FRÖHLICH'S AUF TOUR MIT BoB

 The MAN, TGM 13.290

 

Apulien - Frühsommer 2021

Tagebuch vom 29.5.-18.06.2021


Datum

Strecke

KM

Koordinaten Übern'ort

Samstag, 29.05.2021

ZH/Oberengstringen – Capolago

317

45.903546 N, 08.973994 E

Sonntag, 30.05.2011

Capolago – Riccione/Misano Adriatico

414

43.98563  N, 12.690482 E

Montag, 31.05.2021

Riccione/Misano Adriatico – Vasto

349

42.095932 N, 14.725190 E

Dienstag, 01.06.2021

Vasto – Vieste/Gargano 

162

41.886426 N, 16.179036 E

Mittwoch, 02.06.2021

Vieste/Gargano – Bari/Torre a Mar

 237

41.848312 N, 12.58439 E

Donnerstag, 03.06.21

Bari/Torre a Mar – Polignano a Mar

107 

40.999513 N, 17.211395 E

Freitag, 04.06.2021

Polignano a Mar – Ostuni - Savelletri

107

40.877379 N, 17.405500E

Samstag, 05.06.2021

Savelletri – Torre Canne

11

40.842542 N, 17.462957 E

Sonntag, 06.06.2021

Torre Canne/Fasano  

0

40.842542 N, 17.462957 E

Montag, 07.06.2021

T.Canne - Brindisi – Lecce – S.Cataldo

105

40.389845 N, 18.303117 E

Dienstag, 08.06.2021

San Cataldo – Otranto – Mass. Prosperi

20

40.229222 N, 18.441599 E

Mittwoch, 09.06.2021

Masseria Prosperi (ef mit Duci/Lecce)

0

40.229222 N, 18.441599 E

Donnerstag, 10.6.2021

Masseria Prosperi – Torre Pali 

85

39.837143 N, 18.27853 E

Freitag, 11.06.2021

T.P. – Leuca - Pescoluse - Gallipoli

75

40.057953 N, 17.976431 E

Samstag, 12.06.2021

Gallipoli – Manduria – Campomarino

77

40.297391 N, 17563462 E

Sonntag, 13.06.2021

Campomarino – Castel del Monte

220

41.076895 N, 16.275989 E

Montag, 14.06.2021 

Castel del Monte – Vasto Marina

248

42.094237 N, 14.726027 E

Dienstag, 15.06.2021

Vasto Marina – Assisi 

370

43.077221 N, 12.594737 E

Mittwoch, 16.06.2021

Assisi

  0

43.077221 N, 12.594737 E

Donnerstag, 17.6.2021

 Assisi – Bagnolo in Piano/Emilia R.

 326

44.764128 N, 10.673685 E

Freitag, 18.06.2021

Bagnolo in Piano – Oberengstringen

441

47.408877 N, 08.453998 E

 

Samstag, 29.05.2021                    ZH/Oberengstringen – Capolago            45.903546 N, 08.973994 E
Am frühen Nachmittag starten wir in Oberengstringen und fahren zu Ryffel in Volketswil zum Dumpen. Natürlich stehen wir am Brüttisellerkreuz im stop and go Stau. Ziel das Tessin via San Bernardino. Auf der Höhe Schmerikon frage ich Ernest, ob er seine Medikamente genommen habe und dann gings los: gottv….gammellen riemen siech usw. Ernest hat seine gesamten Medikamente am D28 vergessen. So sind wir auf der Autobahn wieder Richtung Zürich gefahren. Sara und Daniela haben uns liebenswürdigerweise die Medis zum PP Waldegg gebracht. Fängt ja gut an!!!! Am Gotthard hat sich mittlerweile der Stau aufgelöst und so sind wir ohne Stau ins Tessin gefahren und schon gegen 19 Uhr (mit kurzem Verfahren in Mendrisio) bei Evelyne angekommen. Parkieren konnten wir beim Schulhaus. Dann haben wir einen netten Abend im Restaurant Pojana verbracht.



Sonntag, 30.05.2011                      Capolago – Riccione/Misano Adriatico 43.98563  N, 12.690482 E
Durch den Zoll bei Chiasso ging es ohne irgendwelche Kontrolle. Alle Papiere wie Impfausweis, Kopien von Impfbüchlein und Selbstdeklarationspapiere hätten wir dabeigehabt. Auf der Autobahn, ohne viel Verkehr, zügig vorbei an Mailand und auf die Strada del Sole. Da Sonntag hatte es fast keine Lastwagen und so sind wir bereits am frühen Nachmittag nach einer Fahrt durch Rimini und Riccione in Misano Adriatico (bei Riccione) angekommen. Parkiert auf einer Wiese Nähe Strand. Bummel auf der Strandpromenade. Vieles ist noch zu und einige sind an der Vorbereitung für die Öffnung. Apéro und zurück zum Bob da zu müde (und beschwipst) um zu warten bis um 19 Uhr die Restaurants öffnen. Linsen mit Würstli aus der Büchs, nicht gerade ein Festmahl – aber Besseres soll ja kommen.




Montag, 31.05.2021                      Riccione/Misano Adriatico – Vasto        42.095932 N, 14.725190 E

Auf der Landstrasse durch Cattolica, Pesaro bis Ancona. Ernest wollte Mittagshalt machen und ist ins Zentrum gefahren. Die Strassen wurden immer enger und auf der Fahrt hinauf Richtung Basilika hat er einen blauen Parkplatz entdeckt. Und dann ist es passiert: Bob sinkt im Strassenbelag mit dem hinteren rechten Rad etwa 50 cm ein (im Loch hätten Mina und Noah Platz gefunden – keine Übertreibung). Dank 4x4 und Sperre hat es Ernest gerade noch geschafft, Bob wieder aus dem in der Zwischenzeit noch grösserem Loch und der misslichen Schieflage, zu befreien. Ganz oben bei der Basilika ein U-Turn, eilig zurück und vorbei am grossen Loch (einige Anwohner haben bereits Pylonen und Warnlichter gesetzt), durch Ancona und schleunigst auf die Autobahn. Vorbei an Loreto und Pescara bis nach Marina di Vasto/San Salvo Marina. An der Strandpromenade parkiert und nach einem feinen (vierdienten) Apéro und Nachtessen (Restaurant Rusticana) auch dort geschlafen.


Dienstag, 01.06.2021                     Vasto – Vieste/Gargano                             41.886426 N, 16.179036 E
Bei der Wegfahrt mussten wir einige Absperrgitter wegräumen, um aus unserem Schlafplatz weg zu fahren. Auf der Landstrasse vorbei an Termoli in Richtung Lago di Lesina. Am Strassenrand stehen zahlreiche Mädchen und warten «auf Kundschaft» - schon lange nicht mehr gesehen. Durch fruchtbares Gebiet in Richtung Garganoküste. Das Städtchen Rodi di Gargano durchfahren und auf die Küstenstrasse mit wunderschönen Wäldern und Ausblicken auf malerische Buchten. Ernest ist als Fahrer gefordert, hat aber viel Spass und fährt super toll. Viele Campingplätze und schöne Hotelanlagen säumen die Küste. In Vieste fahren wir zum Hafen und genehmigen uns einen Pulpo und Tunacarpaccio mit Prosecco und Rosé. Gegen Abend starten wir einen Bummel durch die Stadt und «landen» in der gut versteckten Osteria degli Archi (die Empfehlung im Apulien Führer von Andreas Haller hat sich bewahrheitet).


Mittwoch, 02.06.2021                   Vieste/Gargano – Bari/Torre a Mar       41.848312 N, 12.58439 E
Von Vieste geht es wieder der wunderschönen Küste entlang. Wir sehen viele kleine Buchten und schöne Hotelanlagen. Die wohl schönste Bucht ist Baia delle Zagare mit zahlreichen privaten Villen. Ab hier geht es durch einige neue Tunnells bis nach Mattinata. Monte Sant’Angelo ist unser erstes «kulturelles» Ziel. Steil geht es bergauf mit vielen, vielen Serpentinen/Tournantes. Ernest und Bob sind gefordert umso mehr, als dass sehr viele Motorradfahrer entgegenkommen. Einige auch auf der falschen Spur – echte Kamikaze (so wird in der Schweiz schon lange nicht mehr gefahren). Oben, auf 800 M.ü.M angelangt wimmelt es von Touristen und wir wissen erst am Abend, dass heute ein Feiertag ist – Tag der Republik Italien. Monte Sant’Angelo ist die Kulturhauptstadt des Gargano. Seit dem 5. Jh. dreht sich alles um den Erzengel Michael, welcher aus dem Morgenland kam und Apulien zu seinem Aufenthaltsort machte. Auf einer Grotte wurde im Jahr 493 eine Kirche gebaut und diese mit Erlaubnis des Papstes Gelsius am 29. September geweiht. Hinunter geht es auf der etwas gemächlicheren Seite via San Giovanni Rotondo und bei Manfredonia wieder an die Küste. Wir folgen der Küstenstrasse, obwohl Lastwagenverbot und die Durchfahrt nur bis 7.5T offiziell erlaubt ist – Ernest kümmert es nicht!I In Trani wollen wir die Stadt besichtigen. Da eben der besagte Feiertag ist, finden wir keinen Parkplatz und verschwinden wieder. In Bari gibt es grundsätzlich viele Parkplätze – nicht aber heute. So durchfahren wir auch diese Stadt mit den hübschen Strandpromenaden und Badeplätzen. In Torre a Mar endlich ein Parkplatz trotz Gewimmel von PW’s an der Strandstrasse gegenüber einem Fischrestaurant. Nur leider schliesst dieses schon um 17 Uhr und ist danach ist lediglich Pizza angesagt. Ernest geht auf einen kurzen Spaziergang und bringt ein schönes Stück Tunfisch von der Pescheria mit. Reis und Tunfisch aus eigener Küche – auch nicht schlecht.



Donnerstag, 03.06.2021               Bari/Torre a Mar – Polignano a Mar      40.999513 N, 17.211395 E
Das fruchtbare Itria-Tal gehört zu den schönsten Kulturlandschaften des Südens. Dies können wir auf der Fahrt zur Grotte di Castellana (nicht besucht) und nach Alberobello bestätigen. Sehr gepflegte Olivenhaine säumen die Strasse, nebst vielen Obst- und Mandelbäumen. Sehr pittoresk sind auch die zahlreichen und sehr schön restaurierten Trullis anzusehen. Die sicherlich netteste der zahlreichen Entstehungslegenden berichtet Giangirolamo II. Acquaviva, im 17.Jh. Feudalherr der Gegend: Schon damals mussten Hausbesitzer an den König eine Art Grundsteuer abführen. Um seinen Untertanen diese Abgabe zu ersparen, ließ Giangirolamo die Bevölkerung mörtellose Steinhütten bauen, die sie vor den Steuereintreibern als Steinhaufen deklarierten. So überlistete der Feudalherr den König und dessen offensichtlich blinde Beamte – und trieb die Steuern dann angeblich selbst ein. Schöner Spaziergang durch die einmalige Stadt der Trullis, durch Alberobello. Gutes Mittagessen im «La Catina» (Empfehlung im Apulienführer von Andreas Haller). Zurück beim Bob ziert unser Scheibenwischer eine Parkbusse von 29.- (zahlbar innert 5 Tagen), respektive 42.- Euro. Wir sind nicht ganz im Parkfeld gestanden. An der felsigen Küste von Polignano a Mar finden wir einen schönen Stellplatz. Ernest unternimmt eine Duci-Fahrt in die kleine Stadt mit dem Auftrag, etwas zum Abendessen zu besorgen – er kommt aber ohne zurück. Wieder hauseigene Kost, Kürbiscremesuppe mit Ingwer, Brot und Käse.


Freitag, 04.06.2021                        Polignano a Mar – Ostuni - Savelletri   40.877379 N, 17.405500E
Wiederum der Küstenstrasse folgend durch nette Feriendörfer wie Savelletri, Torre Canne bis nach Villanova. Diese Gegend gefällt Ernest besonders gut, vielleicht auch deshalb, weil sie (im Moment wenigstens) wenig touristisch wirkt. Überhaupt sind jetzt im Juni in ganz Süditalien fast keine ausländischen Touristen anzutreffen. Unterwegs gibt es Bademöglichkeiten in kleinen Buchten oder auf felsigen Landzungen. In Villanova wollen wir bleiben, gefällt uns aber nicht wirklich. So beschliessen wir uns heute noch die weisse Stadt Ostuni zu besuchen. Schon von Weitem erkennbar und unverwechselbar ist der helle Häuserkranz, der die Kuppen der drei Hügel der «Città Bianca» ziert. Wir durchfahren Olivenhaine mit uralten Olivenbäumen und vielen Rebgärten. Am Fusse der Altstadt finden wir einen (offiziellen) Parkplatz und besteigen eine Vespa-Tuk-Tuk für eine 20-minütige Rundfahrt. Der Fahrer fährt in rasantem Tempo durch das Gassenlabyrith, welche sich den Hügeln hinauf Richtung Kathedrale windet. Einen tollen Ausblick hat man von der weiträumigen Piazza della Libertà mit dem überschwänglich verzierten Obelisken auf dem in 21 Metern Höhe die Monumentalstatue des heiligen Oronzo thront.  An der Piazza della Libertà gibt es in der Osteria Fuori dal Comune ein feines Mittagessen. In Serpentinen geht es wieder hinunter die die Ebene und bei Monopoli nochmals auf die Küstenstrasse auf die Suche nach einem geeigneten Stellplatz. Diesen finden wir in Savelletri und unternehmen einen Spaziergang durch das nette, mit relativ wenig modernen Hotels verbaute Hafenstädtchen. Nachtessen in der Osteria del Porto.


Samstag, 05.06.2021                     Savelletri – Torre Canne                           40.842542 N, 17.462957 E
Ernest hat wieder ein «Projekt». A: er will seine Ducati verkaufen, primär darum, weil ich nicht mit auf seine Ducati sitze (bin keine 20 mehr! Er will dafür eine Vespa kaufen (damit ich auch auf die Ausflüge mitgehen kann, das habe ich versprochen!). B: er will den Kofferraum umbauen, damit er zwei normale Fahrräder (die jetzigen Klappräder sind zu sperrig) verstauen kann. So ist er heute – und wohl bis auf weitere Tage – beschäftigt mit Zeichnen, Ausmessen usw. Wir bleiben bis am späteren Nachmittag und fahren dann noch ein paar kurze Kilometer nach Torre Canne. Zuerst aber mit unserem Gefährt durch die kleinen Strassen und der Uferpromenade entlang durch die kleine Ortschaft. Das erste Mal stehen wir auf einem offiziellen Stellplatz beim Dorfeingang. Dann geht es zu Fuss in die Stadt für Einkäufe – wir sind leer gegessen. Das Nachtessen gibt es im Restaurant Rotondo 2. Offensichtlich ist Kommunionswochenende und Grossfamilien feiern. Es werden Fotos gemacht, immer mit Hunden, ebenfalls eingekleidet mir rosa Tüllröckchen oder anderen «herzigen» Gewändern. Wir amüsieren uns köstlich – auch das Nachtessen ist köstlich (wie immer).


Sonntag, 06.06.2021                      Torre Canne                                                     40.842542 N, 17.462957 E
Heute ist «Ruhetag», d.h. wir reinigen die Solarpennel und die Reeling.  Heute ist der erste Tag ohne strahlend blauem Himmel. Ich gehe Einkaufen im Dorf und bringe zum Nachtessen einen feinen Fisch mit.

Montag, 07.06.2021       T.Canne - Brindisi – Lecce – S.Cataldo                40.389845 N, 18.303117 E
Auf der Schnellstrasse fahren wir bis Brindisi und durchqueren die Stadt relativ schnell. Doch Ernest ist öfters gefordert bei der Fahrt durch die engen Strassen. Der Küstenstrasse folgend bis San Cataldo (Mittagessen) und dann weiter nach Lecce. Hier finden wir einen guten Parkplatz beim Park der Villa Comunale und dem Palazzo die Celestini mit der Kirche Santa Croce mit fantastischer Fassade. Nach einem Bummel durch die Altstadt mit Besichtigung u.A. des römischen Amphitheaters an der Piazza Sant’Oronzo, welches in den 1930er-Jahren zur Hälfte freigelegt wurde, geht ein Gewitter los. Wir stehen über einer Stunde unter Arkaden. Blitze und Donner wie wir sie schon lange nicht mehr erlebt haben und der Regen kommt waagrecht und nicht nur senkrecht vom Himmel herunter. Wir «Helden» haben die Dachluke von der Fahrerkabine offen gelassen! Bei der Rückkehr zu Bob hatten wir die Bescherung: Kiste mit Karten, Fahrtenbuch, Führer, Brillen, Werkzeug usw. voll mit Wasser. Ernests Sitzüberzug trieft. Na ja – wird wieder trocknen. Zurück nach San Cataldo und Nachtessen im Restaurant al Pescatore.


Dienstag, 08.06.2021     San Cataldo – Otranto – Mass. Prosperi              40.229222 N, 18.441599 E
Der felsigen Küste entlang bis nach Otranto. Parkplatz gut ausgeschildert und in der Nähe der Promenade und Altstadt – auch für grosse Fahrzeuge geeignet. Otranto wird beschrieben als piekfein herausgeputzte Hafenstadt und zählt unbestritten zu den namhaftesten und schönsten Etappenzielen des Salento. Der ganze historische Stadtkern ist autofrei und hübsch renoviert (durch wohlhabende Lecceser und Norditaliener). Geografisch gebildete Italiener identifizieren die Ortschaft zudem als östlichsten Punkt Italien, wobei sich dieser ganz genau genommen einige Kilometer südlich am Capo d’Otranto befindet. Nach einem Spaziergang gibt es Mittagessen in der Trattoria Pizzeria Bibbo. Zurück, vorbei an den Laghi Alimini geht es zur Masseria Prosperi. Herzlich empfangen werden wir durch Mercedes und ihrem Staff. Ein zweitägiger Aufenthalt wird uns offeriert von Oliver zu Ernest’s heutigem 72igsten Geburtstag. Vielen Dank nochmals an Oliver. Das gemütliche Anwesen gefällt uns sehr und wir fühlen uns sehr wohl. Oliver und Familie verbringen schon seit ein paar Jahren einen Teil ihrer Sommerferien hier. Dass es auch den Kindern hier gefällt, verstehen wir gut: Schwimmbad (innen und aussen) und jede Menge Tiere – 5 Hunde, Pferde, Esel, Ziegen, Ponys, Gänse usw. Das Nachtessen ist vorzüglich und sogar ein kleiner Geburtstagskuchen gibt es für Ernest.


Mittwoch, 09.06.2021   Masseria Prosperi (ef mit Duci/Lecce)                 40.229222 N, 18.441599 E
Nach einem ausgiebigen Frühstück fährt Ernest heute mit seiner Ducati nochmals nach Lecce. Ich geniesse den «freien Tag» und Ernest wohl auch seinen. Auch heute ist das Nachtessen wiederum vorzüglich – «Highclass», wir kommen wieder (wenn auch nicht mit BoB).


Donnerstag, 10.6.2021 Masseria Prosperi – Torre Pali                                39.837143 N, 18.27853 E
Nochmals ein ausgiebiges Frühstück und dann heisst es Abschied nehmen. Wir folgen der sehr zerklüfteten Küste an vielen Grotten und Torres vorbei in Richtung Süden. Erwähnenswert ist auch der vornehme Kur- und Kongressort Santa Cesarea Terme mit vielen farbenfrohen Prachtvillen im maurischen Stil. Das Wahrzeichen von Santa Cesarea Terme ist die hoch über dem Steilufer stehende Villa Sticchi mit der weithin sichtbaren orangefarbenen Kuppel. An der Südspitze der salentinischen Halbinsel ist «Finis Terrae» - das Ende der Erde. Hier treffen Adriatisches und Ionisches Meer aufeinander. Der hier liegende Ort Santa Maria di Leuca ist für jeden Katholiken ein Muss, umso mehr, als das Papst Benedikt XVI. 2008 zu diesem Kap pilgerte. Hinter der Punta Ristola bäumt sich eine etwa 10 Kilometer Lange zuerklüftete Felsküste auf und anschliessend folgen lange Sandstrände, teils Dünenstrände mit niedrigen Sträuchern, selten gibt es Schatten spendende Wäldchen. In Torre Pali finden wir einen guten Stellplatz direkt am Hafen des kleinen Ortes.


Freitag, 11.06.2021         T.P. – Leuca - Pescoluse - Gallipoli                        40.057953 N, 17.976431 E
Oliver schaut sich seit geraumer Zeit immer wieder Grundstücke im südlichen Teil von Apulien an. Eines davon befindet sich in der Nähe von Pescoluse/Salve. Nach längerem Suchen und genaueren Koordinaten von Oliver finden wir das Grundstück mit dem kleinen Haus. 7000m2 Olivenhaine (leider viele befallen vom Bakterium) in ruhiger und angenehmer Lage. Vom Dach aus sieht man zum Ionischen Meer. Kostenpunkt etwa 80'000.-, muss aber um einiges noch günstiger zu bekommen sein (laut Oliver). Wir messen das Haus aus und führen Oliver nochmals per Facetime durch das Haus und übers Grundstück. Weiter geht es durch nette Badeorte bis nach Gallipoli. Schon aus der Ferne ist die uneinnehmbar wirkende Felseninsel mit der Altstadt zu erkennen. Direkt am Hafen können wir Bob abstellen und wollen den PP bezahlen. Nur, der blöde Automat nimmt weder Karte noch Münzen – auch der zweite und dritte nicht! Eine nette Dame klärt uns aber auf und informiert, dass nur in den Monaten Juli und August bezahlt werden muss (steht nirgends). Mittagessen im Cafe del Mar. Auf dem Befestigungswall, der sich rund um die Stadt zieht, spazieren und umrunden wir die Stadt bis zur Markthalle. Diese wurde als exklusive Shoppingmall umfunktioniert und als Museum eingerichtet. Auf der Via Antonietta de Pace, mit vielen kleinen Boutiquen und Souvenirshops spazieren wir zurück zum Cafe del Mar und genehmigen uns einen Apéro.


Samstag, 12.06.2021      Gallipoli – Manduria – Campomarino   77          40.297391 N, 17563462 E
Wiederum der Küste folgend, vorbei an Badeorten. Die beiden zusammengewachsenen Orte Santa Maria al Bagno und Santa Caterina bestechen durch die zahlreichen stilvollen Villen mit wunderschönen Gärten und Parkanlagen. Im Landesinneren in Richtung Manduria durchfahren wir riesige Rebfelder. Hier wächst der Primitivo di Manduria, ein robuster Rotwein. Die Stadt selber durchfahren wir und Ernest hat wieder einmal sein fahrerisches Können gezeigt. Zurück an die Küste nach Maruggio/Campmarino wo wir erst beim Hafen parkieren und es gerade noch ins nächste Restaurant schaffen, bevor ein heftiges Gewitter aufkommt. Es regnet satte zwei Stunden, bevor wir zurück zum Bob können. Ernest schaut Fussballmatch Wales-Schweiz. Da gegen Abend ein Markt aufgestellt wird, müssen wir kurz dislozieren, finden aber bald eine offizielle blaue Parkzone.


Sonntag, 13.06.2021      Campomarino di M. – Castel del Monte             41.076895 N, 16.275989 E
Bis Taranto durchfahren wir viele Badeorte mit schönen Sandstränden und glasklarem türkisfarbenem Wasser. Alle werden rege besucht. Tarent/Taranto ist die zweitgrösste Stadt Apuliens und tausend Jahre älter als Rom. Da die Hauptstrasse mitten durch die Stadt führt, können wir uns auch von der Altstadtinsel einen guten Eindruck erhalten, insbesondere vom äusserst schlechten Zustand der Häuser an der Wasserfront. Bei vielen alten Palazzi hat die Natur wieder übernommen und Bäume und Sträucher wachsen aus den Fenstern. Aus der kleinen Provinzstadt Castellaneta stammt der berühmte Schauspieler Rudolpho Valentino (1895-1926) – eine, in meinen Augen recht hässliche, Statue ziert einen Dorfplatz. Weiter via Matera, der Schluchtenstadt mit Ansammlungen von Höhlenwohungen und Altamura. Wie immer, Ernest fährt ins «Centro Storico» und meist müssen wir irgendwann «vorfait» geben – es geht mit Bob nicht mehr weiter, für solche Dörfer ist er einfach zu gross. Parkplätze gibt es meist auch keine für uns. In Castel del Monte stehen wir auf einem schönen Camper- und Busparkplatz und besuchen das Castel im Abendlicht. Obwohl die Küche im Restaurant geschlossen ist, bewirtet uns der Patron persönlich mit einer Platte voller Puglinischen Köstlichkeiten.


Montag, 14.06.2021       Castel del Monte – Vasto Marina                           42.094237 N, 14.726027 E
Nochmals zum Castel del Monte mit Besichtigung. Castel del Monte wird auch «die steinerne Krone Apuliens» genannt. Seit 1996 ist die geheimnisvolle Burg Kaiser Friedrichs II (Barbarossa) UNESCO Weltkulturerbe.  In Minervino, nach einer Fahrt auf Nebenstrassen durch weite Getreidefelder und Fahrt durch die Stadt, landen wir wieder in einer Sackgasse. Wegen des Marktes müssen wir einen Umweg machen und dieser ist natürlich nicht beschildert. Die Italiener sind aber sehr entspannt und helfen wie immer. Eine Dame führt uns mit ihrem PW durch Quartierstrassen auf die richtige Hauptstrasse. Vorbei an Foggia und Lucera bis San Severo. Hier nehmen wir die Autobahn und veranstalten einen Verkehrsstau. Das «Billetto» an der Schranke für die Einfahrt will nicht rauskommen. Nach guten 5 Minuten kommt dann einer aus dem Häuschen und gibt uns ein Einfahrticket und öffnet die Schranken. Der Autobahn entlang blüht kilometerlang der Oleander – ein wunderschöner Anblick. Bei Vasto verlassen wir die Autobahn. Der Mann im Häuschen kann mit dem Ticket nichts viel anfangen und lässt uns dann aber für wenige Euros raus. In Vasto Marina parkieren wir in der Nähe des Strandes, bummeln über die Promenade, genehmigen uns einen Apéro und geniessen bei hochsommerlichen Temperaturen ein feines Nachtessen, wiederum im Restaurant La Rusticana.


Dienstag, 15.06.2021     Vasto Marina – Assisi                                                  43.077221 N, 12.594737 E
Nach einem Frühstück in der Stadt Vasto, welche uns übrigens sehr gut gefällt, geht es auf die Autobahn. Vorbei an Pescara, Chieti ins Hinterland und auf der «grünen Strasse» durch die Abruzzen bis nach Aquila. Hier auch wieder auf einer Einbahnstrasse ins «Centro Storico» - bis es nicht mehr weiter geht. Auf der Umrundung des Hauptplatzes müssen Blumenkisten weggeräumt werden, damit wir überhaupt weiterkommen. Die Rückfahrt geht nur zurück durch die Einbahnstrasse – Contramano. Die Italiener nehmen es aber wieder gelassen und nach ca. 500 Meter Einbahnstrasse geht es auf die richtige Spur. In L’Aquila soll es einen Brunnen geben mit 99 Wasserspeiern – den haben wir verpasst, da dieser irgendwann nicht mehr ausgeschildert wurde und wir keine weiteren Irrfahrten mehr riskieren wollten. Nach dem Mittagessen in L’Aquila (bei der Ausfahrt der Stadt!) fahren wir weiter via Rieti, Terni, Perugia bis nach Assisi. Hier finden wir einen kleinen Camperplatz bei Agrotourismo Il Girasole mit schönem Schwimmbad.


Mittwoch, 16.06.2021   Assisi                                                                  0            43.077221 N, 12.594737 E
Mit dem Shuttlebus geht es hoch nach Assisi. Assisi ist eine Hügelstadt in Umbrien, einer Region in Mittelitalien und sehr schön «herausgeputzt». Im September 1997, bei einem grösseren Erdbeben, wurden zahlreiche Häuser stark beschädigt oder sind sogar eingestürzt – davon ist nichts mehr zu sehen. Assisi ist auch der Geburtsort des heiligen Franziskus von Assisi (1181–1226), eines der Schutzheiligen Italiens. Als heilige Stadt des Christentums, ist Assisi Ziel vieler Pilger, die hier die Orte besuchen können, an denen der Heilige San Francesco geboren wurde, lebte und starb. Der Heilige Franziskus starb im Alter von ca. 44 Jahren und wurde nur zwei Jahre später, am 16. Juli 1228, in Assisi, heiliggesprochen. Durch sein asketisches Naheverhältnis zur Natur wurde er zum Patron der Tiere. Die Vögel verstanden ihn angeblich, wenn er zu ihnen sprach, selbst “Bruder Wolf” wurde in seiner Gegenwart zahm. Die Basilika San Francesco ist eine gewaltige Kirche mit 2 Ebenen. Die Kirchweihe fand 1253 statt. Die Freskomalereien aus dem 13. Jahrhundert, die das Leben des heiligen Franziskus darstellen, wurden unter anderem Giotto und Cimabue zugeschrieben. In der Krypta befindet sich der Steinsarkophag des Heiligen. Zurzeit sind noch nicht viele Pilger auszumachen und auch die ausländischen Touristen fehlen noch. Wir geniessen die beschauliche Ruhe und genehmigen uns ein Café und Thé in einem Restaurant an der Piazza del Comune neben der Kirche Santa Maria. Um die Mittagszeit geht es zurück mit dem Shuttlebus zum Il Girasole. Es ist heiss und ein Bad im Swimmingpool tut gut.


Donnerstag, 17.6.2021 Assisi – Bagnolo in Piano / Reggio nel Emilia    44.764128 N, 10.673685 E
Auf der Schnellstrasse geht es zügig vorbei an Perugia in Richtung Apennin. Es wird viel gebaut und renoviert an der Strasse. Durch den Apennin führt die Strasse durch zahlreiche Tunnels, Galerien und über viele Hochbrücken. Bei Cesena geht es auf die Autobahn. Der Gegenverkehr von Lastwagen ist enorm. Wir zählen innerhalb einer Minute ca. 100 entgegenkommende LKW’s. Vorbei an Bologna und Modena bis Reggio nell’Emilia und weiter nach Bagnolo in Piano. Hier stehen wir wieder auf dem Parkplatz beim Parco Europa und dem Wasserturm. Das Nachtessen gibt es im Restaurant Cà Rossa.

Freitag, 18.06.2021 – Bagnolo in Piano – Oberengstringen/Zürich
Heute haben wir mit viel Verkehr gerechnet. Ist zum Glück nicht eingetreten. Weder auf der Umfahrung von Mailand noch am Zoll in Chiasso hat es Stau. Bei der Einreise in die Schweiz wurden wir «durchgewunken». Während der ganzen Reise sind wir nie in eine Kontrolle geraten, auch nach keinem Impfausweis oder Covid-Test wurde je gefragt. Via Gotthardtunnel (kein Stau beim Südportal, ca. 3km beim Nordportal) zurück ins Mittelland und zum Ausgangsort Oberengstringen.

Fazit: Die Reise nach Apulien/Puglia zu dieser Jahreszeit ist empfehlenswert. Einerseits ist die Gegend noch nicht mit Touristen «überschwemmt» und die Temperatur (mit Ausnahme der letzten drei Tage im Norden) war mit durchschnittlich 25 Grad geradezu ideal. Die Fahrt mit BoB war für Ernest teilweise anstrengend und einige Dörfer und kleinere Städte konnten wir nicht befahren – BoB ist für Europa eher zu gross. Ernest’s fahrerisches Können war öfters gefragt – jedoch; er konnte es nicht lassen, immer den Schildern «Centro» zu folgen, was hie und da zu Diskussionen und keinem Weiterkommen geführt hat. Die Italiener waren aber immer sehr tolerant und hilfsbereit und haben uns öfters «aus der Patsche» geholfen. Apulien werden wir sicher wieder bereisen, jedoch mit Flugzeug und Mietauto.


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