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Calou lost in Panama
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Kapitel 1:        Wer bin ich? - Ich stelle mich kurz vor

Kapitel 2:        Reisen ist meine Leidenschaft

Kapitel 3:        Kanada, USA und Mexico

Kapitel 4:        Verloren in Panama – 5 Wochen unterwegs
                        als Strassenhund

Kapitel 5:        Wiedersehen mit meiner Familie

Kapitel 6:        Zurück in der Schweiz

Kapitel 7:        Wann geht es auf die nächste Reise?

Wer bin ich? - Ich stelle mich kurz vor!
Ich bin Calou, ein Irish Terrier. Geboren am 23.04.2006, in Genf. Sechs Geschwister habe ich. Auf dem Bild meine Mutter mit Ihrer Jungmannschaft. Der kleine Wurm mit dem roten Bändeli bin ich.  An diesem Tag haben wir unsere Augen geöffnet. Wir wachsen schnell  und entdecken die Welt.


Die Züchterin macht mit mir und meinen Geschwister bald Ausflüge mit dem Auto – wir sollen uns daran gewöhnen zu reisen. Wie ich etwa zwölf Wochen alt bin, fahre ich mit meiner Familie von Genf nach Zürich in mein neues Zuhause. Ich liebe Autofahren, lerne bald mit dem Tram und Zug zu fahren und auch mit der Eisenbahn und Gondelbahn - vielleicht ist das der Grund, warum ich so gerne reise.


In ganz jungen Jahren verbringen wir viel Zeit in den Bergen – ich liebe heute noch die saftigen Bergwiesen, das klare Wasser der Bergbäche und natürlich im Winter den Schnee. Am liebsten bin ich an diesen Orten zusammen mit meinen Freundinnen. Ich liebe schwarze Frauen (Zamira, Xenia, Farah, Miss Bella, Luna, Mancheli und meine Panama-Freundin).


Reisen ist meine Leidenschaft
Die erste ganz grosse Reise geht mit dem Auto nach Ancona, mit der Fähre nach Patras/Griechenland und weiter in die Türkei. Toll finde ich das herrlich stinkende Seegras. Es gibt fast nichts schöneres als sich darin zu wühlen, einfach ein Genuss. Nicht nur die Wanderungen an der Lykischen Küste unter der gleissenden Sonne, nein, auch die tolle Schifffahrt mit vielen Freunden meiner Familie mag ich sehr gern. Ich versuche mich auch mit Surfbrettfahren – geht doch super! Auf der Rückfahrt via Albanien, Montenegro usw. bin ich in Trogir und in Zadar von ganz hässlichen und äusserst aggressiven Katzen angefallen worden – meine Herrschaften haben sich heldenhaft für mich gewehrt.


Die Reise auf dem Hausboot in der Mecklenburgischen Seenplatte war auch toll. Mein Meister am Steuer und ich als Copilot. Er an der Arbeit, ich manchmal im Liegestuhl.


Kanada, USA und Mexico
Meine Leute wollen schon lange auf grosse Reise im eigenen Wohnmobil. Ich bin bei der Planung und Gestaltung immer dabei und habe mir dann auch gleich meine Stammplätze im „Bob“, so heisst das Wohnmobil nun, ausgesucht. Bald geht es auf eine längere Reise  – nach Amerika – und ich darf mit. Vorbereitungen laufen. Ich bekomme einen Reisepass und eine Reisekiste, genannt Kennel oder Box. Die liebe ich und schlafe darin auch Zuhause. Herrlich weiche Decken und immer ein Dach über dem Kopf, das gefällt mir. Manchmal schliessen die auch die Türe für eine kurze Zeit.  Ich soll mich daran gewöhnen sozusagen „eingesperrt“ zu sein,. Dann fliege ich das erste Mal, von Zürich nach Montréal. Ich liebe fliegen, da ist man ungestört und kann dösen und schlafen.


Bob kommt  in Halifax an und so geht es mit einem Mietauto nach Nova Scotia. Es ist wieder Winter in Kanada – macht nichts, Schnee und Kälte liebe ich ja auch. Bald wird mir gesagt, dass es hier ganz spezielle Tiere gibt, die wir zu Hause nicht haben: Elche, Rentiere und Bären, manchmal sogar Eisbären. Tatsächlich sehe ich in Neufundland das erste Mal in meinem Leben einen Elch. Die Viecher sind ganz schön gross und auch nicht immer sehr nett, vor allem, wenn die noch Ihre Jungen bei sich haben. Reisen im Bob ist toll. Ich habe viel Platz und es ist immer schön warm und gemütlich. Auf dem Labrador Highway geht es manchmal ganz ruppig zu und her, die Strasse ist nicht geteert und hat viele Winterschäden. Wir sind auf dem Rückweg von einer Wanderung und da rieche ich doch etwas ganz seltsames. Muss ein Tier sein, welchem ich noch nie begegnet bin – ein Bär, wie ich höre. Der ist etwa 10 Minuten um das Wohnmobil herum geschlichen, bis ihn Susanne (die ist nicht mitgekommen auf die Wanderung) verscheucht hat. Schade, hätte den gerne mal gesehen. Nicht nur die Tiere sind in Kanada gross, auch Fahrzeuge sind riesig. In Quebec endlich wieder grüne Wiesen. Es wird Frühling, auch schön. In Michigan lerne ich eine ganz liebe Pudeldame, Miss Bella, kennen. Sie heisst nicht nur so, sie ist auch sehr hübsch und wir verbringen eine tolle Zeit miteinander. Den ganzen Tag jagen wir Chipmunks. Vielseitig sportlich bin ich auch und übe mich im Kanufahren. Mit Ernest ist es toll, mit Susanne weniger.  Die hat immer panische Angst, dass das Kanu kippt und so muss ich meistens ganz schön ruhig dasitzen. Bei Minneapolis in den USA bin ich eine ganze Woche alleine in einem wunderschönen Park mit meiner Meisterin.  Auf dem täglichen Spaziergang lerne ich wieder eine neue Spezi kennen, ein Kojote. Die verzieht sich aber schnell in den Büschen – ob er von Susanne oder vor mir Angst hat, weiss ich nicht genau. In den Badlands geht endlich die Post ab – hunderte, tausende von Erdhörnchen. Ich muss leider meistens an der Leine bleiben, da die Viecher in einem Nationalpark zu Hause und somit geschützt sind. Später aber, gleich am Ausgang eines Parks werde ich losgelassen und ich vergesse mich natürlich – von einem Loch zum anderen, bis man mich nicht mehr sehen kann. Bin so groggy nach 15 Minuten, dass ich noch ein Bad in einem kleinen See nehmen muss. Gemütlich gehe ich wieder zurück und meine Herrschaften sind froh, dass ich wieder da bin. Das nächste Mal muss ich wohl mein GPS-Halsband anziehen. Puhh, das war knapp. Auf dem Morgenspaziergang mit Ernest stehen wir doch vor einem riesigen Bison. Da ich ein solches Tier noch nie gesehen habe, bin ich nicht sonderlich beeindruckt. Umsomehr aber mein Herrchen. Der sieht sich um und sucht einen Baum, auf den er flüchten könnte.


Der Bison aber bleibt ruhig, ich natürlich auch.  Ganz langsam ziehen wir uns zurück und suchen einen anderen  Heimweg. In jedem möglichen See in Montana nehme ich ein Bad. Es ist sehr warm geworden. Über eine Woche bleiben wir bei Freunden und gehen auf Wanderungen. Bären sind in der Gegend, das rieche ich, gesehen habe ich aber immer noch keine. Dafür kann ich aber im Garten herrlich Rehe und Hirsche wegjagen. Die sind manchmal extrem frech und zeigen keinerlei Respekt vor mir. Sogar gestampft wird, um bei mir Eindruck zu schinden.  In  Lake Louise und Jasper endlich dann doch noch Bären - auf dem Campingplatz!. Die sehen doch harmlos aus, aber trotzdem will ich mich mit denen besser nicht einlassen.  Was ist denn das, was so furchtbaren Lärm veranstaltet, grässlich stinkt und im Wasser lebt. Aha, Seelöwen, Seeelefanten – und so viele auf einmal, das kann ich fast nicht glauben. An der Westküste von Amerika gibt es Vulkane und viele Wälder mit riesigen Bäumen – beeindruckt mich schon. Nach gut neune Reisemonaten geht es wieder ins Flugzeug – von Los Angeles nach Hause. Ich spiele viel mit meinen Freundinnen Xenia und Fara – die habe ich schon vermisst. Auch der nächste Flug zurück nach Los Angeles ist kein Problem für mich. 


Jetzt wird es echt heiss. Auf der Baja California mache ich Bekanntschaft mit Pflanzen mit vielen Stacheln – Kakteen - ich muss höllisch aufpassen, dass ich da nirgends hinein tapse. In La Paz finde ich wieder zwei Freundinnen, Luna und Mancheli. Mit denen speede ich über die Sandstrände oder verbringe ruhige Stunden im kühlen Schatten im Garten des Angel Azul in La Paz. Endlich, am Strand von La Ventana – Freiheit pur. Ich kann schnüffeln, buddeln, schwimmen  und immer wieder kommen neue Freunde vorbei zum spielen. Eine tolle Zeit ist das. Die Schifffahrt aufs Festland nach Mexico verschlafe ich im Bob – im Bett meiner Herrschaften, wenn schon denn schon! In Mexico etwas ganz neues – Streuner nennen die meine Kollegen, welche keine Herrschaften haben und frei leben. So ganz toll ist dies wohl auch nicht immer, denn ihr Futter müssen sie selber suchen, ein frischer Wassertopf steht auch nicht immer bereit und geknuddelt werden die wohl auch nicht. Leider darf ich hier selten in einen Nationalpark, in eine Ausgrabungsstätte oder auf eine Pyramide. Die haben wohl Angst, dass wir Hunde noch alte Knochen finden. Im Chiappas werden meine Ohren arg strapaziert. Die vielen Brüllaffen machen einem ganz wild und die Papageien sind auch nicht ohne. Auch hier fahre ich wieder einige Male mit einem Boot – das gefällt mir natürlich sehr – immer schön windig und nicht so heiss. Die Karibikküste finde ich auch toll , da ich meistens frei herumlaufen kann.


Huch, was ist denn das, eine „Iguana-Dame“ wie ich höre. Nicht sehr sympathisch, der gehe ich lieber aus dem Weg. Eine „Beautysession“ muss auch noch sein. Ganz im Norden von Mexico gibt es Schlammlöcher. Wenn man sich damit bedeckt, soll man schön werden. Wenn ich meine Herrschaften so sehe, zweifle ich allerdings daran, dass das stimmt! In Izamal treffe ich wieder ein paar Hundefreunde. Bob lassen wir hier zurück  und fliegen ab Cancun  nach Hause. Der Flug mit Edelweiss – kein Problem für mich.
Meine Herrschaften haben dann die Reise durch Zentralamerika von Mexico nach Panama ohne mich  gemacht – es wäre für mich zu stressig gewesen -  meinen sie.


Verloren in Panama – 5 Wochen unterwegs als Strassenhund
Ende Januar 2013 fliegen wir dann wieder alle zusammen nach Panama. Es ist sehr heiss dort und auch sehr mühsam. Es vergehen Tage bis wir unseren Bob wieder haben und dann vergehen Tage, bis wir den wieder im Hafen abgeben können. Bald wollen wir ja weiter nach Südamerika, nach Kolumbien. Am 4. Februar soll der kurze, 50-minütige Flug von Panama nach Cartagena von statten gehen. Wir fahren zum Flughafen und machen das Check-in. Ich werde in meine Box verfrachtet und meine Herrschaften werden geheissen zur Zollkontrolle zu gehen. Was dann vor sich gegangen ist, ist der reine Alptraum – für mich und für Susanne und Ernest. Ich wurde mit der Box zu einem Scanner gefahren. Hier werden die übergrossen Gepäckstücke durchleuchtet. Die wollten auch noch meine Box scannen, um sicher zu sein, dass ich keine Drogen schmuggle. Meine Box wird immer gescannt, aber immer nur im Beisein meiner Besitzer. In der Box trage ich kein Halsband, damit ich mich nirgends verheddern kann. Da zerrt mich doch eine gewisse Elsy einfach am Hals aus der Box. Ich schnappe kurz nach ihr, denn das passt mir gar nicht. Die lässt los und da ich niemand von meiner Familie entdecken kann, haue ich ab und mach mich auf die Suche. Zuerst durchstreife ich die Abflughalle, dann gehe ich eine Etage tiefer zur Ankunftshalle und weil da niemand ist, den ich kenne,  bin ich dann raus zum Parkplatz. Bei der Reihe 8, wo wir aus dem Auto gestiegen sind, habe ich auch noch nachgeschaut – auch nichts. Da immer irgendwelche Leute hinter mir herspringen und mich versuchen einzufangen, verschwinde ich in das hohe Gras und in den Busch. Was ich dann in den vier Wochen erlebt und durchgemacht habe, möchte ich lieber für mich behalten. Zum Glück habe ich eine gute Hundefreundin gefunden und mit der bin ich dann  durch die Gegend gezogen.


Nach gut 10 Tagen „Freiheit“ hat dann der Paul mit mir Kontakt aufgenommen, er ist ein Tierkommunikator aus der Schweiz und kann mit Tieren sprechen. An das Gespräch erinnere ich mich noch ganz genau! „Hallo Calou. I bi dä Paul, än Tierkommunikator. Dini Familie hät mich beuftreit mit Dir Kontakt uf z'neh. Wötsch mit mir redä? Jo. Wie gots Dir? Müed. I chan do nöd guet schlofä, han immer eis Aug offä und fühl mi do nöd so wohl ällei. Dini Familie vermisst Dich sehr und sie wönd Dich unbedingt finde. Wo sind sie dänn? I sueche sie scho sit Tagä! Die Mensche händ mini Box g'öffnet und i han denkt sie chömed mich döt go holä. Sie sind aber nöd  döt gsi und dänn bin i wegglaufä und han sie gsuecht. I han sie gspürt, sie sind ganz i minere Nöchi gsi, aber i han döt nöd here chöne. Die Mensche döt händ Dini Familie nöd zu Dir loh, sie händ alles versuecht. Das sind Regle wo mir au nöd verstönd... Chasch Du üs beschriebä wo Du jetz bisch? Jo i glaub scho. Bisch Du wiet vom Flughafä wegglaufä? Nei. Aber es isch mir döt z'lut gsi und äs sind überall Auto umägfahrä und i han nirgends Ruhe gfundä. Chasch mir beschriebä wo Du durä bisch? Zerscht bin i in ere grossä Hallä gsi, wo überall Chischtä und Karton umägstandä sind. Nochher bin i döt zur Türä us uf än Platz cho wo umgeh gsi isch mit ämä grossä Zaun. Döt sind aber immer Lastwägä inä und usägfahrä und i han eifach chönä usäspatziere. I bi dänn dä Stross noglaufä. Die Stross hät nur eimol ä Kurve gmacht und isch dänn mehr oder weniger grad verlaufä. Links und Rechts häts kargi Wiesä. Die Stross führt vom Flughafä weg. Isch das ä teereti Stross gsi oder mit Chies oder eifach Erde? Zerscht isch sie teeret gsi, dänn Erde. Isch ä recht staubigi Sach do. Wo bisch dänn here? Eifach dä Stross no bis zu ä paar Barackä. Döt sind mängisch äs paar Mensche, aber sie sind nöd dä ganz Tag döt. Döt stönd Auto umä und änTraktor. I liegä jetzt unter ämä chlinä Hüsli mit Blechwänd und Dach. Es isch nöd ganz so höch wie än Mensch und do stoht au ä Maschine, weiss aber nöd was das genau isch. Und äs hät än grossä Pneu do. Die Maschine isch ziemlich roschtig und dä Pneu isch scho alt. Es isch zwor heiss do, aber wenigschtens git mir dä Unterstand chli Schattä. Wie lang bisch Du öpä glaufä bis döt härä? Hm, viellicht ä halb Stund. Aber i han immer wieder umeglueget und d'Umgebig erkundet. Chasch üs d'Distanz nenne? Also i gseh dä Flughafä immer no. Au d'Flüger ghör i do. Aber nümä so luut wie uf däm Platz bim  Flughafä. I welli Himmelsrichtig bisch denn glaufä? I bi mir nöd sicher, glaub Oschtä. I bi aber nöd so dä Hirsch mit Himmelsrichtigä. Dini Familie hät Flyer usghänkt am Flughafä, damit Dich d'Lüüt erkenned. Isch es Dir möglich zrug z'go zu däm grossä Gebäude und Dich döt dä Mensche z'zeigä? Sie wüssed dänn wer Du bisch und sie holled dänn grad Dini Familie. Vielleicht versueched sie Dich feschtz'haltä oder i'zfangä. Gang doch eifach zrugg döt zum Flughafä-Gebäude und blieb ganz nöch döt zue. Wenn Dini Familie chunt go luege wirsch sie ghörä. Hm, i weiss nöd recht. I han kei Vertraue i die Mensche. Das verstohn i Calou. Aber wenn Du Dini Familie schnell möchtsch wieder gseh, dänn wär das sicher die schnellscht Variante. Wenn Dich d'Mensche döt gsehnd, rüefeds Dini Familie grad und sie händ mir gseit, sie chönd innert ärä Stund döt bim Flughafä si. Vertrau mir Calou. I schickä Dir än Engel wo Dich zu dä richtigä Mensche leitet und Dir hilft, dass Du schnell wieder zu Dinere Familie chunsch. Ok. I gang döt zum Flughafä zrugg und zeig mi dä Mensche. Schick mir viel Kraft und Muet. Das brucht chli Überwindig für mich. Klar, das mach i! Bruchsch Du süscht no öpis? Nei. I möcht eifach zu minere Familie zrugg. Säg ihnä, sie sölled so än Stick mitbringä, wo i so gern han. - Und Wasser! (Er zeigt mir ein Trockenfleisch-Stick. Sieht aus wie ein Würstchen...) Klar, i säg ihnä das. Dankä für s'Gspröch.“   Irgendwie hilft das schon und ich spüre auch, dass Susanne nach mir sucht, nur sehen tue ich sie leider nicht. An manchen Orten sehe ich Flugblätter mit Fotos von mir. Ich bin schon ganz berühmt, denn auch im Fernseher war ich schon und Zeitungsinserate mit Finderlohn gibt es auch. Tagsüber ist es sehr heiss und so verziehe ich mich in den Schatten und in der Nacht bin ich natürlich schlecht auszumachen, denn hier ist es wirklich dunkel und zwar schon früh am Abend. Dann habe ich nochmals mit Paul gesprochen.   Erster Eindruck: Calou wirkt müde und auf eine gewisse Art aber auch entspannt. Es wirkt so, als erwarte er seine Familie und freue sich auf das baldige Wiedersehen.
Hallo Calou. Dörf i nomol mit Dir redä?
Klar.
Wie gots?
Müed! Es isch sooo heiss do, das schafft mi richtig. Wo bisch dänn jetzt? Unter däm Unterstand, won i Dir geschter beschriebe han. Bisch nöd zum Flughafä gangä? Doch. Geschter z'Obig hät mich än jungä Maa vo do vertriebä. Er hät mich mit ämä Stock weggjagt. Zerscht hät er mir äs Brötli mit Butter geh zum fresse und won er wieder zu dä Barackä us cho isch, hät er mir gseit im müess jetz go. Dänn hät er mi mit äm Stock weggjagt. I bi sofort ufgstandä und bi ä chli vo dä Barackä wegglaufä und das hät ihm scho glanget. Well i dänn sowieso scho uf dä Bei gsi bin, bin i zum Flughafä glaufä. Es sind äs paar Lüüt döt gsi und i bi zu dä eintä here. Ä Frau hät mich gstriechlet, isch aber dänn is Auto gstiege und weggfahrä. Uf ärä andere Sietä hät än Maa Chübelsäck in än Lastwagä gladä. Au dä hät mi nöd richtig wohrgnoh. I han dänn kei Luscht meh gha und bi wieder zrugg. Jetzt wart i do. I gseh vo do uf dä Weg (Stross) und würd gseh, wenn mini Familie chunt. I freu mi riesig uf sie! Ok. Dänn blieb jetz bitte döt bi däm Unterstand. Mir glaubed z'wüssä wo Du bisch und händ Dich uspendlet. D'Susanne chunt hüt um dä Mittag umä mit äm Flüger a und chunt Dich go hollä. Los und gspür bitte ab äm Mittag ganz fescht, öb Du sie wohrnimmsch. Klar, das mach i. Wenn Du sie gspürsch, chasch ihrä jo au in Richtig Flughafä entgegelaufä. Mach i. Also, dänn wünsch i Eu beidnä viel Erfolg, dass ihr Eu ganz schnell finded und Du wieder bi dä Familie bisch. I schicke Dir no d'Engel, damit sie Dich und d'Susanne leited und Eu zämä führed. Übrigens, d'Susanne hät s'Würschtli däbi! ;-) Dankä. :-)   Und dann am nächsten Tag wieder.   Erster Eindruck: Calou wirkt heute wieder etwas fiter als gestern. Ich habe das Gefühl er hat irgendwo gefressen... „Hallo Calou. Dörf i nomol mit Dir redä? Jo. Wie gots? Hüt gots mir guet! Bi am umäspatziere... Wie meinsch das? I mag nümä umähockä und warte. Drum bin i jetzt am umäluege. Chunt d'Susanne hüt mich go hollä? Klar! Sie sehnt sich sehr noch Dir! Chasch Du üs sägä wo Du bisch? Hüt Morge frühe bin i wieder bi därä Baracke gsi. Döt isch ä jungi Frau gsi. Sie hät blaui Hosä (vermutlich jeansartig) a und ä knallrots Oberteil. Sie hät mir öpis z'Fresse geh und isch öpis go holä und dänn grad wieder weggfahrä mit äm Auto. Sie hät mir au chli Wassergeh vo ihrer Trinkfläschä. Und wo bisch dänn jetzt? Am Umälaufä... Dörf ich Dich orte? Klar, aber i bi am laufä... Hm, das wird schwierig. Chasch Du zum Flughafägebäude härä cho? Döt wo dä gross überdacht Parkplatz isch? Lauf doch am beschte is Flughafägebäude. Die Lüüt vo dä Fluggsellschaft kenned Dich jo und äs hät überall Flyer vo Dir. D'Mensche werde Dich sicher gseh und dä Susanne rüefe. Häsch gmerkt, dass i wieder Muet gfasst han, gell? Weiss nöd öb i scho so viel Muet han, aber i versuechs mol. Allerdings muess i zerscht wieder luege, wie i döt fürä chumä... Dä Stross no? ;-) Schmöcksch eigentlich nüt vo dä Susanne? Sie isch geschter stundälang bi däm Weiher und bi dänä Barackä umäglaufä. Findsch kei Spur vo ihre?         Hm, nei. I schmeck sie nöd... Hm... Dänn händ mir vermuetlich di Falsch spur vo Dir... Bisch dänn Du jetz i dä Nöchi vom Flughafä? Jo. I gseh d'Flüger amigs landä und startä... I tuen Dich jetz nomol ortä und gib dä aktuelli Standort dä Susanne durä. Versuech bitte zum Flughafägebäude z'cho. Döt wo viel Mensche mit Koffere durelaufed. Tschüss.“


Anmerkung sf: Calou wurde am 14.2. auf dem Dach des Flughafens gesehen und fotografiert – er ging zurück zum Flughafen!!


Ja, und dann hat mich das Heimweh geplagt und ich bin zurück zum Flughafen und habe einen Weg auf das Dach gefunden. Von hier aus habe ich einen guten Überblick und kann auch Flieger starten und landen sehen. Man hat mich sogar von der Abflughalle aus fotografiert. Es kommen wieder Leute auf das Dach und versuchen mich einzufangen. Das gefällt mir gar nicht und so haue ich wieder ab. Die wollen mich einfach haben und es startet sogar ein Helikopter und sucht nach mir.  Aber da habe ich mich schnell versteckt, das ist gar nicht so schwierig mit den vielen Büschen und Gräser. Ich spüre auch, dass noch andere Personen aus meiner Heimat nach mir suchen. Pina und die Tierärztin Frau K. pendeln mich aus und geben dann Susanne meinen Standort bekannt. Die Zeitverschiebung und die Zeit, bis das Mail oder SMS gelesen wird sind aber immer zu lang. Wenn Susanne am genannten Ort ist, bin ich schon lange wieder weg. So bin ich also wieder, wie fast jeden Tag, zurück auf den Werkhof zu meiner schwarzen Freundin. Hier gibt es ein netter alter Mann, der mir und meiner Freundin jeden Tag etwas zu essen gibt – nicht viel, aber doch gerade genug zum überleben. Schon fünf Wochen bin ich jetzt unterwegs und merke, dass ich nicht mehr ganz so fit bin.


Wiedersehen mit meiner Familie
Da traue ich doch meinen Augen nicht! Dort neben dem Häuschen vom alten Mann steht meine Box. Was das wohl soll? Ich gehe mal kurz in die Nähe und entdecke in der Box einen ganzen Topf voll Futter – mein Lieblingsfutter. Da kann ich nicht wiederstehen und muss rein. Mache ich und…… schwupps ist auch die Türe zu und ich bin gefangen.


Da fängt gleich ein riesen Gekreische an und zwei Frauen, die eine heisst Katherine/Kathy und die andere Samantha, fallen sich in die Arme und weinen vor lauter Freude. Irgendetwas Tolles ist geschehen, das spüre ich. Ich glaube, die freuen sich darüber, dass ich in der Box sitze. Ich weiss, dass es die beiden sehr gut mit mir meinen. Sie erzählen mir, dass sie mich bald zurück zu meiner Familie bringen. Es macht es mir gar nichts aus, dass ich  in ein Auto verfrachtet werde. Es geht als erstes zur Tierärztin Frau Dr. Letti. Gut, ich sehe schon sehr bemitleidenswert aus, bin dreckig, habe viele Zecken, überall Verätzungen, meine Augen triefen und viel Fleisch ist auch nicht mehr an meinen Knochen. Ich bekomme ein ausgiebiges Bad und auch etwas zu fressen. Dann untersucht mich Dr. Letti und erstellt ein Blutbild.



Dieses ist miserabel, wie ich zu hören bekomme. So gibt es für die nächsten 14 Tage eine Antibiotikumkur. Katherine nimmt mich nach Hause. Hier gibt es auch noch Sarah, ihre 7-jährige Tochter und Azael, Ihr Mann und etwa sieben Hundekollegen – nicht alles meine Freunde und schon gar nicht die grosse und tollpatschige Pittbullhündin Ashley – die ist mir echt zu ruppig! Hier bekomme ich bekomme von den Menschen endlich wieder meine Streicheleinheiten und regelmässig Futter und Wasser – alle meinen es sehr gut mit mir. Die nächsten Tage verbringe ich vor allem mit schlafen und fressen. So ungestört und ruhig hatte ich es schon lange nicht mehr. Mit einem Auge und Ohr kann ich beobachten und hören, dass Kathy viel mit meiner Familie spricht und denen viele Fotos und Filme von mir schickt. Die wollen mich so bald wie möglich hier in Panama abholen. Zehn Tage bleibe ich im Hause Kathy und dann endlich ist es soweit.


Am Abend vom 22. März kommen doch tatsächlich Susanne und Daniela zur Tür herein. Ich kann es kaum fassen und springe vor lauter Freude an den beiden für eine lange Zeit hoch und möchte doch fast in sie hineinkriechen. Jetzt habe ich wirklich das Gefühl, dass alles wieder gut wird.  Noch an diesem  Abend fahren wir zum Hotel Albrook Inn, hier war ich einige Tage mit meiner Familie, bevor ich gezwungenermassen abgehauen bin. An diesem Abend schlafe ich ganz ruhig und relaxed in meiner Box und am Morgen lege ich mich mal kurz zu Susanne ins Bett und geniesse es. Dann folgen noch Besuche bei all den vielen Leuten, die nach mir gesucht haben. Die Schokolade, die Susanne mitgebracht hat aus der Schweiz mögen die alle sehr gerne.


Am Sonntag geht es dann endlich zum Flughafen und hier habe ich sogar einen persönlichen Betreuer. Jorge hat, wie ich gehört habe, ebenfalls die ganzen fünf Wochen nach mir im Flughafengebäude und auf dem Gelände gesucht. Heute bringt er mich persönlich zum und ins Flugzeug. Er will ganz sicher sein, dass ich nicht wieder verloren gehe.



Der Flug ist ruhig und in Amsterdam, welche Überraschung. Da stehen Ernest und Ernesto und holen uns doch tatsächlich mit dem Auto ab. Ich bin sehr glücklich darüber, denn noch einen Flug würde mir nicht wirklich gefallen. Daniela geht mit mir noch spazieren. Ich mag mich erinnern, dass wir hier vor etwa zwei Monaten bereits waren. Da habe ich Hasen gejagt. Heute ist aber kein Langohr zu sehen. Spät in der Nacht kommen wir am Distelweg an. Zuerst muss ich natürlich das ganze Haus erkunden und stelle fest, alles noch beim alten. Meine Spielsachen, mein Fressnapf, mein Wassertopf und meine Bettis sind immer noch am alten Ort – ich bin wieder zu Hause.



Zurück in der Schweiz
Mein Abenteuer ist jetzt schon einige Wochen her. Ich glaube nicht, dass ich mich verändert habe. Einzig, wenn ich jetzt Futter bekommen – runter damit – was man hat, das hat man! Ich liebe es, täglich in den schön saftigen Wiesen herum zu tollen. Meine Freundin Farah hat mir wohl meine Seitensprünge in Panama verziehen. Es ist schön zu Hause zu sein und ich bin einfach Glücklich –meine Familie und meine Freunde ebenfalls.


Wie weiter? P.S. Bald geht es wieder auf Reisen im Bob, nicht gar so weit – aber immerhin mit dem Schiff von Italien nach Griechenland und auf dem Landweg wieder nach Hause. Wird sicher toll - ich melde mich wieder!


Nachwort: Unseren Kindern mit Familien, unserer Familie, unseren Bekannten, Freunden, Tierärzten, Pendlern und insbesondere Daniela, Katherine und Samantha sowie Jorge, möchten wir ganz herzlich danken. Sie haben uns in der, für uns schlimmsten Zeit auf unseren Reisen, immer moralisch unterstütz und sind uns im wahrsten Sinne des Wortes Tag und Nacht beigestanden. Einfach nur nochmals
D A N K E