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2012Flug Los Angeles - Baja California Mexico        km
20.02.2012/Mo     Flug Zürich - Los Angeles LX 0400
21.02.2012/DiLos Angeles - Uebernahme Bob bei Rinkens   39
22.02.2012/MiLos Angeles/Anaheim0
23.02.2012/DoLos Angeles - Potrero236
24.02.2012/FrPotrero/USA - San Quintin/Pabellon, Mexico348
25.02.2012/SaSan Quintin - Guerrero Negro408
26.02.2012/SoGuerrero Negro - Campo de Balenas36


Wochenbericht 20.02.-26.02.2012 – Flug Los Angeles – Baja California, Mexico
Der Abschied von zu Hause ist mir sehr schwer gefallen. Robi fährt uns mit unserem Jeep an den Flughafen. Das Check-in dürfen wir wiederum bei den Spezialschaltern machen. Wir haben  ja auch wieder unseren Calou dabei und zudem auch noch Sandbleche als Spezialgepäck aufzugeben. Nach einem letzten Spaziergang auf den ehemaligen Aussichtshügel, geht es für Calou etwa 1 ½ Stunden vor Abflug in den Kennel. Für ihn ist es eine lange Reise. Beim passieren am Gate wird Ernest aufgehalten – es müsse erst noch kontrolliert werden, ob der mitreisende Hund bereits an Bord sei! So bleibt Ernest erspart, dass ich im Flugzeug eine Hostess beauftrage zu kontrollieren, ob der Calou auch tatsächlich eingeladen wurde! Der Flug ist ruhig und pünktlich und so landen wir nach 12 Stunden Flugzeit bei schönem Wetter in Los Angeles.



Der Kennel steht auch schon beim Gepäckrondell und Calou freut sich natürlich sehr, uns zu sehen. Die Immigration verläuft reibungslos und die Papiere von Calou werden auch hier nicht eingesehen, es wird lediglich gefragt, ob alle Impfungen in Ordnung seien! Bei einem Hotel-Shuttlebusse können wir gleich ein Zimmer buchen und der Fahrer bringt uns gratis zum Hotel 6 – zwar nicht gerade eine Luxusloge, aber dafür günstig und sauber.



Am nächsten Tag holen wir Bob bei Rinkens ab und fahren nach Anaheim auf den uns bekannten RV-Platz. Bob wird mit den mitgebrachten CH-Klebern beschriftet.



Ernest montiert erfolgreich den Solarpannel, den wir im Dezember noch „runtergeholt“ haben und das Anschliessen am Strom klappt ebenfalls. Auch die Montage der Aussendusche ist rasch erledigt. Einkaufen und Vorräte auffüllen auf dem Weg in Richtung Mexico muss auch sein.



Einen Grill haben wir sicher nicht gekauft – die Preise faszinieren uns immer wieder! Die Einreise nach Mexico in Tecate ist einfach und die Kontrolle am Zoll verläuft ohne Probleme – in 10 Minuten sind wir durch. Nun heisst es wieder, sich auf den Mexi-Verkehr einzustellen. Wir stellen fest, dass es um einiges weniger Baustellen hat als bei der ersten Fahrt im November. Der Strassenbau macht grosse Fortschritte und geht extrem zügig voran.



In Guadeloupe Vine Valley besuchen wir die Vinery L.A. Chetto, eines der grossen Weingüter in Mexico, degustieren und kaufen etwas Wein. Ensenada durchfahren wir zügig und kommen gut voran. Heutiges Ziel ist San Quintin. Am Samstag haben wir eine Strecke von ca. 400 km vor uns. Der Verkehr hält sich in Grenze und auch die Lastwagenfahrer  scheinen heute anständig zu fahren. Bei El Rosario geht es ins Valle de los Cirios, mit den vielen Kakteen und Riesensteinhaufen. Guerrero Negro erreichen wir gegen Abend und wieder fahren wir zum Marllarimo Hotel/RV-Park. Gleich beim Einfahren entdeckt Ernest einen Iveco-Camper. Das Fahrzeug muss er sich natürlich genau anschauen und entdeckt auch, dass der Aufbau auch von Woelcke gemacht wurde. Beim Nachtessen im Hotel-Restaurant rätseln wir, welche wohl die Besitzer des Ivecos sind (wir lagen falsch). Nach dem Essen ist Ernest wieder zum Iveco-Camper und hat angeklopft. Gleich werden wir von Arnold und Elke zu einem Drink eingeladen. Wie es so ist, wir haben viel zu erzählen, zu fachsimpeln, Erfahrungen auszutauschen und es wird mal wieder spät. Elke und Arnold empfehlen uns die Wale Watch Tour in er Laguna Ojo de Liebre beim Campo de Balenas zu machen. Dorthin fahren wir auch und können gleich eine Tour buchen. Calou bleibt im Bob. Es ist nicht allzu warm und es geht eine kühle Brise.



Ausgerüstet  mit Schwimmwesten, besteigen wir ein kleineres Boot. Der Kapitän fährt uns in die Bucht hinaus. Bald schon begleiten uns Delphine und immer wieder können wir von weitem Wale sehen. Sehr zielstrebig fährt der Kapitän zu einem grossen Wal mit Baby.



Bald schon kommen diese zutraulichen Riesentiere zu unserem Boot und lassen sich anfassen und streicheln. Ein einmaliges Erlebnis und die Grösse dieser Tiere ist überwältigend.



Bald geht es noch etwas weiter zur Bucht hinaus und immer wieder können wir Wale sehen, die springen und mit ihren mächtigen Körper zurück auf das Wasser klatschen. Toll ist auch anzusehen, wenn sie tauchen und die grosse Schwanzflosse zuletzt im Wasser verschwindet.



Die Tour dauert fast zwei Stunden und die Kosten von US$ 40 pro Person für diese Tour sind günstig und haben sich in jeder Hinsicht gelohnt. Bei diesem Campo de Balenes gibt es auch einige grosse Palapas und Stellplätze und so entscheiden wir uns, hier zu übernachten, geniessen den Sonnenuntergang und die friedliche Stimmung.

Kurzgeschichte 01/12 – Abschied von zu Hause fällt schwer
Unser erster Enkel, Marc Damian Fröhlich, Sohn von Michèle und Oliver hat lange auf sich warten lassen und ist über eine gute Woche später als geplant, am 14.02.2012, auf die Welt gekommen.



Die Freude ist riesig und so besuchen wir den kleinen Erdenbürger und dessen Eltern natürlich jeden Tag im Spital.



Am Sonntag heisst es Abschied nehmen und es fliessen schon einige Tränen. Bestückt mit vielen Fotos und der Gewissheit, dass wir dieses Mal nur 3-4 Monate weg sind, geht es also auf zum zweiten Teil unserer Reise.  




2012                           Baja California, Mexico                                  km
27.02.2012/Mo   Campo de Balenas - San Jualito     136
28.02.2012/DiSan Jualito - La Paz381
29.02.2012/MiLa Paz20
01.03.2012/DoLa Paz - La Ventana70
02.03.2012/FrLa Ventana0
03.03.2012/SaLa Ventana0
04.03.2012/SoLa Ventana0


Wochenbericht 27.02.-04.03.2012 – Baja California, Mexico
Auf der Mex 1 geht es weiter in Richtung Süden. Am Dorf San Ignatio sind wir bis anhin immer vorbei gefahren, heute machen wir den kurzen Abstecher und sind positiv überrascht. Tatsächlich treffen wir auf eine Oase mit vielen Dattelpalmen, auf ein hübsches Dorf und einer der schönsten Missionen von Baja.



Der Bau der Mission wurde 1728 von den Jesuiten vor ihrer Verbannung aus Neu-Spanien begonnen.



Fertiggestellt wurde der heutige Bau jedoch erst im 1786 von den Dominikanern mit Spenden der Spanischen Königin.



In den Schluchten bei San Ignacio gibt es schöne Höhlenmalereien, wir verzichten auf den Besuch, sehen uns aber stattdessen das nette Museum mit einer Kopie der Malereien der „Cueva Pintada“ (Höhle der Bilder) an. In einem originellen Kaffeehaus, dessen Garten mit allerlei Afrikanischen Wildtieren aus Metall bestückt ist, geniessen wir eine Tasse Kaffee. Aus irgendeinem Grund beschliessen wir nicht mehr der Mex 1 zu folgen und stattdessen die westliche Strasse, teilweise Naturstrasse zu nehmen. Im Führer steht geschrieben, dass die Strasse in Richtung Laguna San Ignatio über 40 Meilen geteert ist. Tatsächlich beginnt gleich nach dem Dorf eine neue, schöne und relativ  breite Teerstrasse.  Wir sind guten Mutes und hoffen, dass die geteerte Strasse noch etwas weiter führt als beschrieben, denn es liegen ca. 150km bis zu unserem vorgesehenen Übernachtungsort San Jualico vor uns. Nicht schlecht gestaunt haben wir, als  die Teerstrasse nach ungefähr 20 Kilometer bereits in eine Naturstrasse über ging, in eine regelrechte Rappelpiste mit vielen Löchern. Bald mal fängt es auf der linken Seite von Bob an zu schäppern und Ernest will diesem Geräusch genauer nachgehen. Ich steige aus und springe neben Bob her um das Geräusch zu Orten  - es muss irgendwo beim linken Vorderrad sein.



Wir halten an, sichern das Fahrzeug (Keil/Pillonen), Ernest montiert seine Knieschoner und kriecht unter das Auto. Nach ganz kurzer Zeit stellt er fest, dass das Blech, welches die Bremsscheiben schützt, abgebrochen ist und herunterhängt.



Das Blech muss weg, da die Gefahr besteht, dass es irgendwelche Kabel beschädigt. So fangen wir an das notwendige Werkzeug auszupacken, den Wagenheber anzubringen und die Radmuttern etwas zu lösen, denn das Rad muss weg! Schaffen wir auch, ohne Fluchen, ohne Probleme, fast wie ein eingespieltes OP-Team. Nach einer knappen Stunde ist das Rad wieder dran und wir sind fertig für die Weiterfahrt. Hätten wir gewusst, was noch alles an Strasse, oder besser gesagt, Schotterweg, Bachbettgeröllfahrt usw. auf uns zukommt, hätten wir mit Bestimmtheit umgekehrt. Immer wieder haben wir uns gesagt, dass es nicht schlimmer kommen kann – aber es kam immer schlimmer und wir haben für etwa 90 Kilometer gute 7 Stunden bis nach San Jualito gebraucht. Die letzen zwei Stunden waren Nachtfahrt, bei dieser Geschwindigkeit allerdings kein Problem. 



In San Jualito finden wir ein Surfer-Restaurant und der Kellner erklärt uns, dass dieser Ort ein bekanntes Surferparadies sei mit grossem Strand und hohen Wellen (Saison im Sommer). All das interessiert uns nicht sehr gross, wir sind nur hungrig und müde, dürfen aber auf dem Restaurant-PP übernachten.



Auf einer neuen Strasse geht es in Richtung Las Barrancas. Immer wieder stehen Pferde auf der Strasse, vorsichtiges Fahren ist angesagt. Nach Las Barrancas verschlechtert sich die Strasse wieder, trotzdem kommen wir gut voran und gelangen bald nach Ciudad Constitution. Auf vorerst pfeiffengerader Strasse und dann über hügeliges, karges Land geht die Fahrt weiter nach La Paz. Wieder können wir am Strassenrand  von Esthers sympathischen B&B El Angel Azul, parkieren. Wir freuen uns sehr, Esther wieder zu sehen.



Leider ist Esther sehr traurig, denn ihrer Hündin Luna geht es zunehmend gesundheitlich schlechter und es ist zu befürchten, dass sie in den nächsten Tagen sterben wird. Trotzdem gehen wir am Abend ins Tres Vierges essen und geniessen das Zusammensein.  Am nächsten Tag wollen wir Esther’s neues Geschäftsschild „Bambu“ (siehe – Bambu) aufhängen. Sie wird in ein paar Wochen zusätzlich noch einen Secondhand Laden für gehoberene Kundschaft (Markenkleider) eröffnen. Der Laden befindet sich in Renovation (sie macht alles selber!) und ist ein Teil des El Angel Azul. Zuerst müssen wir noch ins Home Depot einiges an Material einkaufen und dann geht es an die Arbeit. Die grosse Herausforderung ist das Aufhängen, aber unter Mithilfe aller drei hängt die 1x2Metertafel am Abend am richtigen Ort, ca. 2 Meter über Boden an der Fassade und sollte auch einige Zeit halten. Zum Nachtessen gibt es feine Austern an der Malécon. Am Morgen sind wir alle sehr traurig, Luna geht es sehr schlecht und es fällt uns schwer, Esther alleine zurück zu lassen. Da aber Fritz, Monica und Roman auf die ganze bestellte Kite-Ware warten, müssen wir los. Wir decken uns noch mit genügend Esswaren und Getränke ein und fahren auch noch kurz zu Liverpool in La Paz, einem brandneuen Warenhaus ähnlichem Stil wie Jelmoli. Die Auswahl ist zwar nicht ganz so riesig, die Ware aber erstklassig. Aber eben….. wer, ausser ein paar Touristen wie wir, kann dort einkaufen?  Die kurze Fahrt nach La Ventana verläuft reibungslos und bei Pablo essen wir noch etwas Kleines bevor es zum Arroyo geht.



Im Arroyo werden wir herzlich begrüsst und fühlen uns fast wie zu Hause. Der Wind bläst enorm und so wie es aussieht, wird Ernest wohl in den nächsten zwei Tagen kaum aufs Brett können.
In den kommenden Tagen windet es wie befürchtet zu stark um zu Kiten und so haben wir Zeit, den Kofferraum mal wieder zu reorganisieren. Es müssen ja nun zusätzlich noch zwei Kites und ein Board verstaut werden. Ernest will dies erst mal wieder auf Kosten der Hundekiste tun. Die ist ihm immer wieder ein Dorn im Auge und stört ihn. Hier gibt es aber meinerseits kein Nachgeben, die Hundekiste bleib im Kofferraum! Bei diesem starken Wind ist das Aufstellen unseres Sonnen- und Moskitozeltes eine echte Herausforderung und es dauert über eine Stunde, bis das Zelt standfest steht. Dann  bauen wir noch den Kochherd aus, welcher sich immer stärker verschiebt und arretieren ihn mit Unterlagsholz. Jetzt lässt sich auch die Glas-Abdeckung endlich wieder richtig öffnen. Die Spaziergänge mit Calou fallen eher kurz aus, der Wind bläst dermassen, dass der Sand wie Nadeln sticht. Am Sonntag dann gar kein Wind, dafür ist es ganz schön warm. Stricken, Nähen, Musik- und Hörbuch hören – immer noch Ferien vom Reisen!



Kurzgeschichte 2/12 – Höhlenmalereien auf Baja California
Die Höhlenmalereien auf Baja California wurden mit der Kunst der Aboriginies Australiens und den prähistorischen Höhlenbildern in Frankreich und Spanien verglichen. Als Missionare im 18. Jahrhundert nach der Herkunft der Bilder fragten, sprachen die Cochimi-Indios von Riesen aus dem Norden. Heute nimmt man an, dass die Vorfahren der Cochimi selbst diese Bilder malten. Ihr genaues Alter steht aber nicht fest, aber die meisten entstanden wahrscheinlich um 1200 v. Chr.



Die Komplexität der Mythen, die aus den Bildern hervorgeht, führte zu einer Neubeurteilung der angeblich primitiven Sammler und Jäger die die Spanier hier antrafen. Die auf Baja zumeist schwarz und rot gemalten Bilder stellen Menschen mit erhobenen Armen, verschiedene Tier und abstrakte Zeichen unbekannter Bedeutung dar.

                                        

2012          Baja California, Mexico                                 km
05.03.2012/Mo          La Ventana11
06.03.2012/DiLa Ventana0
07.03.2012/MiLa Ventana11
08.03.2012/DoLa Ventana0
09.03.2012/FrLa Ventana0
10.03.2012/SaLa Ventana15
11.03.2012/SoLa Ventana0

            

Wochenbericht 05.-11. März 2012, Baja California, La Ventana
Montag:  Kein Wind….. am Abend reicht es gerade mal für den Trainer-Kite. Fritz fährt heute zum Zahnarzt in La Paz und befürchtet, dass er sich einen Weisheitszahn ziehen lassen muss. Am frühen Nachmittag kommt er unverrichteter Dinge zurück, gezogen wird erst am Dienstag. Humorvoll erzählt er trotz Schmerzen, wie sich die Vollbusige und Üppige Zahnärztin während der Abklärung über ihn gebeugt hat und die Schmerzen somit erträglicher gemacht hätten.
Dienstag: Heute kommt Esther zu Besuch. Sie bringt 30 Austern mit. Zur Feier des Tages, dass es Luna wieder besser geht, trinken wir zu den Austern auch gleich noch eine Flasche Freixenet und zwei Flaschen Weisswein.



Der Tierarzt hat festgestellt, dass Luna Borreliose (Zeckenbiss) hat und hat der Hündin gleich eine Spritze mit deftigen Medikamenten gegeben, und wie ein Wunder ist Luna so zu sagen wieder auferstanden. Die Hunde Mancheli, Luna und Calou können sich so richtig austoben und geniessen ganz offensichtlich die Freiheit am Strand. Am Abend geht es noch in den „Ausgang“. In der Openair-Bar „Los Banditos“ in Ventana wird Musik gemacht. Meistens soll es gut sein – wird uns gesagt. Heute aber ist das gar nicht der Fall. Die Musik ist oberlausig. Die beste Vorstellung gibt eine etwa 10jährige kleine Mexikanerin.  Eine amerikanische Blondine mit kurzem Haarschnitt, Piercing und Tatoos in einem kecken Mieder, freiem Bauch, kurzem Rock und Netzstrümpfe hat sich mit zwei jungen Burschen als „Band“ zusammen getan. So falsch singen oder besser krächzen muss man erst mal können. Das Publikum tobt auch nicht gerade, dafür schüttelt jeder den Kopf und sieht  fassungslos auf die kleine Bühne. Diese Gruppe hat mit Bestimmtheit den Getränkekonsum eines jeden Gastes erhöht – sowas muss runtergespühlt werden!.



Mittwoch: Wind und wie. Bereits während der Nacht bläst es sehr stark. Ich flüchte mich fast den ganzen Tag ins Zelt, gehe zwischendurch mit Calou am Strand spielen. Ernest stellt endlich einen ungefähren Reiseplan auf und dies gibt mir wieder etwas „Aufschwung“ und ich weiss nun, wann es mal wieder weiter geht. Gleich hole ich die Reiseführer Mexico und die Karte raus und vertiefe mich in diese Lektüre. Ich freue mich sehr auf die schönen Kolonialstädte und Kulturstätte – von alledem hat Mexico einiges zu bieten.



Donnerstag: Wieder zu starker Wind. Ernest bastelt wieder am Kofferraum rum und hat nun „die“  Lösung gefunden. Tatsächlich passt nun alles einwandfrei rein – auch die Hundekiste (wo ein Wille ist ist ein Weg)!.Am Abend steht wunderschön der Vollmond am Himmel und schon wie in den letzten Nächten ist es draussen fast taghell.
Freitag: Wind mässig und heute soll Ernest das erste Mal ins Wasser. Body-Trag ist angesagt. Das heisst, sich mit dem im Wasser liegenden Kite selber ans Land retten können. Klappt prima.
Samstag: Kite-Wetter !!! Zuerst fahren wir zu Baja Joe, Ernest muss eine neue Schwimmweste haben, die Kajakweste ist nicht ideal zum Kiten. Bei Baja Joe laden wir mal kurz auch die Mails auf alle Computer und Iphones runter und haben Gelegenheit mit Ernest Müller und vor allem mit Oliver, Michèle und Marc zu Skypen. Der Kleine liegt vorerst im Stubenwagen und schläft, hat aber bald Hunger und will gestillt werden. Zurück im Arroyo geht es für Ernest aufs Wasser (ins Wasser!). Ein Anfänger-Kiter braucht Assistance! Beim ins Wasser gehen und auch wieder beim aus dem Wasser kommen muss der Kite von einer zweiten Person gehalten oder entgegen genommen werden. So springen Calou und ich fast den ganzen Tag dem Strand entlang um eben diese Hilfeleistung zu vollbringen. Ein noch wenig geübter Kiter fährt mit dem Wind und es treibt ihn, die Küste hinunter oder hinauf, je nachdem in welche Richtung der Wind weht. Ernest hat Ausdauer und es geht mit jedem Mal etwas besser, d.h., er steht doch schon ein bisschen auf dem Brett. Ich stelle am Abend fest, dass ich knapp einem Sonnenbrand entgangen bin. Ernest will unbedingt nochmals Livemusic hören und so fahren wir nochmals zu „Los Banditos“. Leider keine Musik, da anscheinend schon viele abgereist sind, dafür ein interessantes Fussballspiel im TV.



Sonntag: Wieder Kite-Wetter, obwohl am Morgen früh die See topfeben ist und kein Wind zu spüren war. Wir montieren neue Fliegengitter im Fahrerhaus und so gegen Mittag kommt dann der Wind auf. Ernest will wieder „raus“ und macht tatsächlich Fortschritt. Er steht doch teilweise für einige Meter auf dem Brett. Bei Calou und mir wieder dasselbe wie gestern, Strand runter, Strand rauf, Strand runter usw. Ernest bekommt noch einige Tipps von Cloud (Hedwig), die er dankend annimmt. Bei dem fast alltäglichen Apéro bei Monika und Fritz, wird, zusammen mit Roman über das Kiten gefachsimpelt Schon wieder eine Woche vorüber – die Zeit vergeht fast so schnell wie bei der Arbeit!.



Kurzgeschichte 3/12 – Kitesurfen, kurze Facts und doch Geschichte!
Kitesurfen, auch Kiteboarden oder Lenkdrachensegeln, ist ein relativ junger Trendsport, der aus dem Powerkiten entstanden ist. Beim Kitesurfen steht der Sportler auf einem Board, das Ähnlichkeit mit einem kleinen Surfbrett oder Wakeboard aufweist, und wird von einem Kite genannten Lenkdrachen - auch Windschirm oder Schirm genannt - über das Wasser gezogen. Die Vorbewegung ist damit mit dem Surfen mit Windantrieb vergleichbar.
Weltweit gibt es zurzeit nach Schätzungen von Experten und der Industrie etwa 500.000 Menschen, die diesen Sport regelmäßig betreiben. Die Anzahl der Kitesurfer hat in den letzten Jahren rapide zugenommen, da dieser Wassersport leichter zu erlernen ist, als beispielsweise Windsurfen und gleichzeitig im Vergleich dazu die Ausrüstung günstiger und kompakter ist. Abgesehen davon, ermöglicht kein anderer Wassersport eine so umfangreiche Vielfalt an Sprüngen und Tricks.
In den letzten Jahren hat sich die Ausrüstung, insbesondere in Hinblick auf die Sicherheit, stark verbessert. Sämtliche Kitehersteller haben ihre Produkte mit umfassenden Sicherheitssystemen ausgestattet oder noch weiter verbessert, was zu einer deutlichen Reduzierung des Gefahrenpotenzials geführt hat. Experten raten daher ab, Kite- und Bar-Systeme (Lenkstange) zu benutzen, die vor dem Jahr 2006 erschienen sind, da die signifikanteste Sicherheitsentwicklung erst zu dieser Zeit stattfand.
Geschichte: In den 1820er-Jahren experimentierte der englische Lehrer George Pocock mit großen Lenkdrachen, um damit Kutschen und kleine Boote anzutreiben. Zum Steuern verwendete er ein 4-Leinen-System, welches dem heutzutage beim Kitesurfen verwendeten sehr nahe kam. Sowohl die Kutschen als auch die Schiffe konnten damit nach Lee fahren, dazu parallel und kleine Sprünge absolvieren. Pococks Absicht war es, das von ihm „Charvolant“ genannte System als echte Alternative zu Pferden zu etablieren, um die zu seiner Zeit übliche „Pferdesteuer“ zu umgehen. Sein Konzept konnte sich aber nicht durchsetzen, so dass es bis Ende des Jahrhunderts fast komplett in Vergessenheit geriet. 1903 entwickelte der Luftfahrtpionier Samuel Franklin Cody den Man-lifting Kite, verband diesen mit einem kleinen Segelboot und überquerte damit den Ärmelkanal.
Die Entwicklung von Kevlar und Spectra Kunststoffen in den späten 1970er-Jahren machten den Siegeszug der Kites erst möglich. Mit diesen Materialien war es möglich, stabilere, reißfestere und effektivere Tücher für die Kites herstellen. Mit dem aus Kevlar und Spectra hergestellten "FlexiFoil"-Lenkdrachen gelang es Ian Day mit rund 40 km/h mit seinen Katamaran über das Wasser zu fahren.
In den 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre entwickelte der deutsche Dieter Strasilla ein Segelsystem, mit dem sowohl auf Land als auch im Wasser und auf Schnee gesegelt werden kann. Mit dem zusammen mit seinem Bruder Udo entwickelten und patentierten „Skywing“-System wurde dann auch das Springen und Fliegen oder Gleiten möglich. Strasilla und ein Freund von ihm, der Schweizer Andrea Kuhn, kombinierten das System mit Skiern, Snowboards, Grasskiern sowie selbstgebauten Buggys. In einem seiner Patente geht Strasilla auch kurz auf die Idee ein, aufblasbare Kites zum Kitesurfen zu verwenden.
Die Brüder Bruno und Dominique Legaignoux entwickelten Anfang der 1980er aufblasbare Lenkdrachen zum Kitesurfen und ließen sich diese Idee im November 1984 patentieren. Dieser sah bereits fast genauso aus wie ein heutiger Tubekite und diente als Ausgangsmodell für alle weiteren Entwicklungen.
Ähnlich der Idee der Legaignoux-Brüder, entwickelten Anfang der 1990er der amerikanische Boeing-Aerodynamiker Bill Roeseler und sein Sohn Corey das "KiteSki"-System. Die Idee war es, einen Wasserskier mit einem zweileinigen deltaförmigen Tubekite zu ziehen. Gesteuert werden konnte der Kite mit einer Bar. Nachdem sie sich den "KiteSki" patentieren ließen, ging dieser 1994 auf den Markt. Durch seine Luftschläuche konnte der Kite auch nach einer Wasserlandung wieder gestartet werden. Ende der 1990er verwendete Corey Roesler dann erstmals ein Brett, ähnlich einem Surfboard, anstatt Wasserkiern.



Laird Hamilton und Manu Bertin demonstrierten das Kitesurfen 1996 der Öffentlichkeit an der Küste Mauis auf Hawaii, und halfen dadurch, den Sport populärer zu machen.
Auch die Legaignoux-Brüder hielten an ihrer Idee fest, entwickelten diese weiter und brachten schließlich 1997 den "Wipika"-Tubekite auf den Markt. Dieser hatte eine Bow-Kite-Form mit breiteren Enden als die bisherigen Kites und ermöglichte dadurch einen leichteren Wasserstart. Im selben Jahr entwickelten die Franzosen Raphaël Salles und Laurent Ness ein spezielles Kitesurfboard, was seinen Beitrag zur weltweiten Verbreitung des Kitesurfens ab 1998 leistete. Erste Surfschulen lehrten nun das Kitesurfen. Der erste Wettbewerb fand im September 1998 statt, Sieger war der Amerikaner Flash Austin.



2012Baja California, Mexico                                 km
12.03.2012/Mo                La Ventana                                                          0
13.03.2012/DiLa Ventana0
14.03.2012/MiLa Ventana8
15.03.2012/DoLa Ventana15
16.03.2012/FrLa Ventana0
17.03.2012/SaLa Ventana - Los Barilles100
18.03.2012/SoLos Barilles - El Pescadero228


Wochenbericht 12.-18.03.2012 – La Ventana – El Pescadero/Todos Santos
Wind – Ernest ist wieder im Wasser und macht täglich etwas Fortschritte – ja, und ich habe Bewegung !
Am Folgetag - Wind mässig. Wir fahren zu Las Palma und schreiben E-Mails und ich will die Internet Seite aktualisieren. Das Netz ist sooo langsam und ich kann nur einen Teil aufschalten – Bilder müssen warten. Nach zwei Margheritas ist mir buchstäblich schlecht und es scheint mir, ich habe schon lange nicht mehr so einen Schwips gehabt.  Nach Las Palmas gehen wir noch Einkaufen bei Oscarito und treffen auf einen „Bärndüütsch“-sprechenden Amerikaner, auf Stephen. Er ist Pilot und lebt mit seiner Familie die Wintermonate in La Ventana und sonst in Seattle. Ebenfalls im gleichen Haushalt wohnt seine Mutter Frieda.



Er würde uns gerne am Donnerstag zum Raclette-Essen einladen, würde aber vorher gerne mal mit seiner Mutter bei uns im Arroyo vorbeischauen und ihr unser Fahrzeug zeigen. Am Abend fahren wir mit Fritz und Monica zu Los Banditos. Die Musik ist sogar gut, teilweise sehr gut und wir hören nun auch endlich einmal Spruce. Spruce ist ein richtiger Hippie, ungefähr 45 Jahre alt und verdient sein Lebensunterhalt mit Musizieren in verschiedenen Bars, im Winter in La Ventana und im Sommer am Columbia River in der Gorge. Spruce hatte noch im Dezember einen süssen kleinen, jungen Hund. In der Zwischenzeit hat jemand den Hund geklaut – Spruce musste mit ansehen, wie er in ein Auto gepackt wurde und das Auto abgefahren ist. Trotz „Gesucht Hund“-Posters und Finderlohn ist der Hund nicht mehr aufgetaucht. Jetzt hat er eine neue Hündin, die Chipsy. Gehorcht gar nicht und streunt am ganzen Strand umher. Calou hat in ihr aber eine neue Freundin gefunden und kann mit ihr sogar spielen, was ja bei unserem Hund eher aussergewöhnlich ist. Chipsy hat bei uns eine vorübergehend neue Bleibe gefunden, meist ist sie bei uns, respektive Calou. Der Abend im Los Bandidos gefällt uns diesmal sehr.
Heute kein Wind und wir planen endlich wie es weiter geht. Mit Landkarte, Reiseführer, Empfehlungen und Tipps von anderen Reisenden erstellt Ernest eine Excel-Tabelle und wir sehen bald einmal, wir müssen los. So wird die Abfahrt bereits auf Samstag angesagt, da sowieso kein Wind mehr vorhergesagt ist. Gegen Abend verstauen wir schon mal das Zelt und die Stühle und Ernest’s Kites. Bei Fritz uns Monika sind wir zu einem „Farwell-Dinner“ eingeladen und auch Kevin, der etwas weiter unten steht, gesellt sich zu uns. Die Stimmung mit wunderbarem Abendrot ist speziell.



Monika und Fritz wollen morgen auch bis Los Barilles. Die Männer beschliessen, dass sie im Fritz-Auto die Küstenstrasse befahren (Naturstrasse) und Monika und ich auf der geteerten Strasse mit Bob nach Los Barilles fahren. Bier, Wein und Tequila – ein gelungener Abend mit feinen Plätzli, Gemüse und Kartoffelsalat.



Relativ früh am Samstagmorgen (07 Uhr) fangen wir an unsere restlichen Utensilien zu verstauen und wären eigentlich schon um 08.30 Uhr startbereit. Fritz und Monika brauchen noch etwas länger und so fahren wir kurz nach 10 Uhr weg. Bei zur Abzweigung in San Juan de los Planes steigt Monika zu mir ins Fahrzeug und wir fahren über kurvige Hügellandschaft auf geteerter Strasse (auf den Karten noch ungeteert) via San Antonio und San Bartolo nach Los Barilles. Wir brauchen für diese Strecke eine gute Stunde, fahren zum grossen Arroyo zum Strand und machen mit Calou einen ausgiebigen Spaziergang dem Strand entlang. Die Männer kommen erst um etwa 14 Uhr an, da die Naturstrasse einiges dem Chauffeur und dem Auto abverlangt. Gegen Abend fahren wir zum Einkaufen und anschliessend in ein Restaurant mit Internetempfang. Heute ist St. Patricks Day und das Restaurant voll von gutgelaunten „Gringos“ (so werden hier die Amis genannt). Der/die Eine oder Andere hat schon einiges an grünem Tequila intus. Nach dem Nachtessen wird noch eine Bar mit Musik gesucht und in der Pizzeria werden wir fündig. Hier spielen die hier bekannten „Flashback“ recht gute Rockmusik. Wir sitzen draussen, drinnen wäre es viel zu laut. Weit nach „Baja-Midnight“ (22.15h ca.) fahren wir zurück zum Arroyo – morgen wollen wir möglichst früh weiter.
Wir schaffen es, um 7 Uhr auf zu stehen und fahren tatsächlich schon um 8 Uhr ab. Kurz nach Los Barilles geht es auf der Naturstrasse nach La Ribera. Dann nochmals ein Stück normale Strasse bis Las Barracas und weiter, der Küste folgend, wieder auf Naturstrasse bis nach Cabo Pulmo. In Cabo Pulmo gibt es den Marine Park mit guten Schnorchel- und Tauchmöglichkeiten, eine vorgelagerte kleine Insel mit einer Seehund-Kolonie sowie schöne, breite geschützte Sandstrände, wo Meeresschildkröten ihre Eier legen.



In Los Frailes machen wir am Strand mit weissem, feinen Sand, eine Pause. Fischer sind eben an Land gegangen und bringen 4 Haie und 3 andere, grössere Fische als Fang nach Hause. Direkt am Strand werden die Fische ausgenommen und filetiert. Haiflossen können, so hören wir, zu guten Preisen an die Chinesen weiter verkauft werden und deshalb wird gar nicht gerne gesehen, wenn Haie gefangen werden. Wir erstehen uns ein schönes Filet eines kleineren Fisches, etwa 1 Kilo zu 50.- Pesos (CHF 3.50).



Das Filet wird mir in die Hand gedrückt und so gehen wir zurück zu Bob und der Fisch wird im Kühlschrank verstaut. Kurz nach Los Frailes fahren wir an einem roten Cadillac vorbei und kurz später winkt uns eine ältere Dame. Wir winken zurück, sie jedoch ruft und bittet uns anzuhalten. Sie gehört zum roten Cadillac, welcher einen Plattfuss eingefangen hat.  Ihr Mann ist relativ ratlos und Ernest holt seine Werkzeugkiste und weiteres Material um das Rad zu wechseln. Die Muttern können relativ gut entfernt werden, das war es aber auch schon. Das Rad konnte, auch mit aller Gewalt, nicht entfernt werden. Nach einer guten halben Stunde wird eingesehen, dass wir leider doch keine grosse Hilfe sind. Der Cadillac ist ein Mietauto – keine Gebrauchsanweisung im Fahrzeug, keine Informationen über Radwechsel – immerhin, das Reserverad wäre vorhanden gewesen. Wir nehmen das nette Ehepaar aus Nordkalifornien in unserem Auto mit und fahren es zu ihrem Hotel, welches an unserer Strecke liegt. Wir werden von ihr noch einige Informationen über Guatemala erhalten, sie ist dort aufgewachsen und heute noch öfters zu Besuch dort. Als Dankeschön erhalten wir zwei gute Flaschen Wein und verabschieden uns, mit dem Versprechen, in Kontakt zu bleiben. Ab jetzt führt die Strasse zum grossen Teil der Küste entlang und des Öfteren ist die Aussicht auf das Meer spektakulär. Einige Kilometer vor San Jose del Cabo endet die Naturstrasse und hier stehen schon die grossen Strandhäuser und Villen reicher Amerikaner. Wir werden in eine andere Welt „hineingeschubs“ – sehr touristisch, viele grosse Hotelkomplexe, Golfplätze, Boutiquen, Gartenanlagen usw.



Dort, wo Pazifik und Golf von Kalifornien zusammentreffen, liegt Cabo San Lucas an der Südspitze von Baja California. Der einstige Fischerort boomt seit über 10 Jahren gewaltig. Zusammen mit dem 32 km weiter östlich gelegenen Badeort San José del Cabo bildet Cabo San Lucas das Ferienzentrum Los Cabos.



Dank der milliardenschweren Investitionen von Mexikanischen und Amerikanischen Investoren sowie des neuen Flughafens avancierte Los Cabos zu einem der am schnellsten wachsenden Ferienzentren des Landes und zum heutigen Trendziel der kalifornischen Szene. Vom weissen Strand in Cabo San Lucas können wir den „El Arco“ sehen, einen in Jahrhunderten durch Wind und Wellen geschaffenen Felsenbogen, berühmtes Wahrzeichen des mexikanischen Landsend.



Uns hat es zu viel Betrieb und so fahren wir noch bis kurz vor Todos Santos, wo wir auf einem Pemex-Parkplatz übernachten.

Kurzgeschichte 4/12 – Die Kuh auf dem Baum
Bereits im Dezember haben wir auf einem Spaziergang die Gebeine einer Kuh gesichtet. Bei unserem zweiten Besuch hängt doch die Kuh, respektive deren Knochen, an einem Baum. Solche Sachen werden gemacht, wenn man, wie uns gesagt wird, einige Monate im Arroyo steht, Bier trinkt und Kifft!









2012    Bja California - Nordmexico, Mexico  km
19.03.2012/Mo     El Pescadero/Todos Santos - La Paz         110
20.03.2012/Di      La Paz0
21.03.2012/MiLa Paz32
22.03.2012/DoLa Paz - Los Mochis/Topolobompo51
23.03.2012/FrLos MochisTopolobompo - El Fuert                       90
24.03.2012/SaEl Fuerte / Copper Canyon (ef)0
25.03.2012/SoEl Fuerte / Copper Canyon (ef)                        0


Wochenbericht –  19.-25. März 2012 / La Paz, BCS – El Fuerte/Copper Canyon, Nordmexico
Im Hotel California, dem durch die Eagles mit dem gleichnamigen Song bekannten Hotel, leisten wir uns ein wunderbares Frühstück und geniessen die Ruhe und den schönen Garten.



Todos Santos ist speziell und beherbergt viele Künstler, kleine Hotels, Boutiquen und Restaurants.



Das ganze Dorf hat etwas von einem amerikanischen Strassendorf. Ein kurzer Rundgang und weiter geht es auf gut ausgebauter Autobahn in Richtung La Paz zum Angel Azul – Esther hat noch Arbeit für uns! Am Folgetag habe ich einen Coiffeurtermin, die Haare müssen wieder weg! Da die Internetverbindung bei Esther ausgezeichnet ist, skypen wir noch mit Marc, Michèle und Oliver. Der Kleine ist schon ganz schön aktiv, vor allem, weil er Hunger hat! Später wollen wir die Fähre für‘s Festland buchen und unser TIP (Temporary Import Permission) für das Fahrzeug lösen und so fahren wir zum Hafen Pichilinque, ca. 15km nördlich von La Paz. Zuerst besorgen wir uns das Fährticket in der „Billeteria“. Für Bob und zwei Personen (Calou ist gratis) bezahlen wir 6800 Pesos (ca. 500.- CHF). Wir vernehmen, dass Calou für die Ueberfahrt in eine Hundebox auf dem offenen Deck, gleich hinter dem stinkigen Schiffskamin muss. Auf der Internetseite von Simone und Olav (www.two-vagbonds.de) lesen wir, dass sie für die Ueberfahrt ihrer (inzwischen) zwei Hunde Paco und Mexi von einem Tierarzt ein Zeugnis bekommen haben. In diesem steht, dass die Tiere aus gesundheitlichen Gründen im Fahrzeug besser aufgehoben sind und damit im Fahrzeug bleiben durften. So beschliessen wir, unter Mithilfe von Esther, ebenfalls eine solche Bewilligung zu erhalten. An dieser Stelle besten Dank für den Tipp, Simone und Olav (und wir hoffen, dass Mexi bald genesen wird). In einem anderen Büro besorgen wir uns das TIP und erhalten dieses für eine Zeitdauer von 10 Jahren (für Wohnmobile werden nur noch 10-jährige Bewilligungen ausgestellt) und bezahlen dafür umgerechnet etwa US$ 50.-.



Am Mittwoch um 9 Uhr geht es an die Arbeit. In Esther’s neuem Laden sollen die Bambus-Kleiderstangen an der Decke (4 Meter hoch!!) mit Drahtseilen aufgehängt werden. Sieben Stangen insgesamt und wir brauchen dafür unter Mithilfe aller, fast den ganzen Tag. Ernest ist derjenige, der auf der Leiter die meiste Arbeit leistet und teilweise, trotz Akkubohrer und gutem Werkzeug, schön ins Schwitzen kommt. Es macht Spass und das Resultat ist toll.



Der Laden sieht wunderbar aus. Luna geht es wieder einmal nicht so gut und sie bekommt eine weitere Spritze von Esther, heult für den Moment jämmerlich, beruhigt sich aber schnell und bald geht es ihr wieder besser. Einen Besuch beim Tierarzt mit Calou für das besagte Papier für die Fähre ist erfolgreich und wir erhalten dieses ohne Probleme. Im Papier ist erwähnt, dass Calou in einer Hundebox überreagieren würde und aggresiv und beisswütig würde!!! Unser Hund, der schon manche Flüge ins seiner Box hinter sich hat und eigentlich lammfromm ist – ha,ha. Ja mit etwas Pesos, den richtigen Kontakten, Tipps und Charme ist hier manches zu erwirken. Am Malécon genehmigen wir uns noch einige Austern und einen guten Fisch. Ernest erwischt eine schlechte Auster, spukt diese aber sofort aus und spült tüchtig mit Weisswein. Die schlechte Auster wird „ersetzt“ und zum Glück hat Ernest keine „Nachwehen“. Am Donnestag geht es zum Hafen für die Überfahrt auf das Festland. Esther begleitet uns und ist uns mit ihrem Charme eine grosse Hilfe. Ernest fährt mit Calou im Wohnraum von Bob auf die Fähre und niemand fragt nach einem Hund und schon gar nicht nach irgendeiner Bewilligung! Da die Hunde gratis mitgenommen werden, sind sie auch auf keinem Ticket vermerkt. Mit Esther trinke ich noch ein Bier und der Abschied fällt wieder einmal schwer. Zu Fuss gehe ich auf die Fähre und treffe Ernest bei der Bar. Er meint, vielleicht wäre Calou doch besser im Kennel aufgehoben gewesen. Der Arme sitzt im Bob im untersten Deck, wo es relativ dunkel ist. So marschiere ich zur Reception und mit einer erfundenen Geschichte (eine Freundin fahre in Kürze mit einem Hund mit dieser Fähre und möchte wissen, wo die Kennel stehen und wie es aussieht!), werde ich von einem netten Herrn zu den Kennels auf dem Lastwagendeck begleitet. Die Kennels stehen offen, bei dieser Überfahrt an der prallen Sonne und ich bin froh, dass Calou im Bob ist – dort hat er es trotzdem besser.



Zudem darf man während der Überfahrt nicht zu den Hunden. Zu uns gesellen sich Isabelle und Beda aus Pfaffhausen. Die beiden sind mit dem Rucksack unterwegs und begeben sich immer wieder auf längere Wanderungen und haben u.A. die Höhlen bei S. Ignatio besucht. Bis nach Sonnenuntergang um etwa 18.30 Uhr sitzen wir draussen und geniessen die Überfahrt bei sehr ruhiger See. Nach der Ankunft in Topolobompo dauert es fast eine halbe Stunde, bis Ernest mit Bob ausfährt. Vorgängig werden Unmengen von Containern und Lastwagen ausgefahren. Alles geht zwar rassig, aber keinesfalls so hektisch wie z.B. auf den Griechischen Fähren, zu und her. Die Fahrt nach Los Mochis erfolgt im Dunkeln und so bekommen wir von der Umgebung nicht viel mit. An einer Pemex fragen wir nach dem Weg zum RV-Platz und eine nette Mexikanerin führt uns mit Ihrem PW zum Übernachtungsort, wo wir erst so gegen 23 Uhr ankommen. Durch eine recht fruchtbare Ebene gelangen wir nach El Fuerte und die kleine Stadt als solches überrascht.



Um den, für ein Mexikanisches Städtchen typischen Stadtpark, liegen das Rathaus, die Dorfkirche, wo gerade eine Hochzeitsgesellschaft auf die Braut wartet und mehrere schön restaurierte Gebäude mit Restaurants und Hotels.



Auf einem Hügel befindet sich ein altes Fort mit hübschem Museum mit Relikten der Indigenen Bevölkerung und vielen alten Fotos aus früheren Zeiten.



Ab hier beginnt die interessante Strecke des „El Chepe“, der Eisenbahn durch den Copper Canyon. Da wir noch nicht herausgefunden haben, ob wir die Strecke nach Creel mit unserem Fahrzeug fahren können, beschliesst Ernest, eine Zweitagestour mit dem Zug zu machen. Da keine „Perros“ (Hunde) mit auf den Zug dürfen, bleibe ich mit Calou auf dem kleinen RV-Platz beim Hotel Bougainvillea, wo ich in den zwei folgenden Tagen kaum zum Bob raus kann, da mich die lästigen kleinen Stechmücken fast „auffressen“ und recht übel zurichten. Armer Calou, er kommt nur zu kurzen Spaziergängen, aber wegen der doch über 30 Grad warmen Temperatur ist es auch ihm im kühleren Bob wohler.

Bericht Ernest 
1. Tag Ausflug Copper Canyon / Kupfer Canyon / Canon del Cobre (ef)
Ich gehe morgens früh mit einem Taxi auf den Bahnhof. Niemand weiss so genau, wann der Zug, der bekannte „El Chepe“, fahren wird. Und so hänge ich ungefähr 1 ½ Stunden am Bahnhof herum und finde lauter freundliche Mexikaner und einige Amerikaner vor und bald entwickeln sich die üblichen, kleineren Gespräche. Die Bahnfahrt ist für Schweizer nicht spektakulär, aber immerhin interessant und abwechslungsreich. Die 86 Tunnels und 37 Brücken mögen vielleicht Amerikaner und Mexikaner begeistern, für Europäer oder Schweizer sind sie nicht umwerfend. Die Sitze in der ersten Klasse sind bequem und die Temperatur in den klimatisierten Wagons ist in Ordnung. Nach sechs Stunden Fahrt erreiche ich Devisaderio, neben Creel eine der „grossen“ Stationen an der Strecke. Hier gibt es einen Bahnhof, ein paar Stände mit Tarahumara-Indianern und eine grandiose Aussicht in die Schlucht. Aber wo sind die Hotels oder die Cabanas? Eine Station, ca. 5 Kilometer zurück, in Barranca, das ist die Antwort. Ein kleiner Hotelbus bringt mich zur Cabana Diaz nach Barranca zurück, wo ich einfach aber sauber für ca. CHF 20.—übernachten kann. Am späteren Nachmittag wandere ich zur Station der „Teleferico“.



Diese Luftseilbahn wurde erst 2011 in Betrieb genommen und ich fahre in einer Kabine der neusten Generation mit ungefähr 80 Plätzen halbwegs in die Schlucht hinunter. Ich bin der einzige Gast in der Kabine und die Aussicht von der Seilbahn aus wie auch am Ziel ist grandios. Von der Luftseilbahn aus bewundert man nicht nur den gewaltigen Canyon, sondern erblickt auch die kleinen Siedlungen der Tarahumara-Indianer und man fragt sich ernsthaft, wie ein Ueberleben in diesen Schluchten überhaupt möglich ist. Und es bleibt die Frage, ob es sinnvoll und notwendig ist, in dieser prächtigen Naturlandschaft eine hoch technische Luftseilbahn zu bauen. Noch vor einem Jahr ist man zu Fuss in ein paar Stunden zu diesem herrlichen Aussichtspunkt gewandert, den ich nun bequem mit der Luftseilbahn in ca. 8 Minuten erreicht habe. Zurück in der Bergstation wandere ich ein weiteres Mal dem Rim entlang, um ins Hotel Mirador zu gelangen. Es ist direkt an und in die Abrisskante gebaut, die Aussicht ist bei Sonnenuntergang atemberaubend und die Margerita wie auch die anschliessende Mahlzeit schmecken herrlich.

25.03.2012/So              2. Tag Ausflug Copper Canyon (ef)
Zum dritten Mal wandere ich der Abrisskante entlang, diesmal wieder Richtung Divisaderio (ich hätte den Zug zwar auch direkt in Barranca nehmen können) und bin schon wieder zu früh am Bahnhof. Dieses Mal warte ich drei Stunden und bereue es überhaupt nicht. Die Stände mit Verpflegung und Souvenirs werden für die zwei ankommenden Züge, den einen von Los Mochis und El Fuerte und den anderen von Chihuahua, aufgebaut und ich schaue mit grösstem Interesse dem emsigen Treiben am Bahnhof zu. Zurück in El Fuerte blicke ich auf zwei höchst interessante Tage zurück, bedaure aber gleichzeitig, dass ich den Ausflug nicht auf vier Tage ausgebaut habe. Die Umgebung von Creel und insbesondere ein zweitägiger Ausflug nach Batopilas hätten das Programm extrem bereichert. Zwei weitere Tage des Wartens in El Fuerte wollte und konnte ich jedoch Susanne nicht zutrauen. Im Nachhinein habe ich (haben wir) von Guido und Miriam erfahren, dass sie der Meinung sind, die Strecke durch den Canyon hätten wir auch mit einem Fahrzeug unserer Grösse zurücklegen können. Die Strassen, die ich vom Zug aus gesehen habe, lassen allerdings meine Zweifel an der Machbarkeit bestehen.

Kurzgeschichte 5/12 -  Tarahumara-Indianer
Die Tarahumra-Indianer zogen sich vor etwa 400 Jahren in die Berge der Sierra Madre Occidential zurück, um vor den spanischen Missionaren sicher zu sein.



Seither führen sie ein sehr isoliertes Dasein und ziehen es vor, in kleineren, autarken Gemeinschaften zu leben. Sie selbst nennen sich „Raramuri“ (Läufer) und tatsächlich sind sie hervorragende Langstreckenläufer. Beim traditionellen Stammessport „Rarajipari“ treiben zwei Mannschaften einen Holzball durchs Gebirge. Als Fussbekleidung tragen die Teilnehmer Sandalen. Solche Wettkämpfe können sich über mehrere Tage hinziehen.


2012     Nordmexico - Kolonials Kernland, Mexico           km
26.03.2012/Mo       El Fuerte - Mazatlan527
27.03.2012/DiMazatlan - Punta Sayulita420
28.03.2012/MiPunta Sayulita - Puerto Vallarta - Punta Sayulita        104
29.03.2012/DoPunta Sayulita - Tequila267
30.03.2012/FrTequila - Jocotpec (Laguna de Chapala)149
31.03.2012/SaJocotepec - Ausflug Chapala64
01.0o4.2012/SJocotepec - Ausflug Guadalajara/Tlaquepaque141


Wochenbericht –  26.03.-01.04.2012 / Nordmexico – Koloniales Kernland, Mexico
Durch eine unerwartet fruchtbare Landschaft fahren wir vorbei an Los Mochis und südwärts nach Culiacan und Mazatlan. Mazatlan gehört zu den nördlichsten Seebädern Mexicos. Das warme Klima und ein nahezu 20 Kilometer langer Sandstrand haben ihm zu grosser Beliebtheit verholfen. Eine Attraktion ist hier auch der Karneval, der angeblich drittgrösste der Welt nach Rio de Janeiro und New Orleans. Zuerst fahren wir durch die Zona Dorada mit den vielen Hotels und weiter der breiten Promenade, mit weissem Sandstrand entlang. Über den Cerro de la Neveria (Eisschrankberg), mit wunderbarer Aussicht auf die Stadt hinüber zum Fährhafen. Der Berg hat seinen Namen von der im 19. Jh. geübten Praxis importiertes Eis in einem in den Berg getriebenen Stollen zu lagern. Zurück zu RV Platz, mitten in der Zona Dorada und direkt am Strand, geht es teilweise durch die historische Altstadt. Hier hängen die Drähte wieder beängstigend weit unten, wir schaffen es aber ohne irgendwo anzuhängen. Nach einem Spaziergang und einem Apéro bei Sonnenuntergang in einer Strandbar gehen wir zu Fuss zum Nachtessen. Es gibt ausgezeichneten Fisch. Anschliessend bleiben wir noch in einer Bar mit Live-Musik „hängen“ und man glaubt es oder auch nicht; Ernest will tanzen. Das tun wir auch bis zum letzten Lied - und wir hatten viel Spass dabei.
Nochmals geht es durch die Altstadt von Mazatlan und auf der Schnellstrasse geht es zügig voran, da es auf der Strecke bis Tepic keine nennenswerten Orte oder Sehenswürdigkeiten gibt. Nach Tepic geht es durch hügeliges Bergland nach Copostela und weiter via Las Varas nach Punta Sayulita. Unterwegs sehen wir einmal mehr einen umgekippten Lastwagen, welcher wohl zu schnell in die Kurve ging oder mit den einen Rädern in den Strassenrand abgekippt ist. In Punta Sayulita fahren wir durch das Dorf in den RV Park direkt am Strand. Hier stehen einige „Langzeitaufenthalter“, Amerikaner vorwiegend, braungebrannt und Tecate (Bier) oder Weisswein „gezeichnet“. Wieder ein Spaziergang und ein Apéro in einer Strandbar – man könnte sich doch tatsächlich daran gewöhnen. Calou hat es schwer hier. Es hat einige läufige Hündinnen die frei herumstreunen und er ist immer „auf Draht“ und wir auch, da wir aufpassen müssen, damit er nicht abhaut. Ernest meint zwar, eine Artenaufmischung würde hier gut tun!



Gegen Mittag fahren wir nach Puerto Vallarta, zuerst durch das Dorf  Sayulita – geht gerade noch mit unserem Fahrzeug und dann weiter der Küste entlang in das Mondäne Puerto Vallarta. Das Tropenparadies Bahia de Banderas wurde in den 1960er Jahren von Hollywood-Stars entdeckt. Seither ist Puerto Vallarta eines der Top-Seebädern der Mexikanischen Pazifikküste. 1,5 Millionen Besucher geniessen hier alljährlich die Strände, das angenehme Klima die Wassersportangebote und das rege Nachtleben. Die Altstadt, das Viejo Vallarte, hat es geschafft, etwas von der Atmosphäre eines mexikanischen Dorfes zu bewahren. Weiss getünchte, ziegelgedeckte Häuser und gepflasterte Strassen prägen das Quartier. Auf einem ausgedehnten Spaziergang haben wir auch die Kirche Nuestra Senora de Guadalupe, wo sich Richard Burton und Elisabeth Taylor eines ihrer „Ja-Wörter“ gaben, besichtigt.



Zurück in Sayulita haben wir in einem lokalen Restaurant gegessen und ich habe mir dort möglicherweise mit irgendetwas den Magen verdorben und entsprechend war die Nacht! Für mich ist am Folgetag „Knäckebrot und Cola-Tag“. Mein Magen spukt grässlich und die Krämpfe versuche ich mit Carmol in den Griff zu kriegen, was nur teilweise gelingt. Nach einer zweistündigen Fahrt erreichen wir Tequila, fahren mitten ins Dorf und finden sogar einen Parkplatz.



Auch hier wieder ein „Zócalo“ (Dorfplatz) umgeben von Kirche, Rathaus und natürlich einigen Tequila-Destillerien. Wir erkundigen uns nach einem Camping-Platz oder RV-Platz in der Nähe. Ein netter junger Mann erkundigt sich bei den Einheimischen und diese meinen, dass man am Fusse des Vulkanberges einen entsprechenden Platz findet. So fahren wir die Strasse Hidualgo hoch, überqueren die Eisenbahnschienen und fahren auf der gut erhaltenen Steinstrasse in Richtung Vulkanberg. Es geht immer höher hinaus und das Navi macht auch nicht mehr mit. Mit jeder Kurve meinen wir, einen Platz zu finden aber nach etwa 10 Kilometer Bergfahrt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 5-10km die Stunde, kehren wir um und fahren die gleiche Strecke wieder bis zum Bahnhof zurück, ohne einen Campingplatz gefunden zu haben. So beschliessen wir, auf dem Parkplatz einer Destillerie beim Bahnhof zu übernachten. Es ist eine äusserst unruhige Nacht. Zweimal fährt ein elendig langer Güterzug vorbei, etwa 20 Meter von unserem Bob entfernt. Dann, um 01.30 in der Nacht fährt ein PW an und lässt etwa eine halbe Stunde voll aufgedreht Musik laufen, mit einem solchen Bass, dass unser Bob dauernd „zittert“. Und als Krönung bellen die ganze Nacht die Hunde und die Hähne krähen ebenfalls – das alles noch gepaart mit meinen Magenkrämpfen!



Die Fahrt ostwärts durch die vielen Agavenfelder ist um einiges schöner als von Westen her. Hier sehen wir auch die grossen Haciendas und viele Destillerien. Kurz vor der Einfahrt auf die Autobahn der Ringstrasse von Guadalajara sieht Ernest auf der rechten Seite ein Restaurant mit „Pollo Asado“, seit kurzem Ernest’s Leibspeise! Zudem – Ernest hat immer Hunger…. Wir nehmen die nächstmögliche Ausfahrt und fahren auf der Autobahn zurück. Nur eben, die nächste Ausfahrt wo wir wieder umkehren können (Retorno) kommt erst nach etwa 20 Kilometer, kurz vor Guadalajara! Wir fahren dann raus und auf einer Seitenstrasse wieder in Richtung Süden. Bald einmal hupt es von hinten. Ein Polizist auf dem Motorrad. Wir halten an und warten bis er abgestiegen ist und zu uns kommt. Er ist sehr nett, fragt nach der „Plaquette“. Wir weisen auf das TIP hin, welches an unserer Windschutzscheibe angebracht ist. Damit kann er offensichtlich nichts anfangen und weiss gar nicht, was das ist – auch gut. Dann fragt er nach dem „Permiso de Conducir“. Ernest schimpft, da wir mal wieder einen Fehler gemacht haben und nur die Originalpapiere, anstatt die Kopien in der Fahrerkabine dabei haben. Auf mein anraten hin gibt er dem Polizist anstelle des Führerausweises die Fahrerkarte, welche als Carchauffeur mitgeführt werden muss. Wenn die weg ist, wäre das nicht ganz so schlimm. Der Polizist dreht die Karte in seinen Händen rum, weiss aber nicht so recht, was er damit anfangen soll und fragt lediglich, ob Ernest „Ernesto“ heisst und von wo wir wären. Suiza – claro, sieht man ja an den angebrachten Flaggen meint er. Immerhin wusste er, dass es eine Schweiz gibt. Er erhält von uns einen Kugelschreiber und er wünscht uns eine gute Weiterreise. Bald finden wir eine Autobahnauffahrt und etwa eine Stunde nach dem Ausmachen der „Pollos“ gelangen wir dann wieder zu diesem Restaurant und Ernest geniesst sein wohlverdientes Mittagessen. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir Jocotepec am Lake Chapala und finden den sehr schönen RV Platz Roca Azul inmitten eines schönen Parks mit grossen Wiesen und Swimmingpools. Am nähsten Tag, gegen Mittag geht es auf einen Ausflug nach Ajijic und Chapala. Die Orte liegen an der Nordwestküste von Mexico grösstem natürlichem See, der Laguna de Chapala. Durch den Wasserbedarf der nahen Stadt Guadalajara und ihrer Industrie trocknet der See aber langsam aus und dies ist auch im altmodischen Ferienort Chapala, wo sich der Schriftsteller D.H. Lawrence (Lady Chatterley’s Lover) aufhielt, ersichtlich. Es mussten neue Bootsstege aus Holz errichtet werden, welche flexibel sind und dem Wasserstand angepasst werden können. Heute ist bereits der Beginn der „Semana Santa“ und überall werden selbstgemachte Gestecke aus Bambus und Korn mit kleinen Heiligenbildli angeboten.



Nach einem Rundgang durch den Mercato setzen wir uns in ein Restaurant an der Seepromenade und geniessen das Geschehen. Viele haben sich „herausgeputzt“ und vor allem die kleinen Mädchen stolzieren mit ihrem hübschen Kleidchen wie Prinzessinnen auf und ab. Nochmals übernachten wir im Roca Azul.
Am Sonntag treffen wir Sabeth und Martin.



Die beiden sind vor fast zwei Monaten nach Guadalajara ausgewandert.



Treffpunkt ist Tlaquepaque um 12 Uhr beim El Parian, einem Restaurantkomplex mit 47 Lokalen, die sich um einen Innenhof gruppieren und neben dem blumengeschmückten Hauptplatz Jardin Hidalgo liegt. Gerade sind wir in der Nähe am parkieren, da ruft Sabeth an und fragt, wo wir sind. Ich meine, sie hätte ein „gstürm“, es ist doch erst 11.30 Uhr. Erst nach dem feinen Mittagessen stellen wir fest, dass heute auf Sommerzeit umgestellt wurde und wir somit eine Stunde zu spät gekommen sind. Tlaquepaque, einstmals ein Töpferdorf und eine beliebte Wochenendresidenz von Guadalajara ist heute ein Vorort der Stadt, hat aber seine dörfliche Atmosphäre noch bewahrt.



Hauptanziehungspunkt sind die vielen Läden mit ihrer enormen Auswahl an Keramik, Glaswaren, Textilien und Objekten aus Metall, Holz und Papmaché. Wir verbringen einen lustigen Nachmittag zusammen und fahren gegen Abend wieder zurück nach Jocotepec zum Roca Azul.

Kurzgeschichte 6/12 - Tequila
Tequila und Mezcal sind international bekannte Apériritifs, die aus dem Saft der Agave gewonnen werden. Tequila verhält sich zu Mezcal wie Cognac zu Weinbrand – er ist der Drink für Kenner (wir trinken nur Tequila!!!). Beide werden auf ähnliche Weise und aus ähnlichen Rohstoffen hergestellt. Tequila muss jedoch aus einer bestimmten Region um die Stadt Tequila bei Guadalajara stammen. Beide Getränke sind eine Weiterentwicklung von Pulque, einem leicht alkoholartigen Getränk, das aus einer anderen Agavenart gewonnen und in präkolumbischer Zeit getrunken wurde.




Herstellung: Der Agavensaft wir zuerst vergoren, zweimal destilliert und ann in Flaschen abgefüllt. Phase 1: Die acht bis zehn Jahre alte Agave (Agave tquilana weber) wird vor der Blüte geerntet, die Blätter werden entfernt, es bleibt der „Piña“ (Ananas) genannte Strunk Phase 2: Die Piñas iwerden in Dampf gegart, zerstampft und entsaftet. Der Saft ist der Rohstoff für Tequila. Phase 3: Der Saft wird mit Hefe versetzt und nach der Gärung zweimal destilliert. Das Destillat füllt man in Flaschen ab oder lagert es in Eichenfässern.
Verwendung: Tequia wird meist mit Limetten und Salz oder als „Vampiro“ mit Tomaten- und Orangensaft (sangrita) getrunken. Tequila blanco findet oft Verwendung für Cocktails – etwa für Tequila Sunrise (mit Granatapfel- und Orangensaft) oder Margarita (it Limettensaft und Triple sec). Den Rand des Glas bestreut man stets mit Salz. – Salut…..