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2014Quito/Pifo – CuencakmKoordinaten/Uebern’ort/M.ü.M.
07.07.2014/Mo  Quito/Pifo 0-0.215844S, -78.361210W / 2514
08.07.2014/DiQuito/Pifo – Vulkan Cotopaxi84-0.586964S, -78.448546W / 3766
09.07.2014/MiVulkan Cotopaxi – Alausi175-2.200433S, -78.846258W / 2353
10.07.2014/DoAlausi – El Tambo98-2.502898S, -78.928193W / 3021
11.07.2014/FrEl Tambo – Cuenca104-2.905822S, -79.027967W / 2596
12.07.2014/SaCuenca0-2.905822S, -79.027967W  / 2596
13.07.2014/SoCuenca (Gualaceo/Cordeleg)98-2.905822S, -79.027967W / 2596


Wochenbericht 07.-13.07.2014 / Quito/Pifo – Cuenca
Nach Galapagos heisst es Wäsche in die Wäscherei bringen. Fotos bearbeiten. Vorbereiten für die kommenden Tage. Arie gibt uns gute Tipps für die Fahrt in Richtung Cotopaxi.



Wir verabschieden uns von Donna Laura, auf deren Grundstück unser Bob steht, und von Maria und Arie und fahren anschliessend in Richtung Cotopaxi. Bei Sangolqui biegen wir ab ins Tal des Rio Pita ab und fahren auf einer alten Steinstrasse in Richtung Rumpamba. Zuerst geht es durch ein abwechslungsreiches Tal bis man auf der Höhe des Vulkanes Ruminahui auf eine karge Hochebene gelangt. In der Nähe des Eingangs „Norte“ in den Parque Cotopaxi gibt es  Inkaausgrabungen.


Ernest will diese besuchen. Der Parkwächter erklärt uns den Weg und meint, in ca. 15 Minuten seien wir dort. Der Weg ist aber derart schlecht, dass wir für die Hinfahrt etwa eine Stunde brauchen. Wir besichtigen die Stätte Manantiales, zu sehen sind allerdings keinerlei Ausgrabungen, sondern lediglich ein kleiner Talboden mit einem Bach und wunderschöner Flora.






Für die Rückfahrt brauchen wir ebenfalls wieder etwa eine Stunde. Mit Zeitangaben und Distanzangaben haben es die Ecuadorianer überhaupt nicht! Weiter geht es zum Restaurant/Hotel Tambopaxi und nach einer Bachüberquerung mit Bob parken wir beim Restaurant. Wir entscheiden uns gleich hier zu nächtigen. Im Restaurant läuft der Fernseher: Deutschland – Brasilien (7:1). Zu Gast sind auch Deutsche, welche fast aus dem Häuschen geraten! Gleichzeitig zeigt sich gegen Abend dann doch noch der Cotopaxi, wenn auch immer mit einem „Hut“. Wir stehen auf einer Höhe von 3700m, es ist etwa 2° kalt und auch in der Nacht windet es heftig.




Heute haben wir riesiges Glück. Schon am Morgen sind nur wenige Wolken zu sehen und so steht uns nichts im Wege auf den Cotopaxi zu fahren. Zuerst geht es wieder über eine karge Hochebene bis zum Fuss des Cotopaxi. Die Schotterstrasse windet sich in zahlreichen Kurven hoch hinauf auf 4636m bis zum Parkplatz. Bob schafft die Fahrt hinauf ohne Probleme.






Wir bleiben nicht lange und steigen auch nicht aus, da er derart windet, dass wir Bedenken haben, dass es uns die Türen wegreisst. Auf der Fahrt hinunter in die Ebene fängt Bob aber dann doch an „zu husten“, d.h. er stösst teilweise recht starken weissen Rauch aus. Ernest meint, dass die Elektronik vielleicht etwas Mühe hat, die ungewohnten Werte richtig zu dosieren und zu verarbeiten.


An der Laguna machen wir nochmals einen Halt und können uns an diesem Vulkan, welcher übrigens noch aktiv ist, nicht sattsehen. Seit 1738 ist der Cotopaxi etwa 50 Mal ausgebrochen. Davon waren die gewaltigsten Eruptionen die der Jahre 1744, 1768 und 1877. Die große Eruption 1877 schmolz den Gipfelgletscher vollständig ab, so dass die entstehende Schlammlawine das umliegende Land mehr als 100 km weit überflutete und die Stadt Latacunga komplett zerstörte. Der letzte größere Ausbruch war 1904, danach folgten mehrere kleine Ausbrüche bis 1940. Die letzte größere Aktivität 1975–76 bestand in einer Temperaturerhöhung, Rauchbildung und kleineren Erdbeben. Auch heute ist oft Rauchausstoß zu beobachten. Bald geht die gut unterhaltene Schotterstrasse in eine neue Teerstrasse über und bei Santa Rita gelangen wir wieder auf die Panamericana. Nach einem kurzen Halt in der Mall von Latacugna (Einkaufen bei Supermaxi) geht es zügig südwärts. Vorbei an Ambato, Riobamba, dem höchsten Vulkan von Ecuador, dem Chimborazo (6310m – in den Wolken versteckt) Cajabamba geht es nach Alausi. Wir sind unterwegs auf Höhen zwischen 2500m und 3500m. In Alausi parken wir direkt an der Plaza hinter dem Bahnhof an der Strasse Garcia Morena. Ernest „verschwindet“ wieder zum Fussballmatch, ich geniesse die Ruhe!


Auf zum Bahnhof. Wir kaufen zwei Tickets für die Zugfahrt zum „Nariz del Diablo.“ (siehe Kurzgeschichte). Der Touristenzug fährt mehrmals täglich (ausser Montag) und es versammeln sich erstaunlich viele Fahrgäste für die Abfahrt um 11 Uhr. Sehr gepflegte Bahnwagons werden gezogen von zwei starken Dieselloks. Zuerst führt die Fahrt aus der kleinen Stadt Alausi und bald gelangt man zur Schlucht des Rio Chanchán. Mit einigen Kehren werden die ersten hundert Meter talabwärts überwunden.





Nach etwa 40-minütiger Fahrt erreicht man die Teufelsnase. Der Zug fährt im steilen Berghang in ein Stumpfgleis und nimmt einen Fahrtrichtungswechsel vor und fährt dann rückwärts talabwärts in das nächste Stumpfgleis (Zick-Zack-Fahrt). Auf diesem Streckenabschnitt, der als steilste Bahnstrecke der Welt gilt, werden rund 500 Höhenmeter in mehreren Spitzkehren bewältigt. Bei Sibambe wird ein stündiger Halt eingelegt. Die Touristen werden von einer Tanzgruppe und einigen, dem Gleis entlang reitenden Gouchos mit roten Hemden oder Ponchos empfangen.


In einem kleinen Museum erklärt ein Führer wie die Anlage gebaut wurde. Die Rückfahrt erfolgt auf der gleichen Strecke und um etwa 13.30 Uhr sind wir wieder zurück in Alausi. Die Zugfahrt ist eindrücklich und hat uns gut gefallen.




Durch schroffes Gebirge und kleine Dörfer fahren wir immer noch in Höhen von 2500m bis 3500m rauf und runter. Den Besuch von Ingapirca verschieben wir auf den morgigen Tag und übernachten auf dem Parkplatz des Restaurants Rancho Grande an der Hauptstrasse.
Ein Führer erklärt uns die Anlage Ingaprica. Der genaue Zweck der Anlage, die von den spanischen Chronisten der Conquista als „Burg“ (castillo) bezeichnet wurde, ist noch immer nicht ganz entschlüsselt. Inzwischen ist jedoch deutlich geworden, dass es sich nicht um eine Festung, sondern um eine Kultstätte der Kañari handelte, die später auch von den Inka genutzt und ausgebaut wurde.




Die Bauweise des fugenlosen Zusammenfügens großer behauener Steinblöcke ähnelt den in Cuzco erhaltenen Inkaruinen. Nach gängiger Deutung umfasst der Komplex unter anderem einen Sonnentempel, ein Observatorium zur Beobachtung von Sonne und Mond, Lagerräume, rituelle Bäder, Grabstätten, Straßen und Plätze. Die Anlage liegt auf einem schönen Plateau, umgeben von einigen Bächen und umgeben von Höhenzügen und gefällt uns sehr. Am frühen Nachmittag gelangen wir nach Cuenca, fahren zum Camping Cabanas Yanuncay und begeben uns mit Taxi in die Innenstadt. Am wichtigsten Platz der Stadt, der Plaza Abdon Calderon, besteigen wir einen Stadtrundfahrtenbus und geniessen eine fast zweistündige Rundfahrt für $ 5.- pro Person. Die Kabel hängen in den Strassen teilweise so tief, dass sie knapp über unsere Köpfe ziehen.




Am Plaza Abdon Calderon befinden sich die 1557 begonnene alte Kathedrale mit der ältesten Orgel Ecuadors und die 1855 begonnene, aber wegen diverser Erdbeben nicht endgültig festgestellte neue Kathedrale, die bis zu 10000 Gläubigen Platz bietet. Die Altstadt wurde 1999 in die Liste des Welkulturerbes der UNESCO aufgenommen.





Am Vormittag begeben wir uns nochmals in die Stadt und müssen schon wieder unsere Datakarte aufladen lassen. Das ganze Prozedere dauert wieder über eine Stunde und wir sind uns nicht sicher, ob die uns übers Ohr hauen wollen. Wir bezahlen $20, geladen wurden aber nur $5.-, dann aber doch wieder $15.-. Movistar in Ecuador nervt! Zusammen mit Guliana aus Torino, Stefan und Birgit aus Graz, welche ebenfalls auf dem Camping stehen, nehmen wir das Nachtessen in unserem Bob ein und verbringen einen netten und interessanten Abend.
In der Nähe von Cuenca soll es drei nette Sonntagsmärkte geben. Bereits um 7 Uhr machen wir uns auf den Weg und fahren mit Bob nach Galaceo. Zuerst begeben wir uns zur Markthalle und dann weiter mit einem Taxi zum Sonntagsmarkt, der etwas oberhalb des Dorfzentrums liegt. Der Markt ist teilweise unter Dach, teilweise auf dem Vorplatz. Es bieten vor allem Frauen in ihren Trachten ihre Früchte und Gemüse an. Der Markt ist sehr sauber und das ganze Geschehen ist sehr ordentlich und relaxt, ohne jegliches Marktgeschrei und ohne Touristen.




Wir kaufen einiges an Gemüse und fahren weiter zum 5 km entfernten Chordeleg. Ein hübsches Dorf mit vielen Schmuckläden. Ergibige Goldminen in der Umgebung bilden die Grundlage des Goldschmiedehandwerks in der Stadt. Der Markt ist ebenfalls in einer Markthalle untergebracht, ebenfalls sehr sauber und ordentlich. Ganze Schweine werden hier gebraten und zum Verzehr angeboten.




Auch wir, insbesondere Ernest, können nicht wiederstehen und müssen probieren! Zurück in Cuenca verschwindet Ernest mit Stefan und Birgit zum Fussballmatch/Final Deutschland gegen Argentinien in die Mall del Rio. Ich habe wieder einiges an administrativer Arbeit zu erledigen und nebenbei backe ich noch vier kleine Zöpfe für das morgige Frühstück.

Kurzgeschichte 12/14 – La Nariz de Diablo
La Nariz del Diablo (englisch „devil’s nose“, deutsch „Teufelsnase“; ursprünglich Nariz de Pistishi) ist ein 100 Meter hoher markanter Felsvorsprung über der Schlucht des Rio Chanchán im Kanton Alausí in der Provinz Chimborazo. Er ist das markanteste Teilstück der Zugverbindung von Riobamba (2.754 m) über Alausí (2.360 m) durch mehrere Klimazonen des Landes vom Hochland der Anden nach Sibambe (1.806 m) und weiter an die Küste. Um diesen Felsen zu überwinden, wurden die Gleise in der steilen Wand der Teufelsnase fast übereinander gelegt und durch zwei Spitzkehren miteinander verbunden. Die Strecke wurde zwischen 1899 und 1908 gebaut und galt damals als ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Nach diversen Unterbrechungen durch extremes Wetter während des El Niño 1997/98 sowie der definitiven Unterbrechung der Strecke durch einen Erdrutsch rund 12 Kilometer südwestlich der Teufelsnase im Jahre 1999 wurde der Zug für Touristen noch bis unter die Teufelsnase betrieben und dort gewendet. Nach dem Wiederaufbau und der kompletten Erneuerung der Trassen bis 2012 fahren exklusive Züge seit 2013 wieder in mehreren Tagen von Quito bis an die Küste. Die Fahrt bis unter die Teufelsnase von Alausi ist weiterhin als Tagesausflug in Touristenzügen möglich. Die Zugfahrt auf den Dächern der Wagen war eine besondere Touristenattraktion, welche 2004 verboten wurde. Aufgrund der starken Nachfrage wurden stärker gesicherte Dachfahrten vorübergehend wieder möglich. Nach einem tödlichen Unfall im Jahr 2007 wurden sie endgültig verboten.




2014Cuenca/Ecua. – Cátac/Peru
km  
Koordinaten/Uebern’ort/M.ü.M
14.07.14/Mo Cuenca - Puyango (B. Petrif.)255-3.882605S, -80.082143W / 297
15.07.14/DiPuyango (E) – Zorritos (P)156-3.695653S, -80.705014W / 12
16.07.14/MiZorritos   0-3.695653S, -80.705014W / 12
17.07.14/DoZorritos – Lambayeque459-6.705544S, -79.900400W / 26
18.07.14/FrLambayeque – Huanchaco253-8.074213S, -79.119286W / 0
19.07.14/SaHuanacho – Chimbote160-9.078093S, -78.590589W / 7
20.07.14/SoChimbote – Cátac253-9.801850S, -77.430662W / 3577


Wochenbericht 14. - 20.07.2014 / Cuenca/Ecuador – Cátac/Peru
Die Fahrt in Richtung Pazifik ist ein Wechselspiel bezüglich Landschaften und Flora. Nach Cuenca geht es durch eine fruchtbare Hochebene mit Landwirtschaft. Dann weiter durch anfangs noch grüner aber immer karger werdende Schlucht. Bald gibt es nur noch Felswände, Steine und sandige Erde. Hier trocknen die Bauern vom Tiefland ihre Kaffeebohnen.




Hoffentlich rutsch hier nichts runter! Keinerlei Sicherung!


Bald wird es wieder fruchtbar und nach Pasaje geht es durch grosse Bananenplantagen. Bei Arenillas fahren wir nochmals in die Hügel bis nach Puyango. Hier besuchen wir den Parque Los Bosques Petrificados, einer der grössten versteinerten Wälder der Welt. Mit einem Führer gehen wir auf einen Rundweg und können viele wundervolle Exemplare von versteinerten Baumstämmen, welche in etwa 100 Millionen Jahre alt sind, sehen.






Der längste gefundene Baumstamm ist ca. 15 Meter lang und hat einen Umfang von ca. 2.50 Meter. Ebenfalls zu sehen sind die fantastischen Petrino Gigantes, welche bis zu einer Höhe von 45 Meter und einem Durchmesser von 2.50 Meter heranwachsen können. Wir übernachten in der Nähe des Parkbüros neben der Brücke. 


Zeitig machen wir uns auf den Weg nach Peru. Bereits 11 Kilometer vor der Grenze befindet sich das Amt, wo man das Fahrzeug für Ecuador abmelden muss – wir fahren vorerst natürlich daran vorbei! Das Abmelden ist eine Sache von 5 Minuten – Stempel und Unterschrift auf Einreisepapier für die Ausreise, fertig. Dann geht es weiter zur Grenze Ecuador – Peru, ein topmodernes Zollareal. Zuerst melden wir uns ab für Ecuador und an für Peru (im gleichen Raum). Da es nur ganz wenige Grenzgänger hat, ist dies ebenfalls eine Sache von höchstens 10 Minuten. Weiter muss noch das Fahrzeug in Peru eingeführt werden. Die Wartezeit ist sehr kurz nur…. Die Grenzbeamtin markiert richtigerweise als Ursprungsland „Switzerland“ aber auf dem Papier gedruckt wird…. Swaziland (hatten wir doch schon mal in Guatemala)! Zudem steht als Beschaffungspreis des Fahrzeuges U$ 1000.-. Wir haben einfachheitshalber U$ 100‘000 angegeben – aber was sind schon zwei Nullen mehr oder weniger! Ernest will eigentlich nicht reklamieren, ich tue es aber trotzdem, da ich keine Probleme haben will. Die Beamtin druckt mindestens 5-6 Einreisepapiere aus, bevor der Computer irgendwie überlistet werden kann. Offensichtlich ein Fehler bei den Stammdaten. Das ganze Prozedere dauert etwa eine Stunde und die Beamten entschuldigen sich mehrmals für die lange Wartezeit.


Eben kommen wir aus äusserst fruchtbarer Gegend im Süden von Ecuador und schon fahren wir durch ödes Wüstengebiet.


In Tumbes wollen wir unsere Telefon- und Datenkarte kaufen und finden kurz vor der Brücke am Stadtausgang einen Parkplatz. Ganz in der Nähe gibt es den Hauptplatz und eine Fussgängerzone und hier finden wir Claro (wollen Movistar nicht mehr, da viele Probleme in Ecuador). Ernest’s Telefon funktioniert sehr schnell einwandfrei, nur mit dem Ipad will es nicht funktionieren. Erst nach meiner Aufforderung, nun endlich mal die Zentrale von Claro anzurufen, macht dies der junge Mann. Verdreht allerdings immer seine Augen, wenn er etwas anderes einstellen soll. Es liegt an APN-Einstellung, nur diese ist offensichtlich immer falsch. Nach einer halben Stunde gebe ich auf und will es in einer anderen Stadt dann nochmals versuchen. Weiter geht es nach Zorritos, zum wunderschönen Strand bei der Anlage 3 Puntes Casa Grillo. Am Mittwoch schalten wir einen Ruhetag ein und erledigen einige anstehenden Arbeiten. Leider funktioniert das Internet nicht und so ist es wieder nichts mit Webseite updaten.


Auf gut ausgebauter Panamericana fahren wir bis El Alto der Küste entlang und dann gut hundert Kilometer durch Wüstengebiet – nur Sand, hie und da mal ein paar Büsche, Oelförderpumpen und Steinwüste. Vorbei an Sullana und Piura geht es nochmals gut zweihundert Kilometer durch die knochentrockene Wüste Sechura (Sechura heisst: Trockenheit). In Lambayeque parken wir vor dem Museo Tumbas Reales de Sipan. Die 460 Kilometer waren auf der wenig befahrenen Panamericana gut zu meistern.




Nächsten Vormittag besuchen wir das grandiose Museo Tumbas Reales de Sipán, das Grabfunde von Sipán (liegt ca. 40 km entfernt von Lambayeque) ausstellt. Das Museum ist eines der beeindruckendsten und bestens aufbereiteten Museen Perus. Geformt wie die Adobe-Pyramiden führt eine Rampe in das grosse, 2002 eingeweihte Museum mit drei Stockwerken, in denen die Phasen der Ausgrabungen dokumentiert sind: Freilegung der Gräber, Fundstücke aus den Gräbern der Priester und des Alten Herrschers von Sipán, welche der Mochica-Gesellschaft (100-800 n.Chr.) angehörten.




Der Grabfund des Herrschers von Sipán war 1987 ein archäologischer „Volltreffer“, der spektakulärste in Peru seit langem. Die Grabbeigaben des etwa 40-45 Jahre alten und 1.66 m grossen Mannes waren ausserordentlich zahlreich und wertvoll: Eine dreiteilige goldene Totenmaske, Brustschmuck, Hüftschilde aus Gold und Silber, goldener Nasenschmuck, Ohrpflöcke mit Türkiseinlegearbeiten und silberne Sandalen.




Ausserdem sind zu sehen eine Halskette aus übergrossen Erdnüssen aus Silber und Gold, ein 62 cm grosses, halbmondförmiges Diadem aus Gold, Pektorale aus Muschelstücken, Textilien, Federarbeiten, über 1100 Gefässe und viele wertvolle Kleinteile mehr. Unter den zahlreichen Edelsteinen befanden sich auch blaue Lapislazuli, Steine, wie sie nur an der Chilenischen Küste vorkommen. Für Archäologen der Hinweis, dass die Mochica regen Handel über weite Entfernungen trieben. Im Grab des alten Herrschers befanden sich ebenfalls ein Grabwächter, der mit amputierten Füssen über den Holzbalken des Sarkophags lag, drei junge Frauen (Haupt- und Nebenfrauen) und drei Mochica-Krieger (ein Militärchef, ein Bannerträger und ein Dienstbote oder Wächter). Wahrscheinlich waren auch sie während der Grabzeremonie geopfert worden. Zuunterst lagen die Skelette von zwei geopferten Lamas und eines Hundes und in einer Ecke die Überreste eines etwa zehnjährigen Jungen. Eine wahrlich eindrückliche Ausstellung. Leider darf nicht fotografiert werden (die Bilder sind aus dem Internet "geklaut"!).


So wollen wir auch noch die Originalausgrabungsstätte besuchen. Vorher fahren wir nach Chiclayo. Hier will uns einer unbedingt anhalten und meint, etwas mit unserem Fahrzeug sei nicht in Ordnung. Wir trauen dem nicht. Ernest steigt trotzdem aus und kontrolliert das gemeinte Gestänge, ist aber alles in Ordnung. Derweil sitze ich im Fahrzeug, Türen geschlossen und den Polizeiknüppel in der Hand – just in case! Bald kommen zwei Polizisten anmarschiert und meinen, wir sollen weiterfahren, es sei alles in Ordnung. Der eine sei ein „Gauner“. Dann parken wir bei einem Supermercato (Tottuis) und fahren mit einem Taxi zum Mercado de Hierbas (Kräutermarkt), auch „Mercado de Brujos“ (Hexenmarkt) genannt. Vom „Mercado de Brujos“ will allerdings der Taxifahrer nichts wissen, führt uns aber dennoch an den richtigen Ort. Der Kräutermarkt ist klein und trotzdem findet man interessante Angebote wie z.B. Schlangenhäute, Vogelköpfe, Leopardenfelle und viele, viele Kräuter.






In Sipán besuchen wir das, ebenfalls sehr schöne, Museum und dürfen hier auch fotografieren.  Allerdings sind keine Gräber als solches ausgestellt.








Für die Weiterfahrt will Ernest eine Abkürzung nehmen. Die Strasse ist auf keinem Navi aufgeführt. So kommt es dann auch, dass wir uns, trotz mehrmaligem Nachfragen etwas verfahren und wohl die „gewonnene“ Zeit wieder zunichtemachen.


Nach langer Zeit fahren wir, entgegen unserem Grundsatz, wieder einmal in der Nacht und kommen erst um 20 Uhr in Huanchaco an. Direkt an der Strandpromenade können wir parken und gehen in ein nahegelegenes Restaurant vorzüglich essen.


Huanchaco ist ein Ferienort mit schöner Meerespromenade und als Attraktion sind die „Caballitos de Totora“, die „Schilfrohrpferdchen“ zu sehen. Das Schilf wird so zusammengebunden, dass die Fischer, wie auf dem Rücken eines Pferdes sitzend auf das Meer hinauspaddeln können. Die Fische werden in einer muldenförmigen Vertiefung aufbewahrt.




In Chan Chan lassen wir uns von einem ausgezeichneten Führer die einstige Hauptstadt des mächtigen Reiches von Chimor oder der Chimu, die ca. 1000-1450 n.Chr. als Nachfolgevolk der Mochica die Küstenwüste zwischen Paramonga und Tumbes beherrschten. Chan Chan dehnte sich auf rund 20 qkm aus, war teilweise von einer Adobemauer umgeben und beherbergte in ihrer Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert schätzungsweise 50.000 bis 80.000 Einwohner. Sie war in ihrer Zeit nicht nur die grösste Stadt ganz Südamerikas, sondern wahrscheinlich der ganzen Welt. Es gab und gibt keine grössere Stadtanlage, die nur aus Lehmziegeln errichtet wurde. Der am besten erhaltene Stadtsektor wurde nach dem Schweizer Südamerikaforscher Johann Jakob von Tschudi (1818-1889) benannt.




Im nahegelegenen Museum werden gefundene Artefakte gezeigt und die Lebensart der damaligen Zeit dargestellt.




Die Stadt Trujillo mit der schönen Plaza de Armas gefällt uns gut. Hier versuche ich es nochmals bei Claro und siehe da, eine kleine APN Einstellung ändern und das Internet und die Mails funktionieren. Allerdings muss ich für diese, keine 10 Sekundenänderung eine gute Stunde anstehen! Trujillo ist die drittgrösste Stadt Perus mit etwa 750.000 Einwohnern.




Trujillo wurde 1534 von Diego de Almagro zu Ehren der spanischen Geburtsstadt Francisco Pizarros gegründet und war Sitz zahlreicher Vizekönige. Die Unabhängigkeit Perus wurde 1820 zuerst in Trujillo verkündet. Dann geht es weiter zur Sonnen- und Mondpyramide (Huaca del Sol y de la Luna). Diese sind die grössten präkolumbischen Heiligtümer Südamerikas und bestehen aus Millionen von Adobe-Ziegeln. Auch hier besuchen wir das topmoderne und wunderschön ausgestellte Museum mit vielen Keramikgegenständen – leider auch verboten zu fotografieren.




Ein Führer zeigt uns die Ausgrabungen der Mondpyramide. 1899 entdeckte der deutsche Archäologe Max Uhle in den verschiedenen Ebenen der sechs Stufen verschiedenfarbige Malereien bzw. Reliefs, die inzwischen mühevoll restauriert wurden. Erst 1990 wurden weitere grosse Wandmalereien entdeckt, die gut erhalten sind. Täglich arbeiten immer noch etwa 170 Personen an der Ausgrabungsstätte.






Nochmals fahren wir in die Nacht hinein bis Chimbote und parkieren am Stadtpark an der Malecon. Die Nacht ist sehr laut, da, wie überall in den Städten welche wir bis anhin besucht oder durchfahren haben, gehupt wird wie wild. Jeder, der auf eine Kreuzung zufährt hupt mindestens 5-10 Mal – egal ob Lastwagen, PW oder Tuck-Tuck.


Heute geht es in die Berge. Die Fahrt durch die Entenschlucht (Cañon del Pato) lassen wir aus, da wir uns nicht sicher sind, dass dies mit unserem Bob überhaupt machbar ist – die einen sagen ja, die anderen nein und sind auch schon beim letzten der 36 unbeleuchteten, einspurigen, kurvigen und engen Tunnels stecken geblieben. So nehmen wir die Route 14A ab Casma via Yautan, Pariacoto nach Huaraz.


In unserem Führer steht, dass die Strasse bis Yautan (ca. 40 Kilometer) geteert ist und dann noch über 120 Kilometer auf Schotterstrasse über den 4200 m hohen Pass Punta Callan führt. Total falsch! Es führt eine schön ausgebaute Passstrasse von Casma bis Huaraz. Von der Passhöhe aus geniesst man eine tolle Aussicht auf die zahlreichen 5000-6000ender des Parque Nacional Huascaran. Heute sind leider viele Bergspitzen wolkenverhangen, das Panorama aber trotzdem gewaltig.





In Huaraz durchfahren wir die Stadt und irgendwie ist mir das „Gewusel“ um hier zu bleiben und so geht es weiter bis nach Cátac, auf 3577 m Höhe gelegen. Im nachherein muss ich sagen, war es keine so gute Idee. Auf dieser Höhe können wir schlecht schlafen und dem Kopfweh entgegen zu setzen mussten wir eine „Tablette schlucken“.



Kurzgeschichte 13/14 – Peruanischer Nackthund, Viringo
Der Peruanische Nackthund ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse aus Peru. In Peru ist die Hunderasse auch unter dem Namen Viringo bekannt. Die Herkunft des Peruanischen Nackthundes ist noch nicht ganz geklärt. Nach Abbildungen auf archäologischen Funden und nach alten Hundeskelettfunden geht man davon aus, dass die Rasse bereits über 1000 Jahren in Südamerika existiert. Die Hunde, heute nationales Kulturgut in Peru, galten wohl bereits damals als besondere Haustiere und wurden wegen der ihnen zugesprochenen Heilwirkungen gegen Krankheiten verehrt und geschätzt.


Der Rassestandart gestattet das Vorhandensein einiger Haarreste auf dem Kopf und an den Enden von Gliedmassen und Rute, wobei die völlige Haarlosigkeit züchterisch angestrebt wird. Die Farbe der glatten, dicken und elastischen Haut reicht von schwarz bis grau in unterschiedlichen Tönen.  Peruanische Nackthunde gehören zu den Hunderassen vom Urtyp und haben sich daher einige ursprüngliche Verhaltensweisen bewahrt. Die Hunde sind aufmerksam, intelligent, selbstsicher, unabhängig und verträglich. Sie binden sich eng an ihre Besitzer. Fremden Menschen gegenüber reagieren sie oft eher zurückhaltend, aber nicht ängstlich oder aggressiv. – Trotzdem……. Hunde mit Haare und vor allem unser Calou sind uns doch lieber.


2014Cátac – LimakmKoordinaten/Uebern’ort/M.ü.M
21.07.14/MoCátac–Barranca (Pastoruri/4900)   263-10.767736S, -77.761945W / 26
22.07.14/DiBarranca – Res. Nat. De Lachay108-11.358015S, -77.369377W/480
23.07.14/MiRes. Nat. De Lachay 0-11.358015S, -77.369377W/480
24.07.14/DoRes. Nat. De Lachay – Lima105-12.051392S, -76.975562W/250
25.07.14/FrLima0-12.051392S, -76.975562W/250
26.07.14/SaLima – Abflug Richtung Schweiz0
27.07.14/SoAnkunft Zürich0


Wochenbericht  21. - 27.07.2014 / Cátac/Peru – Lima - Schweiz
Bei Pachacoto, 8 km südlich von Cátac führt eine gut unterhaltene Schotterstrasse durch weite Punalandschaft in Richtung Pastoruri Gletscher. Die Landschaft ist gewaltig und immer mehr mit Schnee und Gletscher bestückte Berggipfel zeigen sich.




Im Osten, dem tropischen Tiefland zu, erstreckt sich die knapp 200 km lange, schneebedeckte Cordillera Blanca. Auf einer Breite von nur 20 km türmen sich hier über 50 Schneegipfel und Eisgletscher, die höher als 5700 m liegen. Der Huascaran ist dabei mit 6768 m nicht nur der höchste Gipfel der Region, sondern auch der höchste Berg Perus.


Unterwegs treffen wir auf kein einziges Auto, dafür aber auf Velofahrer, welche mit Sack und Pack unterwegs sind (Franzosen und Engländer) – eine grossartige Leistung.






Bald stossen wir auf die gewaltigen Puya Raimondi, welche bis zu 10 m hoch werden können (siehe Kurzgeschichte). Die ganze Schotterstrassen-Strecke, welche wir heute befahren misst etwa 52 Kilometer. Den ersten Pass erreichen wir bei Kilometer 30 auf einer Höhe von 4814 Meter – ein Höhenrekord für unseren Bob.




Die Aussicht ist fantastisch und heute spielt auch das Wetter mit. Erstaunlicherweise grasen bis auf etwa 4500 m Kühe im kargen Bergland und bis auf die Passhöhe sind Pferde zu sichten.


In der Meinung, dass es jetzt wieder abwärts geht, nehmen wir die nächsten 20 Kilometer in Angriff. Bald schon müssen wir feststellen, dass diese Strecke wesentlich weniger gut unterhalten ist. Es folgt Schlagloch auf Schlagloch. Immer wieder liegen Steinbrocken auf der Strasse und auch kleine Strecken auf Schnee müssen befahren werden. An einer Stelle wo Felsbrocken den Weg blockieren, meinen wir nicht mehr weiter zu kommen. Ernest meistert aber die gerade mal Fahrspurbreite Stelle mit grossem Fahrkönnen. Ehrlich gesagt, meine Nerven liegen ziemlich „blank“! Dazu kommt, dass die Strasse immer weiter hinauf anstatt hinunter führt.


Den höchsten Punkt der Strecke liegt bei 4885 Meter aber unser Bob ist zuverlässig wie immer. Nach etwa 5 Stunden Fahrt durch grandiose Bergwelt erreichen wir die toll ausgebaute Hauptstrasse, welche hinunter zur Laguna Conococha führt. Diese Fahrt gehört zu den Höhepunkten unserer Reise und war spektakulär. Durch das bald fruchtbare Tal des Rio Fortalezza geht  es hinunter in Richtung Pativica.




Die Talebene wiederum ist sehr karg und hier trocknen die Campajeros ihre Peperonis, ihr Mais usw. In Barranca wollen wir uns die „Cangrejo reventado“ (Krebse) zu Gemüte führen, eine hiesige Spezialität. Leider ist das anscheinend beste Restaurant vor Ort am Strand von Miraflores zu. Die Krebse im Restaurant Malabu sind aber auch sehr gut und hier können wir unseren Bob auch gleich für die Nacht stehen lassen.






Ein Halt in der Küstenstadt Huacho, Zentrum für Fischmehl, Baumwolle und Zuckerrohr muss sein, wir brauchen Soles. Hier finden wir im modernen Einkaufszentrum Plaza del Sol bei der schön angelegten Strandpromenade, mit Sicht auf Boote und Fischkutter, die entsprechenden Banqueritos. Nochmals durch karge Wüstenlandschaft und Salzfelder geht es bis zum Reserva Natural de Lachay. Der Park wurde 1977 gegründet, um das einzigartige Lomas-Ökosystem zu schützen. In der Regel verwandelt sich erst in den Monaten August bis Dezember der Wüstenboden durch Kondensation des Nebels in ein blühendes Oasenparadies. Der Nebel ist so dicht, dass wir teilweise keine 10 Meter weit sehen. Trotzdem bleiben wir hier und geniessen die wunderbare Ruhe – kein Mensch ist hier. Zudem wollen wir langsam unseren Bob innen reinigen, damit er nicht schmutzig in Lima abgestellt werden muss.  
Putztag, d.h. Bob auf « Vordermann bringen » - er hat es nötig! Tagebuch schreiben und Fotos bearbeiten – im stockdichten Nebel!


Heute ist der Nebel nicht ganz so dicht und teilweise sieht man bis an die Küste. Tatsächlich ist die ganze Umgebung in der Höhe schon wunderbar grün und teilweise sieht man schon die gelb-, weiss- und lilafarbenen  Blüten, welche in ein paar Wochen den ganzen Naturpark in einen Teppich voll blühender Blumen verwandeln wird. Auf dem Weg in Richtung Lima wird Bob noch aussen gewaschen. Es arbeiten 2 Personen daran – Kosten für die ganze Wäsche 10 Soles, CHF 3.-. Wir haben den Betrag in Form eines Trinkgeldes verdoppelt. Nach Chancay teilt sich die Panamericana und der Schwerverkehr (Busse und LKW’s) wird über die spektakuläre Küstenstrasse über die Sanddünen von Pasamayo geführt.


Wir entscheiden uns, direkt zu MAN/VW im Bezirk Santa Anita zu fahren und können vor dem Werkgelände parkieren. Im geschlossenen, bewachten Werkgelände können wir unseren Bob für die Zeit, in der wir in der Schweiz sein werden, abstellen. Ein Mitarbeiter fährt uns freundlicherweise zum nahegelegenen Shoppingcenter Adventura. Hier gibt es feine Shusi und Weisswein – eine willkommene Abwechslung. Mitten in der Nacht fährt ein Taxi etwa 25 Runden mit Blinker setzen, Stopps usw., immer um unseren Bob herum und wir wundern uns, was das soll. Nach etwa einer halben Stunde stellt sich heraus, dass der Taxifahrer ganz offensichtlich seiner Frau Fahrstunden gibt – ein Fahrerwechsel beendet die Aktion und wir können endlich, nachdem wir noch zwei Fliegen gekillt haben, schlafen.
Bob wird ins Werkgelände gefahren und ein Rapport wird erstellt. Der Werkstattchef Daniel H. ist sehr angetan von Bob und herzlich begrüsst werden wir auch vom Werkchef/Direktor Louis Espinosa.


Wir sollen Fotos von unserer Reise durch Peru schicken, sie möchten eine Reportage erstellen und in der MAN-Brochure publizieren. Wir wissen auf jeden Fall Bob in sehr guten Händen während unseres Reiseunterbruches. Wiederum werden wir von einem Mitarbeiter mit einem Werkfahrzeug zum Hotel gefahren. 


Wir gönnen uns zum Abschluss dieser Etappe ein Zimmer im Hotel Westin und geniessen eine wunderbare Aussicht über die (nebelverhangene) Stadt Lima.
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Zimmer steigen wir in einen Taxi und fahren zum Plaza San Martin. Durch die Fussgängerzone Jiron de la Union schlendern wir zur Plaza Mayor mit der Kathedrale und dem Palacio de Gobierno.




Weiter zur Basilika San Francisco, welche leider für die Touristen gerade geschlossen war. Zurück zum Hotel und mit einer Limousine zum Flughafen. Auf dieser Fahrt lernen wir vom Chauffeur Emilio L. einiges über die Lebensart, die Stadtgeschichte usw. von Lima. Zurzeit ist hier Winterzeit und alles „grau in grau“ mit Regen und Nieselregen. Die Limaner nennen diese Zeit „il panza del burro“ (Bauch des Esels = grau in grau).


Peru ist wegen seiner Lage an einer geologischen Spalte, die sich über die gesamte Länge des Landes erstreckt, stark erdbebengefährdet. Im Laufe der Jahrhunderte erschütterte Lima so manches Erdbeben. Das schlimmste geschah am 28. Oktober 1746. Damals verwüstete ein gewaltiges Beben das Land. Es dauerte mehrere Minuten lang – über 15000 Menschen starben alleine in der Hauptstadt, viele verschwanden in dem Tsunami, der ganz Callao verschluckte und alle Boote im Hafen mit sich riss. Ein Schiff wurde zwei Kilometer ins Land gespült. Lima lag in Trümmern, alle 74 Kirchen, zwölf Klöster und alle 3000 Wohnhäuser waren bis auf 20 schwer beschädigt. Einer der 40000 Überlebenden berichtete, „dass sie kein Leben mehr führten, sondern den Tod ertrugen“. Die Kirche schickte Priester, die die Bürger dazu anhalten sollten, „eine solch schreckliche Strafe zu nutzen, um Busse zu tun“, während der Vizekönig die Polizei ermächtigte, jeden zu hängen, der plünderte oder stahl. Lima erholte sich und wurde schnell wiederaufgebaut. Die meisten Kolonialgebäude stammen daher aus der Zeit nach 1746. Das letzte grosse Erdbeben vom Mai 1940 zerstörte 23 Prozent der Bausubstanz in Lima.


Via Madrid, wo wir den Anschlussflug knapp verpasst haben, weil unser Flugzeug der Iberia in Lima ein technisches Problem hatte und wir über zwei Stunden im Flieger gesessen haben, kommen wir dann mit einer späteren Maschine um 22 Uhr in Zürich an. Die Begrüssung durch Calou und Fara mit Daniela und Chrigi ist ganz toll. Bei dieser Gelegenheit danken wir Daniela und Chrigi ganz herzlich, dass sie unseren Calou so lieb bei sich aufgenommen und betreut haben während dieser Reisetappe.


Kurzgeschichte 14/14 – Puya Raimondi
Diese riesigen Pflanzen wurden benannt nach dem italienischen Naturforscher Antonio Raimondi, der sie 1870 entdeckte. Die ausserordentlichen Pflanzen können über 10 m hoch werden. Sie sind damit, neben der ebenfalls hier vorkommenden Pourretia gigantea, die grössten Ananasgewächse (Bromeliceae) der Erde. Die meisten Puyas fangen erst nach 50 bis 75 Jahren zu blühen an (zwischen Mai und Oktober), einige schaffen es gar über 100 Jahre alt zu werden. Sie sterben alle nach einmaliger Blüte ab. Einzigartig sind dabei die 8000 – 10.000 grüngelben Blütenansätze an dem bis zu 6 m hohen Blütenstiel. Die Bestäubung der Puya Raimondi übernehmen die wundervollen Grünkopf-Andenkolibris des Callejon de Huaylas, da es in dieser Höhe keine Insekten gibt.  Obwohl wir keine blühenden Pflanzen gesehen haben, waren wir von der grösse und der Anzahl sehr beeindruckt.