunft und kurzem Aufenthalt in Santiago nach Fisterra – dem damaligen Ende der Welt – weiterzogen, was heute so noch zu beobachten ist. Noch klarer wird die Verbindung, wenn man in die vorchristliche Zeit des Jakobswegs zurückgeht: als Initiationsweg hatte er Kap Finisterre als Ziel. Dort war die größte Nähe zu den Inseln der Seligen möglich, die die keltische Sage jenseits des Horizonts im Atlantik platziert, gleichbedeutend mit der Auseinandersetzung mit dem Tod. Zurück geht es  nach Fisterra Stadt zum Hafen und essen eine ausgezeichnete Paella.


05.10.2025/So      Fisterra – Santjago de Compostela

Der wunderschönen Küste folgend Richtung Muros und Noja. Ernest muss es wissen! Er macht einen Abstecher auf einem Feldweg Richtung Küste. Er unternimmt mit Zinga einen langen Spaziergang. Mittagessen in einem weiteren unscheinbaren Familienrestaurant. Direkt nach Santjago de Compostela zum Bus- und Womostellplatz. Bei der Durchfahrt durch die Stadt findet eine Demo – wieder für Palästina – statt. Der Stellplatz ist etwa 4 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Ernest geht mit dem Trotinett in die Stadt, ich mache mit Zinga Spaziergänge im nahegelegenen Park. Es ist heiss, auch im Bobino um die 30°

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06.10.2025/Mo      Sanjago de Compostela – Sanxenxo/Pontevedra

Am Vormittag gehen wir zu Fuss in die Stadt. Spazieren durch die schöne Altstadt.
Santiago de Compostela ist die Hauptstadt der nordwestspanischen Region Galicien. Bekannt ist die Stadt vor allem als Endpunkt des Jakobswegs (Camino de Santiago) und als vermeintlicher Begräbnisort des biblischen Apostels Jakobus, dessen sterbliche Überreste in der 1211 eingeweihten Catedral de Santiago de Compostela aufbewahrt sein sollen. Die Kathedrale liegt innerhalb der mittelalterlichen Mauern der Altstadt, ihre mit kunstvollen Schnitzereien verzierten Steinfassaden grenzen an herrschaftliche Plätze. Es finden sich viele Wanderer aus der ganzen Welt auf dem grossen Platz vor der Catedrale ein, feiern die Ankunft nach vielen Wandertagen und lassen sich fotografieren.  Zu Fuss geht es zurück zum Bobino und es ist wiederum sehr heiss (eigentlich bis jetzt das einzige Mal auf dieser Reise. Es geht weiter via Vilagarcia, Vilanova de Arousa, O Grove mit super Strand und tausenden von Parkplätzen. Vor Sanxenxo übernachten wir in einem Waldstück direkt am Strand.


07.10.2025/Di Sanxenxo/Pontevedra – Valenca

Via Pontevedra, Redondela nach Valenca. Das portugiesische Valença ist eine Grenzstadt zur autonomen Provinz Galicien in Nordspanien. Sie liegt am Rio Minho und ist zudem Station auf dem portugiesischen Jakobsweg. Die Stadt ist von Festungsmauern aus dem 17. Jahrhundert umgeben. Die Altstadt von Valença steht unter Denkmalschutz. Wir spazieren durch das hübsche Städtchen, genehmigen uns einen Apéro und kaufen Badetücher. Zum Übernachten fahren wir auf eine Wiese am Fusse des Städtchens.

  
08.10.2025/Mi      Valenca – Esposende
Bei Valenca geht es über die Grenze nach Portugal. In Vila Nova de Cerveira besuchen wir den Markt. Ernest kauft für sich Schuhe für Euro 50.-. Mittagshalt in Viana da Castelo mit Bacala. Ich muss mich hinlegen, mir ist nicht gut. Ernest geht auf Besichtigungstour. Weiter via Castelo de Neiva nach Esposende. In der Luft hat es sehr viele Kitesurfer. Zinga gefällt das gar nicht und es braucht einige Zeit, bis sie sich daran gewöhnt hat. Neben uns parkt ein ähnlicher Sprinter mit AG Kennzeichen. Wir kommen ins Gespräch und tauschen aus. Nachtessen im Bobino.


09.10.2025/Do Esposende

Heute ist Wäschetag. Ernest fährt mich mit zwei vollen Säcken hin. Ich erledige Wäsche und gönne mir ein Einscornet. Zurück gehe ich zu Fuss, da nur etwa 500m weg vom Parkplatz. Derweilen sitzen Ernest und das Paar vom Sprinter, Juan (Hans) und seine Partnerin im Restaurant und lassen es sich gut gehen mit Snacks und Apéro.


10.10.2025/Fr      Esposende – Braga – Santa Maria/Leonardo

Wir fahren Richtung Braga. Bei der Durchfahrt stossen wir wieder auf Demonstranten, die den Verkehr blockieren. Wir besuchen noch die Renault Garage mit dem in der Ausstellung stehenden R4 E-Tech Electric Iconic (eine Alternative zum Avenger). Über Land geht es in Richtung Guimarae, Fafe nach Souto Santa Maria, wo Caesar Leonardo seine Garage hat. Im Restaurant nebenan gibt es Mittagessen. Lernen Maria kennen, sie spricht (schlecht) Schweizerdeutsch, obwohl sie 20 Jahre in der Schweiz gewohnt hat. Am Nachmittag gehe ich mit Zinga in den Park spazieren. Zum Nachtessen gibt es Fisch. Wir sind die einzigen Gäste im Restaurant.


11.10.2025/Sa      Santa Maria/Leonardo – Richtung Schweiz
Am Vormittag fahren wir in den Park, räumen alles von mir raus, da ich die Reise nicht mehr fortfahren möchte. Packen und Putzen. Gegen 11 Uhr fahren wir zu Leonardo. Bobino wird parkiert und wir warten auf die Abfahrt mit dem Bus in Richtung Schweiz.


12.10.2025/So      Ankunft Oberengstringen

Nach einer 22-stündigen Fahrt mit zahlreichen Lade- und Ausladestellen und Pausen kommen wir gut in Oberengstringen an. Sind todmüde und richtig «Groggi». Zinga hat es sehr gut gemacht und ist brav auf ihrem Bettchen unter meinen Füssen gelegen.


Wie weiter erfährt ihr direkt von Ernest. Er fliegt am 29. Oktober nach Porto und setzt die Reise fort.

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